Das Brennen von Spirituosen in Pot Stills stellt eine von zwei möglichen Varianten dar Niedrigprozentiges in Hochprozentiges zu “verwandeln”. Die ersten urkundlichen Belege für diese Destillationsmethode reichen in Europa bis ins frühe Mittelalter zurück. Im Gegensatz zu der älteren und traditionsreichen Pot Still Variante existiert außerdem die vergleichsweise modernere Coffey bzw. Patent Still Methode. Obwohl beide vom Aufbau her sehr verschieden sind, haben sie im Endeffekt dieselbe Aufgabe: Abtrennung von geschmacklich-wertvollen Substanzen und weg von zuviel Wasser und unerwünschten Komponenten. Im Gegensatz zur Destillation, wie man sie in chemischen Labors antrifft, wo es um ein möglichst genaues und sauberes Produkt geht, versucht man bei der Destillation von Spirituosen zum Genusszweck, dem so genannten „Brennen“, eine möglichst aromatische und charakteristische Mischung aus Wasser, Alkohol und Aromastoffen zu erhalten.
Pot Still Brennblasen bestehen aus insgesamt zwei Teilen, dem Ober- und dem Unterteil. Während das Oberteil, dessen Form an einen Schwanenhals erinnert, für den Geschmack und die „Tiefe“ von Spirituosen mitverantwortlich ist, ist der untere Teil aufgrund seiner Beschaffenheit für die Befeuerung ausgerichtet. Im Gegensatz zu früher werden beim Erhitzen die heutigen Pot Stills nicht mehr mit Kohle sondern mit Erdgas beheizt. Betrachtet man die hier verwendeten Kupferkessel genauer fällt auf, dass der Boden mittig nach oben in das Kesselinnere gewölbt ist. Der Grund hierfür liegt darin, dass somit das Feuer von unten stabil in der Mitte des Kessels brennt. Innerhalb jener Brennblasen ist ein sogenannter „Rummager“ angebracht. Dieser soll ein Anbrennen von festen Bestandteilen verhindern.

1 = Kugelförmiger Deckel
2 = Zwischenstück
3 = Kegelförmiger Hals
4 = Krümmungsstück
5 = Lyne-Arm
Es hat sich gezeigt, dass neben dem verwendeten Material auch die Form der Stills einen starken Einfluss auf den späteren Charakter der Spirituose haben. Kürzere und breitere Stills führen zu einer kräftigen und intensiven Spirituose, wohingegen schmalere Brennblasen ein leichteres Destillat ergeben. Da hochwertige Spirituosen, darunter Whisky, Cognac und Rum meist mehr als einmal gebrannt werden (im Regelfall zwei bis dreimal) um zu garantieren, dass eine möglichst große Menge an unerwünschten Bestandteilen abgetrennt wird, ergibt sich aus der Beschaffenheit der Brennblasen, dass vor jedem neuen Durchlauf der Brennvorgang kurzzeitig unterbrochen werden muss. Man bezeichnet diese Destillationsvariante daher auch als diskontinuierliches Brennverfahren.
Neben der Form der Stills hat vorallem das verwendete Material einen enormen Einfluss auf die spätere Qualität des Produkts. Der Ausgangsstoff für das Blech aus dem die Brennblasen gefertigt werden, besteht zu über 99 % aus reinem Kupfer, da sich dieses aufgrund seiner vergleichsweise guten Duktilität und Wärmeleitfähigkeit optimal für die Herstellung von Destillierapparaten verwendet lässt. Geschmackliche Relevanz hat das Kupfer dahingehend, dass es die in der Flüssigkeit vorhandenen Schwefelverbindungen ( Schwefelwasserstoff hat in bereits geringen Konzentration den Geruch von faulen Eiern) herausfiltert und zusätzlich die Entwicklung von diversen Geschmacksträgern wie z.b. Estern katalysiert. Bild 1: yvescosentino/Flickr; Bild 2: yvescosentino/Flickr



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