Hendricks Gin im Test

Hendricks ist ein Gin voller Extravaganz. Nicht nur stammt er aus dem schottischem Whiskyhaus von William Grant & Sons, welches in erster Linie für Single Malts von Glenfiddich und Balvenie bekannt ist, auch die Auswahl der Botanicals verleiht Hendricks Gin ein markantes Auftreten. Neben dem obligatorischen Wacholder fanden bei der Herstellung vor allem bulgarische Rosen und Salatgurken Verwendung und sorgen dafür, dass sich bei Hendricks Gin die Geister scheiden.

Die einen schwören auf das aussergewöhnliche Aroma und ergänzen ihre Gindrinks gleich noch mit Gurke als Garnierung, die anderen sehen die gewöhnungsbedürftigen Botanicals eher als Parodie eines guten Gins. Fakt ist allerdings, dass die Firma mit ihrem in Girvan, Schottland destillierten Hendricks Gin gerade diese Polarisierung erreichen wollte, da, unabhängig vom Unterton, über Hendricks Gin gesprochen und geschrieben wird. (Bild: WordRidden)

Degustation des Hendricks Gin

Beim Nosing fällt einem gleich zu Beginn das schwache Wacholderaroma auf. Trotz dessen, dass dies für viele Liebhaber des puren Gins eher ein Kontrapunkt ist, kann es sich allerdings bei der Verwendung in Cocktails durchaus positiv auswirken. Nach einer gewissen Weile zeigen sich deutlich die Aromen von Rosen und führen zu einem leicht süßlichen Geruch, ähnlich dem von Pralinen. Im Mund erscheint Hendricks Gin zunächst mild mit dem dezenten Aroma von Rosen. Trotz Nuancen von schwarzem Pfeffer zeigt er sich insgesamt jedoch etwas geschmacksarm.

Obwohl der Abgang sehr kurz verläuft, ist der doch brennend und beißend. Aufgrund dessen, dass die Destillerie des Hendricks Gins auch auf der offiziellen Homepage bis auf Rosen und Gurken kaum Angaben zu den verwendeten Botanicals macht, kann hierüber nur weitestgehend spekuliert werden. Beim Einsatz in Cocktails und Longdrinks polarisiert Hendricks Gin ein weiteres Mal. Im Gin Tonic konnte er aufgrund fehlender Durchsetzungskraft nicht überzeugen. Im Martini Dry hingegen ergab er eine interessante, neue Geschmacksrichtung zusammen mit Vermouth.

Abschließend lässt sich sagen, dass man sich bei William Grant & Sons wahrscheinlich etwas zu sehr auf Exotisches als auf den typischen Dry Gin konzentriert hat. Was jedoch am Ende die Bewertung von 5 Punkten ausmacht, waren nicht die extravaganten Botanicals, die auf gewisse Art auch positiv zu sehen sind, sondern vielmehr die fehlenden Aspekte, die einen qualtitativ herausragenden Gin ausmachen, d.h. Milde, Harmonie der Botanicals und “Cremigkeit”.

Details:

Art: Distilled Gin

Alter: —

Alkohol: 41,4 %Vol.

Region: Schottland

Bottler: Hendricks Gin/William Grant & Sons

Fazit: 5/10 Punkten

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16 Responses to Hendricks Gin im Test

  1. Holger Wendt 17. August 2010 zu 10:06 #

    Dem “Urteil” kann ich nichts mehr hinzufügen. Aber einen Tipp für Interessenten aus Deutschland habe ich noch. Zum Preis von nur 30,85 € (abzüglich 5% Erstbestellerrabatt) kann man dieses Gin hier kaufen: http://www.whiskyundspirituosen.de/shop/hendrick´s-schottland-liter-p-165.html

  2. Mellow 17. August 2010 zu 18:03 #

    Sehr geehrter Herr Wendt,
    wieso haben Sie ihn “noch” ? Dieser hervorragende Gin ist ganzjährig zu haben. Nebenbei bemerkt auch zu einem wesentlich günstigeren Preis als bei Ihnen.
    u.a. hier: http://www.mybottle24.de/hendricks-gin-bottled-in-scotland.html

    Nun zum Artikel:
    Sehr gut geschrieben und ich empfehle euch auch den The Duke Gin zu testen! Absolut Top Gin neben dem Hendricks.

  3. Andy 17. August 2010 zu 21:05 #

    Beim Hendrick’s scheiden sich wohl wie vom Hersteller geplant die Geister. Im Gegensatz zum Autor fand ich den Gin gerade im Gin Tonic mit einer Gurke genial erfrischend und erfrischend anders..

  4. Philip Reim 17. August 2010 zu 21:18 #

    Hallo Andy,

    im Gin Tonic haben sich meines Erachtens nach das geringe Wacholderaroma sowie das dezente Gurkenaroma mit dem bitteren Aroma des Tonic Water nicht besonders gut ergänzt, eher umgekehrt. Aber wie du bereits geschrieben hast: bei Hendrick’s Gin scheiden sich definitiv die Geister.

  5. Holger Wendt 19. August 2010 zu 00:56 #

    @ Mellow: Der im Bericht verlinkte Shop kommt aus Österreich (Bild). Und wer zahlt schon das hohe Porto wenn es diesen Gin auch hier zu kaufen gibt ? Zum Preis: Muss man eigendlich jeden Preiskampf mitmachen ? NÖ !

  6. Spirit Kalle 1. September 2010 zu 10:10 #

    finde ich ebenfalls sehr gut geschrieben. Auch würde ich den The Duke Gin empfehlen.

  7. Rhum Chef 1. September 2010 zu 10:12 #

    Hallo Herr Wendt, danke für diesen Guten Artikel. Ich bin auch der Meinung das nicht jeder Preiskampf mitgemacht werden sollte. Von daher ist der Hendrick’s Gin immer für eine Überraschung gut ;)

  8. Hartmut 20. Januar 2011 zu 13:12 #

    danke für Ihren Beitrag, sehr nett geschrieben

  9. Tanja G. 7. April 2012 zu 21:41 #

    tipp: Sünner DRY GIN No 260 – kaum zu bekommen, aber ein geschmackliches highlight aus kölns einziger Wacholderbrennerei – must try

Folgende Websites verweisen auf diesen Artikel

  1. Glenfiddich 18 Years Old Ancient Reserve | Eye for Spirits. - 20. August 2010

    [...] gefolgt von The Glenlivet. Unter der Dachmarke William Grant & Sons (u.a. wie The Balvenie und Hendrick’s Gin) produziert Glenfiddich mit 11 Wash Stills und 18 Spirit Stills nicht nur Malts der Standardserie [...]

  2. The Duke Munich Dry Gin | Eye for Spirits. - 6. September 2010

    [...] legte den Grundstein, Amerika, Frankreich und andere Länder wie Schottland mit ihrem Hendrick’s Gin legten nach und Bayern’s Landeshauptstadt lässt sich seit wenigen Jahren auch nicht mehr [...]

  3. Hendrick’s Gin – Gin aus Scotchland | Eye for Spirits. - 28. März 2011

    [...] Degustationsartikel des Hendrick’s Gin ist seit den letzten Monaten einer der meistgelesenen auf Eye for Spirits. Die Leser scheinen sich [...]

  4. Bruichladdich Octomore 2.2. Edition Orpheus | Eye for Spirits. - 10. April 2011

    [...] eigene Produkt recht schnell zwei Fronten bilden: Pro und Kontra. Ähnlich verhält es sich beim Hendrick’s Gin. Dann noch gezielte Werbung um das Produkt in Szene zu setzen und urplötzlich verkauft sich auch [...]

  5. The Botanist Islay Dry Gin » Degustation » The Botanist, Islay Dry Gin, Bruichladdich, - 2. Juni 2011

    [...] dann ist es die Destillation hochwertiger Whiskies. Spätestens jedoch seit dem Siegeszug von Hendrick’s Gin beweisen die Schotten, dass man auch aromatisierte Spirituosen produzieren kann. Und so dachte sich [...]

  6. Inselblog.com » Hendrick’s Gin - 5. Juni 2011

    [...] mir im moment danach ist, gibt es heute für mich einen großen Schluck Hendrick’s Gin. Ich habe den Hendrick’s nun schon länger und wenn ich einen Gin schon etwas länger habe, [...]

  7. Was ist ein New Western Dry Gin? » Degustation » New Western Dry, Gin, Aviation, Tanqueray, The Duke, Monkey 47, Hendricks - 21. Juni 2011

    [...] Tanqueray hierbei für einen Stein ins Rollen gebracht hat, wird wohl am Beispiel des Hendrick’s Gin am deutlichsten. Nie liest man, dass Hendrick’s für seinen Wacholdercharakter bekannt ist. [...]

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