Gibt man bei Google den Suchbegriff “Islay” ein, so zeigen über 4,2 Millionen Suchergebnisse, dass diese Insel heutzutage alles andere als abgelegen ist. 4,2 Millionen Suchergebnisse zeigen aber auch, dass man sich über Islay bereits sehr oft geäußert hat und dies oft auch in sehr lesenswerten Artikeln.
Auch auf Eye for Spirits tauchen regelmäßig Beschreibungen oder Äußerungen von uns zu Islay auf und dies vor allem, wie sollte es auch anders sein, wegen ihres alkoholischen Wahrzeichens: Den getorften Single Malts. In diesem Artikel möchte ich allerdings gar nicht so sehr auf die fruchtbarste aller Inseln der Innere Hebriden eingehen, sondern mehr auf eine ihrer Destillerien, die seit knapp zweihundert Jahren Whiskyliebhaber mit “Torf” versorgt. Die Rede ist von Laphroaig.
Als ich für die Recherche zu diesem Artikel Bücher und Websites durchforstete, fiel mir bei jeder Quelle zu Laphroaig’s Geschichte ein markanter Punkt immer wieder auf. Nämlich die Stetigkeit und der fehlende Schnickschnack, der die Destillerie seit Jahrzehnten prägt. (Bild: keepwaddling1)
Geschichte
Gerüchteweise entstand Laphroaig bereits 1810 auf dem damaligen Farmgelände, offiziell belegt ist allerdings nur das Datum vom Jahr 1815. Wenige Jahre später aber kam der mittlerweile Alleinbesitzer der Laphroaig Destillerie Donald Johnston auf eine derart bizarre Art ums Leben, dass dies den Legenden von Jack Daniel fast ebenbürtig ist. Johnston ertrank in einem Bottich gerade produzierten Destillats.
Aufgrund fehlenden Ersatzes für die Chefposition der Destillerie wurde die Leitung von Laphroaig für zehn Jahre an den damaligen Manager der benachbarten Lagavulin-Destillerie übergeben. Betrachtet man den heutigen Erfolg von Laphroaig und die damit einhergehende Konkurrenz, wer weiss ob Lagavulin’s Walter Graham sich heute nicht über sein Engagement ärgern würde. 1857 übernahm schließlich der Sohn von Donald Johnston Dugald Johnston zehn Jahre nach dem Ableben seines Vaters die Führung von Laphroaig, woraufhin die Destillerie für ca. 100 Jahre in Familienbesitz blieb.
Die Besitzverhältnisse wurden jedoch nach dem Tod von Dugald etwas konfus und wanderten über Schwestern und Schwäger schließlich 1921 zu Jan Hunter, der erstmals die Kapazitäten der Destillerie ausbaute. Aufgrund von Kinderlosigkeit vererbte er das Laphroaig Erbe 1954 an seine Sekretärin Bessie Williamson. Meiner Meinung nach kein schlechter Schachzug, da gerade diese Damen oft am besten wissen, wie die Fäden in einer Firma zusammenlaufen. Als sie schließlich die Rechte Laphroaigs an Long John Distillers Ltd. übergab wurde 1974 auf die auch heute noch vorhandene Kapazität von sieben Stills aufgestockt.
Zwanzig Jahre später wurde Laphroaig eine Ehre zuteil, die sie bisher von anderen Destillerien unterscheidet: Sie bekam von Prince Charles das Recht den Zusatz “By Appointment to HRH The Prince of Wales, Distiller and Supplier of Single Malt Scotch Whisky, D. Johnston & Co., (Laphroaig) Isle of Islay” auf ihren Flaschen zu tragen, wovon bis heute natürlich auch reger Gebrauch gemacht wird. Nach weiteren Besitzübernahmen kam Laphroaig 2005 schließlich aufgrund von Kartellproblemen vom französischen Spirituosenkonzern Pernod Ricard zum US-Konzern Fortune Brands.
Produktion
Wie fast jede andere professionelle Destillerie hat auch Laphroaig seine ganz speziellen Eigenheiten in der Produktion ihrer Whiskies. Hier taucht auch der Begriff der Stetigkeit und des fehlendes Schnickschnacks auf, die ich bereits am Anfang dieses Artikels erwähnt habe.
Während sich andere Destillerien sehr experimentierfreudig zeigten, hielt Laphroaig an ihrem eingeschlagenen Kurs fest und produzierten konsequenten ihren bewährten Scotch. Vielleicht ist es auch gerade diese Kontinuität und Verlässlichkeit, die Laphroaig so viele Fans beschert. Ungewöhnlich für eine Scotch-Destillerie ist die Verwendung einer ungerade Still-Zahl. Laphroaig hat ingesamt sieben Brennblasen, also drei Wash und vier Spirit Stills, in denen jährlich 2,5 Millionen Liter Reinalkohol produziert wird.
Markant ist außerdem das Destillierverhalten bei Laphroaig, bei dem der Middlecut erst relativ spät vom Nachlauf getrennt wird, wodurch viele Aromastoffe ins Produkt gelangen, die einen teerigen Geschmack besitzen. Obwohl man gerüchteweise bereits Ex-Sherryfässer in Laphroaigs Lagerhäusern entdeckt hat, so schwört man in der Destillerie, mit dem deutschen Namen “Senke mit der Mühle”, auf Ex-Bourbon-Fässer und lagert offiziell auch nur in solchen. (Bild: Gutsibikes)
Portfolio
Wie üblich gibt es auch eine ganze Reihe an Laphroaig-Abfüllungen von Unabhängigen sowie einige Blended Whiskies in denen Laphroaig in großen Mengen verwendet wird. Im folgenden möchte ich allerdings nur eine Übersicht über die Standardabfüllunge geben: (Bild: sashafatcat)
Premier Barrel
Càirdeas “Master Edition” (Feis Ile)
15-year-old (wird nicht länger produziert)
25-year-old (40 %Vol. und 51 %Vol.)
27-year-old
30-year-old
40-year-old








[...] von den heimischen Port Ellen Maltings bestellt. Umgeben von zwei namhaften Scotchdestillerien Laphroaig und Ardbeg liegt hier auch Lagavulin. Man braucht hierbei nicht zu erwähnen, dass Lagavulins [...]
[...] Laphroaigs Abfüllungen muss man prinzipiell nicht mehr viel schreiben, außer: Kontinuierliche Qualität. Und genau dies [...]