Whisky ist weltweit eine der gefragtesten Spirituosen überhaupt. Vielerorts ist das Getreidedestillat sogar mit Abstand Nummer 1 unter den Hochprozentern. Interessant ist, dass bei aller Ikonisierung von Single Malts, diese um Längen von den oft belächelten Blended Whiskys in Bezug auf Verkaufszahlen übertroffen werden. Und auch bei Whisky-Marken gilt: Wer Markführer ist, hinter dem steht ein großer Konzern.
Beim Betrachten der Liste der erfolgreichsten Scotch Whisky-Marken fielen mir 3 Dinge besonders auf. Zum einen die bereits erwähnte Tatsache, dass die obersten Plätze ausschließlich mit Blended Scotch Whiskys besetzt sind. Erst auf Platz 7 und 8 schaffen es Glenfiddich und The Glenlivet sich mit ihren Single Malts zu platzieren. Position 1 bis 6 sind durch Blends belegt und dies teilweise mit enormen Vorsprung, wobei allein die ersten drei Marken zusammen fast einen Markanteil von 50 % haben. Die klassische Pyramidenform: Wenige an der Spitze und die große Masse weit unten. (Bild: George M. Groutas)
Punkt 2, der aus der Liste hervorgeht, ist das wirtschaftliche Rückgrat. Wie bei den meisten anderen Spirituosen, so steht auch beim Whisky hinter jeder weltweit erfolgreichen Marke der entsprechende Konzern. Natürlich ist Erfolg eine Frage der Definition, aber für die Superlative, das heisst die meisten Absätze weltweit, bedarf es den nötigen finanziellen Hintergrund.
Der letzte Punkt, der mir in der Rangliste auffiel, dreht sich um den Verkaufspreis. Jede der folgenden Marken bietet ihren günstigsten Whisky für weniger als 20,- Euro (Ausnahme: Chivas Regal) in einer Vielzahl an Discountern und Supermärkten an. Die Zielgruppe ist dadurch klar definiert und Connaisseure gehören nicht dazu.
Platz 1: Johnnie Walker
Mit der Dachmarke Diageo im Rücken ist der Whisky von Johnnie Walker das erfolgreichste Getreidedestillat der Welt. Hauptabsatzmarkt ist mittlerweile Asien, wobei allein 50 % der Jahresproduktion auf den chinesischen Markt fallen. Mit einer wachsenden Mittelschicht in China dürfte dieser Wert aber noch steigerungsfähig sein.
Verkaufsflaggschiff von Johnnie Walker ist zweifelsohne der Red Label, den es auch hierzulande in nahezu jedem Discounter gibt. Insgesamt wird der Red Label in über 200 Ländern angeboten, wodurch der Erfolg der Marke gar nicht mehr so unwirklich erscheint.
Platz 2: Chivas Regal
Seit 2001 lenkt der französische Konzern Pernod Ricard die Geschicke des Blended Whisky-Herstellers Chivas Regal. Es ist die einzige Marke in der Liste, deren günstigster Whisky für knapp über 20,- € angeboten wird und auch der Einzige, der ein Reifungsalter auf der Flasche angibt. (Bild: rob_rob2001)
Platz 3: Grant’s
Grant’s ist der Blended Whisky der Marke William Grant & Sons. 1887 von William Grant gegründet, besitzt das Unternehmen heute die Rechte an verschiedenen Destillaten sowohl der Whisky/Whiskey-Kategorie als auch anderen Spirituosen. The Balvenie, Glenfiddich, Sailor Jerry Spiced Rum, Tullamore Dew und Hendrick’s Gin bilden dabei das Portfolio. Auf Platz 3 der meistverkauften Whisky-Produzenten der Welt zu sein, bedeutet aktuell einen Marktanteil von 10,4 % zu besitzen. (Im Vergleich: Diageo besitzt 34,4 %) Nun kann man sich vorstellen wie eng der Marktanteil der vielen restlichen Brennereien ist.
Platz 4: Ballantine’s
Diesen Blended Scotch Whisky kennen Sie sicherlich spätenstens dann, wenn Sie an einer Kassenschlange eines großen Supermarkts stehen und die Spirituosen an der Kasse betrachten. Auch wenn nur eine mickrige Zahl an Spirituosen angeboten wird, Ballantine’s ist meistens dabei. Seit dem Jahr 2005 zählt Ballantine’s Blended Whisky, ebenso wie Chivas Regal, zum Portfolio von Pernod Ricard. (Bild: Fernando Mclen)







Was ist denn die Nummer 5? J&B? 6 und 7 haben Sie ja schon oben bennant.
Ja, auf Platz 5 ist J&B. Anschließend folgt Dewar’s. Ich habe nochmals nachgelesen: Glenfiddich und The Glenlivet fallen somit auf Platz 7 und 8. (War ein Typo im Artikel)
Da muss ich mal anmerken, dass Ballantines wirklich eine der schlimmsten Spirituosen ist, die ich kenne!
@Philipp Windgassen
Ob ein Ballantines im Hals kratzt oder wie er überhaupt schmeckt kann ich garnicht sagen..ich nehme diesen Whisky immer zum reinigen meiner Fenster
@ Philipp Windgassen und Holger Wendt
Ob das verfeinern mit Cola etwas helfen würde? Ich stelle es mir gerade vor: mit ner Pipette tröpfchenweise Cola dazugeben, bis sich neu Aromen erschließen *gg*
Naja, “neue Aromen erschließen” ist vielleicht etwas zu optimistisch