Unter dem Motto “Hennessy Black – der neue Mix für die Nacht” läuft momentan die Promotionkampagne für die aktuelle Abfüllung aus dem Hause Moët Hennessy. Da der deutsche Verkaufsstart des neuen Cognacs im September 2010 beginnt, wurde mir zu Verkostungszwecken eine Probeflasche der aktuellen Abfüllung von Moët Hennessy zur Verfügung gestellt.
Zielgruppe des neuen Hennessy Black sind neben Bars in erster Linie Nachtclubs bei denen Mixgetränke im Vordergrund stehen und nachdem in den U.S.A., unterstützt durch die U.S. HipHop- und Rapszene, der dortige “Henny” einen enormen Aufschwung der Verkaufszahlen erlebt, versucht man diesen Trend in Deutschland fortzuführen.
Bereits das Flaschendesign zeigt eindeutig, dass man auf junges Publikum im Bereich 25+ anspielt. Die Flaschenform vom Hennessy V.S. übernommen und mit undurchsichtigem Schwarz überzogen, ruft der neue Beiname “Black” andere Assoziationen hervor, als solche die man traditionell mit dem französischen Edeldestillat verbindet.
Degustation des Hennessy Black
Farblich präsentiert sich der Hennessy Black in leichtem Gelb und wirkt daher blasser als die Hennessy-Standardabfüllung V.S. Durch die schwarze Färbung der Flasche wird dies jedoch erst im Glas und im direktem Vergleich mit dem V.S. deutlich.
Beim Nosing zeigte sich mir in erster Linie eine dominante Alkoholnote, die durch eine etwas unangenehme Schärfe begleitet wurde. Aromen wie die von Klarlack bzw. Leim kamen anschließend hinzu. Nach einer Weile machten sich angenehme Nuancen von Pflaume und ein gewisses Nussaroma bemerkbar. Da jedoch in erste Linie das Nosing von einem gewissen Maß an Alkohol dominiert wurde, war das Aroma in der Nase nur wenig intensiv.
Im Mund kann ich den Hennessy Black im Gegensatz zur Nase als zunächst sehr angenehm und mild beschreiben. Einer deutlichen Süße folgten Noten von Nuss und Lakritz. Da dies jedoch nur Nuancen waren, kann ich den Hennessy Black auch im Mund nur als recht “aussagelos” beschreiben. Obwohl der Abgang ingesamt unangenehm brennend verlief, waren hier jedoch deutlich Kirsch und Bitterschokolade erkennbar.
Über die stark beworbene “Mixability”, also der Eignung als Basisspirituose in Mixgetränken, lässt sich meiner Meinung nach über den Hennessy Black sagen, dass er sich durchaus für die Verwendung in fruchtigen Drinks eignet. Sofern man jedoch einen Cocktail bevorzugt bei dem das Aroma und der Geschmack des Cognacs durch weitere Zutaten nur ergänzt bzw. akzentuiert wird, ist Hennessy Black nicht unbedingt die erste Wahl. (Bild: Moët Hennessy GmbH)
Details:
Art: Cognac
Alter: 5 Jahre
Alkohol: 43 %Vol.
Region: Cognac/Frankreich
Bottler: Hennessy/Moët Hennessy
Fazit: 3/10 Punkten
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Tja so ist das eben mit (schlechten) Dingen die nur über das Marketing laufen. Da hilft nur eins: Nicht kaufen und andere Sorten testen.
Wobei ich sagen muss, dass es auch von Hennessy Abfüllungen gibt, die durchaus zu empfehlen sind. Allem voran die älteren Bottlings.
leider habe ich auch schon so erfahrungen gemacht. ist immer ziemlich ärgerlich
Hallo Zusammen,
zunächst freue ich mich, dass unser neues Produkt zur Diskussion anregt. Dass Hennessy Black nur über das Marketing alleine gepusht wird, kann ich nicht bestätigen….- ist es doch meine tägliche Arbeit. Mit Hennessy Black haben wir ein Produkt, welches speziell zum Mixen kreiert wurde. Die Beurteilung sollte daher auch in dieser Konsum- Form erfolgen. Klar, sollte jedes Mix- Produkt auch Pur überzeugen, -die Kriterien sind jedoch andere.
Hennessy Black ist sicherlich ein handwerklich und qualitativ sehr hochwertiges Produkt, wie alle Cognacs aus unserem Haus. Man möge es mir nachsehen, dass ich das Statement “….schlechten Dingen…” nicht unkommentiert lassen kann.
Freue mich auf weitere Dialoge an der Bar des BCB in Berlin. Da wird man sich doch treffen, oder?
In diesem Sinne!
Cheers
Werter Herr Rüdlin,
Hennessy Black in umfassendem Sinne als “schlecht” zu bezeichnen, war, denke ich, auch nicht Herrn Wendts Absicht. Viel mehr ist man in Bezug auf Cognac anderes gewohnt, als dies der Hennessy Black zeigt. Stereotypisch denkt man bei Cognac an eine ältere und “ruhige” Spirituose für den Purgenuss und weniger an eine Clubabfüllung mit guten Mixeigenschaften. Kommt dann auch noch eine gänzlich ungewohnte Flaschenaufmachung dazu, bietet dies guten Gesprächszündstoff und Diskussionspotential.
Eye for Spirits beschäftigt sich allerdings auch in erster Linie mit dem puren Genuss von Spirituosen und nach eben dieser wurde der Black bewertet. Dass die Mixeigenschaften auch durchaus positiv vorhanden sind, wurde ihm Artikel auch erwähnt.
Leider bin ich zum BCB verhindert. Wünsche ihnen aber zwei angenehme Tage