Jim Beam Devil’s Cut im Test

Der Jim Beam Devil’s Cut – Anders, extravagant und in Kürze auf dem deutschen Markt verfügbar. Ein 6 jähriger Bourbon, der mit Zimt-Aromen überzeugen soll und dessen  Herstellungsweise sich an einem bestimmten Punkt von der Whisk(e)y-Masse abhebt. Ob der Jim Beam Devil’s Cut nun wirklich heraussticht oder doch eher zu sehr gehypt wird, davon konnte ich mich kürzlich selbst überzeugen.

Mit vielen hübschen Frauen, viel nackter Haut und böse guckenden Teufelsgesichtern ist der Jim Beam Devil’s Cut in den vergangenen Wochen und Monaten in den U.S.A. promotet worden. Dass man mit dem Devil’s Cut folglich ein bestimmtes Image verkaufen möchte, ist ohne Zweifel. Selbst ein Model-Casting mit dem Männermagazin Maxim hat man sich für die Jim Beam Devil’s Cut Promotion kosten lassen. Mir stellt sich dann jedoch zwangsläufig eine Frage: Warum liefert man bei all den groß inszenierten Promo-Kampagnen Devil’s Cut Samples in Plastikflaschen aus? Abgesehen vom billigen Aussehen weiss man seit Jahrzehnten, dass PET-Flaschen den Geschmack beeinflussen.

Nichtsdestotrotz hat man beim Jim Beam Devil’s Cut aus Sicht der Herstellung eine kleine Rafinesse eingebaut. Nachdem der Whiskey aus den Fässern entleert wurde, extrahiert man zusätzlich die alkoholischen Rückstände, die noch in den Holzritzen und -fasern zurückblieben. Anschließend wird diese zusätzliche, aromatisch markante Flüssigkeit dem eigentlichen Whiskey hinzugefügt. Und da sich dieser nicht als “Anteil der Engel” (“Angel’s share“) aus dem Fass verflüchtigte, sondern von den Jim Beam Jungs wieder zurück in den Whiskey geführt wurde, bekam der Whiskey den theatralischen Beinamen “Devil’s Cut”. Laut Destillerie soll dieser Anteil dem Jim Beam Devil”s Cut ein Hauch von Zimt verleihen.

Degustation des Jim Beam Devil’s Cut

Farblich zeigt sich der Devil’s Cut für einen Bourbon Whiskey recht unauffällig, das heisst man hat zwar eine schöne Bernstein-Farbe, aber vom Anteil, der sich im Holz “festgebissen” hatte, erkennt man hier noch nichts.

In der Nase fiel mir gleich zu Beginn eine markante Frische auf, die Minze-Noten enthielt. Interessant fande ich, dass der Devil’s Cut beim Nosing stark an den Jim Beam Rye erinnert, vor allem im Hinblick auf die erfrischenden Aromen. Allerdings war neben der erwähnten Minze und Noten von frischem Holz nur wenig anderes in der Nase erkennbar. Alles in allem also nicht unbedingt etwas neues oder individuelles. Allerdings kommt dem Jim Beam Devil’s Cut zugute, dass der Alkohol in der Nase nicht unangenehm auffällt.

Im Mund ist dieser Eindruck allerdings auch nicht mehr vorhanden und das Tasting wird begleitet von einem durchgängig starken Brennen. Meiner Meinung nach hätte man bei der Herstellung doch den ein oder anderen Teil Alkohol mehr den Engeln überlassen können.

In Hinblick auf die Aromen im Mund hatte er teils süßlichen Charakter, von markanten und auffallenden Aromen fehlte aber hier jede Spur.

Leider war dies dann auch mein Eindruck beim Abgang: kurz und brennend.

Details:

Art: Kentucky Straight Bourbon Whiskey

Alter: 6 Jahre

Alkohol: 45 %Vol.

Region: Kentucky/U.S.A.

Bottler: Jim Beam Distillery/Beam Global

Fazit: 3/10 Punkten

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6 Responses to Jim Beam Devil’s Cut im Test

  1. tobi 29. Februar 2012 zu 16:28 #

    du hast doch keine ahnung von whiskey !
    der devils cut ist der hammer…

  2. Philip Reim 29. Februar 2012 zu 17:32 #

    Hallo tobi,

    es freut mich zwar, dass du einen Whiskey gefunden hast, der dir schmeckt, aber mit Ahnung oder Nicht-Ahnung hat das nicht viel zu tun.

    Gruß Philip

  3. HerbFromHell 5. März 2012 zu 05:50 #

    Vielen Dank, mir ging es beim probieren genauso. Ein Whiskey zum geniessen ist das eher nicht, kurz und brennender Abgang trifft es genau, hatte eher so das Gefühl irgendwas zusammengepanschtes mit viel Alkohol zu trinken als einen Whiskey.

  4. Arno Nym 19. März 2012 zu 22:34 #

    Ich kann deinen Eindruck voll unterschreiben, das Brennen ist wirklich unangenehm und auch wenn man bei Jim Beam davon spricht, dass dieser Whiskey unglaublich “smooth” sein soll, finde ich den White Label und den Rye im Vergleich wesentlich “smooother” und vor allem deutlich interessanter. Die Süße des White-Label Bourbon mit dem wundervollen Raucharoma und die Vanille sind zwar auch beim Devil’s Cut vorhanden, werden aber von der intensiven Eichennote und dem pfeffrigen Brennen erdrückt. Ein Spritzer Wasser tut dem Devil’s Cut sehr gut, nimmt ihm einiges an Schärfe, ändert aber nichts grundlegend an der suboptimalen Balance.
    Ein Jack Daniel’s Single Barrel geht in eine ähnliche Richtung, wie der Devil’s Cut, wirkt aber wesentlich weicher und komplexer und besser balanciert.

  5. D.O.E. 16. Mai 2012 zu 11:32 #

    Geschmäcker sind verschieden… Deswegen kann man es auch nicht allen mit Rezensionen recht machen.
    Doch nun zum Thema: ich finde den “Devil’s Cut” recht passabel, hat eine leichte Holznote, etwas Vanille & Karamell.
    Das Brennen kann nicht nicht nachvollziehen, aber das liegt vlt. auch daran, das ich eher ein Genießer von, gutem braunen Tequila, Habaneros & Jalapenos bin – also ggf. abgehärtete Geschmacksknospen habe.
    Nachdem ich vor ein paar Monaten eine Flasche Red Stag probiert habe und davon mehr als nur enttäuscht war, bin ich mit dem Devil’s Cut recht zufrieden…

  6. Philip Reim 16. Mai 2012 zu 20:34 #

    Im Vergleich zum Red Stag finde ich den Devil’s Cut auch um einiges besser, aber das ist auch keine große Kunst :)
    Das Brennen ist natürlich ebenso wie der Geschmack subjektiv. Allerdings war mein Eindruck, dass dies beim DC schon sehr auffallend und teils unangenehm war.

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