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Der Tag danach: Wie entsteht ein Kater?

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Für viele war er in der Pubertät der Beweis für ein lustiges und erfolgreiches Wochenende: der Kater. Und auch wenn die Meisten diese Einstellung hinter sich gelassen haben, so kann er dennoch ständiger Begleiter beim Genuss von Alkohol sein. Vorausgesetzt man übertritt seine Grenze. Aber was ist das für eine Grenze und warum kommt es darauf an was und wieviel ich getrunken habe?

Die für Alkoholintoxikation landläufige Bezeichnung „Kater“ hat nichts mit dem männlichen Tier aus der Familie der Katzen zu tun. Auch wenn man dies sinnbildlich gerne verwendet. Es stammt vielmehr vom Begriff „Katarrh“ ab, der für verschiedene Entzündungskrankheiten steht. Im 19. Jahrhundert wandte man diesen Begriff dann erstmals spöttisch auf die Symptome von übermäßigem Alkoholkonsum an.

Ein Kater ist sicherlich einer der bekanntesten Begleiterscheinungen von übermäßigem Alkoholkonsum. Dabei spielt es aber eine entscheidende Rolle, was man trinkt, denn nicht jedes alkoholische Getränk fördert den Kater am nächsten Morgen auf gleiche Weise. Geht man allerdings mit der Einstellung an Alkoholika, dass dies Genussprodukte sind, dürfte sich das Thema Kater oder andere Nebenwirkungen von Alkohol sowieso erübrigen.

Die Symptome, die einem bei übermäßigem Alkoholkonsum am nächsten Morgen unschön aus dem Schlaf holen, kennen die Meisten sicherlich aus eigener Erfahrung. Um aber die Ursachen besser verstehen zu können, liste ich sie im folgenden nochmals auf. (Bild: aerodesign.pl)

Symptome eines Katers können sein:

  • Austrocknung
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Kopfschmerz
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Konzentrationsschwäche
  • Erhöhte Licht- und Lärmempfindlichkeit

Je nach Person und Alkoholgehalt variieren die Symptome natürlich. Auch habe ich darauf verzichtet jegliche Beschwerden, die bei einem Kater auftreten können, mit in die Liste zu nehmen, da es sonst den Rahmen dieses Artikels womöglich gesprengt hätte.

Die Ursachen

Oft hört man: „Alkohol dehydriert“. Dies ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Nimmt man Alkohol zu sich, blockiert dieser die Ausschüttung des Hormons Vasopressin. Allerdings benötigt der menschliche Körper dieses um der Niere mitzuteilen, Wasser nochmals zurückzugewinnen bevor der Urin ausgeschieden wird. Wird Vasopressin nun von Alkohol unterdrückt, gibt die Niere fröhlich einen Milliliter nach dem anderen direkt in die Blase ohne dabei sparsam mit Wasser umzugehen. Nicht nur ist der häufige Gang zur Toilette eine Folge, auch Kopfschmerzen aufgrund von Flüssigkeitsmangel im Gehirn und ein trockener Mund werden so verursacht.

Geht man nun von der Niere etwas weiter, kommt man zur Leber. Unzählige Witze musste diese schon wegen Alkohol über sich ergehen lassen, da sie das Hauptorgan zum Abbau von Alkohol ist. Trinkalkohol, d.h. Ethanol wird in den Leberzellen mittels des Enzyms Alkoholdehydrogenase zu Acetaldehyd verarbeitet. Eine Substanz, die zwischen 10 und 30 mal so toxisch ist wie Ethanol selbst. Dieser Abbauprozess ist enorm energiehungrig und benötigt daher eine ganze Menge Zucker (Glucose). Das Problem ist nun allerdings, dass das Gehirn diesen Energiespender ebenfalls in Massen benötigt. Die Folge ist klar: das Gehirn ist unterzuckert. Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und Müdigkeit sind die Folgen.

Jegliche Abbauprozesse benötigen Energie. Je mehr Inhaltsstoffe das Getränk hat, desto mehr muss der Körper schufften, um diese abzubauen. Es gibt daher Studien, die besagen, dass aromenschwere Alkoholika wie Rotwein oder fassgelagerte Spirituosen wie Whisky, Rum etc. bei deutlich mehr Personen einen Kater auslösen, als die gleiche Menge „leichterer“ Drinks wie Vodka. Zwar sind diese Studien in gewisser Hinsicht nachvollziehbar, allerdings trotzdem noch nicht zweifelsfrei belegt. Da immer mehr vergleichbare Studien in den vergangenen Jahren ähnliche Ergebnisse lieferten, dürfte diese Theorie aber mit hoher Wahrscheinlichkeit korrekt sein.

Fakt ist allerdings, dass unsauber produzierte Spirituosen weitaus schneller Katersymptome auslösen als hochwertige Produkte. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ein solcher Kater oft das geringste Problem für jene Personen ist. Erst kürzlich berichtete Sueddeutsche.de von der Verurteilung türkischer Alkohol-Panscher, deren Getränke einigen Schülern 2009 das Leben kostete. Ein Hauptgrund für die Schädlichkeit dieser Getränke war der Alkohol Methanol, dessen Toxizität ebenfalls deutlich über dem des Trinkalkohols Ethanol liegt.

Wie vermeide ich einen Kater?

Vorab gesund essen. Bedenkt man die Vielzahl an Reserven, die der Körper benötigt um mit den Giften fertig zu werden, ist es nur logisch ihm vorab auch ausreichend zur Verfügung zu stellen. Ein gewisser Fettgehalt ist dabei sicherlich von Vorteil. Es stimmt nicht, dass der Alkohol dadurch nicht in die Blutbahn gelangt. Er tut es nur sehr viel langsamer.

Man sollte auch während des Genusses von Alkohol zwischenzeitlich immer wieder viel nicht-alkoholische Flüssigkeit zu sich nehmen. Achten Sie hierbei aber auf kohlensäure-freie Getränke, da die Säure die Aufnahme von Alkohol ins Blut beschleunigt.

Schlussendlich sollte man sich allerdings überlegen für was Spirituosen gemacht wurden: zum Genuss. Und allein aus diesem Grund sollten die erwähnten Symptome nicht auftreten.

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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