Citadelle Gin im Test

Um den französischen Citadelle Gin an den Mann zu bringen, nutzen Hersteller und Vertrieb diverse Marketinginstrumente: Herkunft aus Cognac, Namensgebung aus Dunkerque, extravagante Destilliermethoden und Botanicals aus der gesamten Welt. Aber bei allem Marketinggetöse geht beim Citadelle Gin meiner Meinung eines völlig unter: die Qualität.

Gabriel & Andreu aus Cognac produzieren seit 1998 Citadelle Gin im Auftrag von Cognac Ferrand. Die Markenbezeichnung Citadelle stammt jedoch von einer Destillerie aus Dunkerque (deutsch: Dünkirchen) im Norden Frankreichs aus dem 18. Jahrhundert.

Um der Extravaganz seiner Herkunft aber noch das i-Tüpfelchen aufzusetzen, verpackt man die verwendeten Destilliermethoden in ein schickes Marketinggewand.

Die Weizenmaische wird dabei dreifach in Column Stills gebrannt, anschließend die Botanicals zugegeben um zum Schluss mittels kleiner, 200-Liter-fassender Kupferbrennblase über offenem Feuer den Gin zu destillieren.

Mazeriert werden insgesamt 19 Botanicals, die sich durchaus interessant lesen: Wacholder, Mandel, Schwertliliewurzel, Fenchel, Anis, Paradieskörner, Orangenschale, Kardamom, Veilchenwurzel, Zitronenschale, Koriander, Kubeben-Pfeffer, Kassia-Rinde, Lakritze, Bohnenkraut, Muskat, Engelwurz, Kümmel und Zimt.

Insgesamt finde ich sowohl die Botanicals als auch die Herstellungsbeschreibungen interessant. Wobei es noch besser wäre, wären diese in Mund und Nase nachvollziehbar. (Bild: worldofrum.at)

Degustation des Citadelle Gin

Zwar erkennt man in der Nase Wacholder, diesen jedoch nur sehr dezent. Auch treten meiner Meinung nach auch kaum andere Aromen beim Nosing auf, so dass ich den Citadelle Gin in der Nase lediglich als aromenschwach bezeichnen kann. Betrachtet man die Vielzahl der teils sehr aromatischer Zutaten, hätte ich zumindest etwas mehr Komplexität an dieser Stelle erwartet.

Auch im Mund zieht der Citadelle seine Linie konsequent fort und bietet kaum interessante Noten. Lediglich Alkoholnoten dominieren. Diese allerdings nicht unangenehm brennend, aber dennoch prägnant.

Verlässt der Citadelle schließlich den Mund, bleibt am Gaumen für kurze Zeit ein leicht bitterer Nachklang.

Details:

Art: Distilled Gin

Alter: —

Alkohol: 44 %Vol.

Region: Cognac/Frankreich

Bottler: Gabriel & Andreu/Cognac Ferrand

Fazit: 4/10 Punkten

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2 Responses to Citadelle Gin im Test

  1. Andy 30. Dezember 2011 zu 18:26 #

    Wäre interessant, wie die Aged Version abschneidet im Vergleich..

  2. Philip Reim 31. Dezember 2011 zu 13:22 #

    Würde mich auch interessieren. Habe im Moment leider keine zur Hand, aber in absehbarer Zeit sollte ein Artikel zum Citadelle Reserve Gin erscheinen.

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