Seit zwei Monaten ist Aufruhr im Spiced Rum Segment. Im Hinblick auf Nachfrage verteidigt Captain Morgan nach wie vor die Spitze der Kategorie. Mit dem Bacardi Oakheart möchte man aber genau diese Position einnehmen und fährt schweres Marketinggeschütz auf. In einem Direktvergleich wollte ich daher wissen, ob der Oakheart überhaupt die geschmackliche Voraussetzung dazu hat.

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Dass man bei Bacardi weiss, welcher Marketinghebel zu drehen ist, brauche ich an dieser Stelle nicht zu erwähnen. Aber auch Captain Morgan baut stark auf seinem Piraten und Abenteurer-Image auf und lässt nur selten eine Gelegenheit aus, dieses mit viel Tamtam zu präsentieren.
Hervorragend für einen direkten Vergleich eignen sicher daher verschiedene Punkte der beiden Spiced Rums. Sowohl Captain Morgan Original Spiced Gold als auch der Bacardi Oakheart besitzen 35 %Vol. Alkohol und liegen preislich knapp über 10 Euro. Andere Komponenten als das Aroma, die die Kaufentscheidung beeinflussen könnten, fallen somit weg.
Der Vergleich: Bacardi Oakheart vs. Captain Morgan Original Spiced Gold
Bereits in der Flasche fiel der erste Unterschied auf, der anschließend im Glas bestätigt wurde. Der Spiced Rum von Captain Morgan fällt farblich blasser aus als sein Gegenstück von Bacardi. Letzterer hat einen dezent brauneren Ton und erscheint auch im Glas etwas öliger.

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In der Nase sticht der Oakheart zunächst mit deutlicher Tabaknote hervor. Typische Rum-Noten sind zwar vorhanden, allerdings eher im Hintergrund. Gemein ist beiden Spiced Rums ein milder Charakter in der Nase, wobei dies auch schon die einzige geschmackliche Gemeinsamkeit ist. Captain Morgans Spiced Rum ließ meiner Meinung nach, beim Nosing jegliche Rum-Aromen vermissen, wirkte sehr künstlich und erinnerte in der Nase an ausgekühlte Kohle und abgestandene Bouillon. Angenehm ist das nicht!
Im Mund zeigte sich beim Captain Morgan zwar zu Beginn ein interessantes Cola-Aroma, wurde allerdings schnell von den abgestandenen Aromen aus der Nase eingeholt und überlagert. Aufgrund dessen und auffallenden Aromen von Klarlack kann ich mir diesen Spiced Rum zum Purgenuss beim besten Willen nicht vorstellen. Der Bacardi Oakheart kommt hingegen im Mund weniger künstlich daher und durch die öligere Konsistenz schimmert hier schon deutlicher Rum-Aroma durch als beim Captain. Trotz des immer noch vorhandenen künstlichen Charakters kann ich mir den Purgenuss mit dem Oakheart jedoch auch nicht sonderlich gut vorstellen.
Der Abgang hielt bei beiden Test-Rums ähnlich lange. Allerdings konnte auch hier der Bacardi Oakheart wieder punkten, da im Gegensatz zum Captain Morgan Spiced Rum kein bitteres Aroma am Gaumen verblieb.
Fazit
Stünde ich vor der Wahl mir einen der beiden Rums zu zulegen, würde ich zweifelsohne den Bacardi Oakheart aus dem Regal nehmen. Gegen Captain Morgan sprachen für mich die fehlenden Rum-Noten, sowie die künstlichen und abgestandenen Nuancen. In allen Punkten überzeugt, hat aber keiner der beiden Produkte.
Sollten sie im Spiced Rum Bereich auch fernab der beiden Platzhirsche nach interessanten Abfüllungen suchen, so müssen sie nicht mal Auslandsbestellungen durchführen. Beispielsweise Sailor Jerry Spiced Rum zeigt, dass es abseits der Spiced Rum-Hauptstraße auch in Deutschland einige erwähnenswerte Destillate gibt.







[...] Morgen. Es gibt tatsächlich schon Leute die sich damit intensiv auseinandergesetzt haben, siehe Eye for Spirits. Das Ganze macht einen ja ein bisschen neugierig. [...]
[...] durch eine rechte positive Rezension im Eyeforspirits-Blog und durch eine aktuelle Werbeaktion habe ich mir letzte Woche eine Flasche Bacardi Oakheart [...]