Cognac – Das bekannteste Destillat Frankreichs

Dieser berühmteste aller Weinbrände hat seine Wurzeln im Frankreich des 15, Jahrhunderts. Zu dieser Zeit wurde dort erstmals Wein destilliert, damals jedoch mehr aus praktischen Gründen.  Weine „überlebten“  in jenen Tagen oftmals die langen Transportwege zu den Kunden nicht und reagierten aufgrund schlechter Lagerbedingungen zu Essig- Was dem damaligen Kunden kein Genuss brachte und dem Weinbauern kein Geld.

So wurde zu jener Zeit das Destillieren zur Konservierung des Alkohols verwendet und garantierte, dass der Käufer zwar keinen reinen Wein, aber zumindest Alkohol bekam. Auch in französischen Départments die als Anbaugebiet des Cognacs gelten, wurde diese Methode zur Verlängerung der Haltbarkeit eingesetzt.  Allerdings sollten noch knapp zwei Jahrhunderte vergehen, bis der heute bekannte Cognac entstand.  Erst im 17. Jahrhundert wurde der dortige Weinbrand professionell hergestellt und es etablierten sich Firmen und Marken, die auch heute noch namhaft sind – Martell (1715), Hennessy (1765), Thomas Hine (1821). Bis Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich Cognac schnell und sicher an die Spitze aller damaligen weltweit verfügbaren spirituosen geschlagen. Selbst die damals neu entwickelten Blend Whiskys aus Schottland hatten trotz hoher nationaler und internationaler Verkaufszahlen, dem Cognac in Sachen Beliebtheit nichts entgegenzusetzen. Bis 1871. In diesem Jahr vernichtete eine Reblausplage  (Viteus vitifoliae) knapp 80% der französischen Weinberge. Da die Weinbauern diesem Schädling nichts entgegenzusetzen hatten, mussten sie fast von Grund auf ihre Weinstöcke neuaufbauen. Nicht nur was dies ein herber Verlust für die gesamte französische Weinproduktion, auch Cognac und andere Weinbrände litten folglich am Mangel an Rohstoffen.  Da die steigende Nachfrage nun nicht mehr befriedigt werden konnte, schauten sich potentielle Kunden nach Alternativen um, wobei  der internationale Aufschwung schottischen Whiskys dadurch weiter angeheizt wurde und dafür sorgte, dass französische und andere Cognacliebhaber nicht lange auf dem trockenen saßen. Erst als die französischen Weinbauern ihre Weinberge fast von Grund auf sanierten, stiegen die Absatzzahlen des Cognacs langsam wieder an. Viele ausländische Weinbrenner, unter anderem in Deutschland vermarkteten bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihre hauseigenen Weindestillate als Cognac und nutzen somit einen bis dato ungeschützten aber bekannten Markennamen zum Verkauf eigener Produkte. 1919 sahen die Franzosen allerdings ihre Chance und so wurde während der Verhandlungen des Versailler Vertrags die Bezeichnung Cognac als Name geschützt und durfte von nun an nur noch für Weindestillate verwendet werden, dessen Wein aus den Départments Charente und Charente Maritime kommen. (Bild: MeanestIndian/Flickr)

Die Cognac-Regionen

Neben den beiden Hauptdépartments Charente und Charente Maritime darf außerdem in kleinen Teilen der Départments Deux-Sevrès und Dordogne Wein für Cognac angebaut werden. Die klimatischen Bedingungen, d.h. im Winter nicht unter Null °C und im Sommer zwischen 20 und 27 °C sowie die die kreidehaltigen Böden zeichnen diese Gebiete für den Weinanbau aus. Das gesamte Cognac-Gebiet gilt als größtes Anbaugebiet für Weißweine. Allerdings gibt es in diesem Gebiet auch Merkmalsunterschiede wodurch sich die einzelnen Regionen teils deutlich von einander unterscheiden.  Man klassifiziert die einzelnen Regionen in champs/champagne (Felder) bzw. bois (Waldgebiete), wobei man auch hier weitere Unterteilungen entsprechend der Qualität in Grande Champagne, Petite Champagne, Les Borderies, Fins Bois, Bons Bois und Bois Ordinaires vornehmen kann.

Herstellung

Die Herstellung erfolgt ausschließlich aus Weißweinen. Die Hauptrebsorten bilden hierbei Ugni blanc, Colombard und Folle blonche. Das gesamte Procedere der Destillatherstellung ist enorm aufwändig und erfolgt nach strengen Richtlinien.  Zunächst darf ausschließlich in den traditionellen Brennblasen, den Alambics charentais, gebrannt werden. Der Destillationsvorgang erfolgt zweimal, wobei die Brennblase maximal 25 hl Flüssigkeit enthalten darf. Das erste Destillat wird als   brouillis bezeichnet und besitzt einen Alkoholgehalt im Bereich zwischen 25 und 30 %Vol. Die zweite Destillation, bei der Vor- und Nachlauf abgetrennt werden, ergibt      den Feinbrand, den so genannten bonne chauffe. Der Mittellauf, auch als coeur bezeichnet ist von bester Qualität und frei von unerwünschten Aromastoffen. Dieser besitzt einen Alkoholgehalt von 70 %Vol. Die Lagerung findet in speziellen Eichenfässern (Limousin, Tranchaise) statt. Bei Cognacs oftmals üblich ist außerdem    die Verringerung auf Trinkstärke nach abgeschlossener Destillation und die Abfüllung mit vergleichsweise wenig Alkoholgehalt in die Barrique-Fässer. Hintergedanke ist hierbei dem Alkoholverlust, der bei der Holzfasslagerung durch Verdampfen natürlicherweise auftritt entgegenzuwirken. (Bild: Espen Klem/Flickr)

Altersklassifizierung

Ebenso wie bei den meisten anderen Spirituosen richtet sich die Altersangabe auf dem Etikette des Cognacs nach dem darin enthaltenen Destillat mit den wenigsten Fassjahren.

V.S.  bzw.  ***                       entspricht mindestens 2 und 3 Jahren Reifungsdauer

V.S.O.P.                                   entspricht mindestens 4 Jahre Reifungsdauer

X.O., Extra, Napoléon       entspricht mindestens 6 Jahre Reifungsdauer

Nach insgesamt sechs Jahren der Fasslagerung wird die offizielle Begutachtung der Lagerbestände beendet.

V = Very

S = Superior oder special

O = Old

P = Pale oder Product

X = Extra oder extremely

Der Genuss von Cognac

Oftmals findet man noch, sei es in Bars oder im privaten Bereich, den Cognacschwenker als Glas zum Cognac. Dies hat mittlerweile hauptsächlich traditionelle Gründe. Seit längerer Zeit wird von der Spirituosenindustrie das Nosingglas empfohlen. Diese bündeln und konzentrieren zur Öffnung hin die Aromen und verhindern ein zu starkes entweichen des Buketts. Ebenso verhindern sie, dass zu viel Wärme aus der Hand in den Cognac übergeht. Dies würde zu einem leicht seifigen Geschmack führen, der aus einer Reihe chemischer Reaktionen resultiert, welche beim erwärmen beschleunigt würden. Cognac sollte daher weder per Hand noch auf andere Weise von dem Trinken erwärmt werden.

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3 Responses to Cognac – Das bekannteste Destillat Frankreichs

  1. Holger Wendt 10. August 2010 zu 13:16 #

    Ich darf Ihnen einen neuen Cognac “aus der Mittelklasse” vorstellen. Sein Name lautet Edouard Larcy. Mehr Informationen gibt es hier: http://whiskyundspirituosen.blogspot.com/2010/07/cognac-edouard-larcy-am-deutschen-markt.html

Folgende Websites verweisen auf diesen Artikel

  1. Otard V.S.O.P. | Eye for Spirits. - 11. Juni 2010

    [...] Cognac-Haus Otard aus dem französischen Château des Valois zählt seit ihrer Gründung im Jahr 1795 zu [...]

  2. Wie trinkt man Tequila? | Eye for Spirits. - 17. September 2010

    [...] und sind dadurch in Mund und Nase intensiver wahrnehmbar. Allerdings führt, wie auch beim Cognac, das übermäßige Erwärmen zur Bildung unangenehmer und seifiger Aromen. Dieser Ansatz gilt in [...]

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