Gin Botanicals Teil 8: Liebstöckel und Kalmus » Botanicals, Gin & Genever, Kalmus, Liebstöckel » Eye For Spirits

Werbung

Gin Botanicals Teil 8: Liebstöckel und Kalmus

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someone

Es gibt rund 160 Ingredienzen, die zur Aromatisierung von Gin verwendet werden. Manche davon häufiger, manche weniger häufig. Die beiden Zutaten, die ich Ihnen heute vorstellen möchte, Liebstöckel und Kalmus, zählen zu den Selteneren. Allerdings ist dies vor allem beim Liebstöckel recht verwunderlich, da nahezu jeder Bestandteil dieser Pflanze das aromatische Zeug zum Botanical hätte.

In früheren Artikeln der Gin Botanicals-Serie beschrieb ich bereits diverse pflanzliche Aromenspender. Einige davon benutzt nahezu jeder Brennmeister, allerdings ist die Zahl dieser „Mainstream“-Botanicals recht begrenzt. Weitaus größer ist hingegen die Zahl der Pflanzen und Kräuter, die nur in vereinzelten Distilled Gins oder London Dry Gins vorkommen. Liebstöckel und Kalmus sind 2 dieser Pflanzen, die nur relativ selten das Glück haben in den Mazerationstopf geworfen zu werden.

Liebstöckel – Menstruationshilfe mit Maggi-Geschmack

Das für die Gin-Herstellung interessante an dieser krautigen Pflanze ist die Tatsache, dass die gesamte Pflanze einen aromatischen Geruch versprüht. Hierfür sorgt eine Vielzahl an chemischen Verbindungen wie Angelikasäure, Apfelsäure, Gerbstoffe, Fette, Harze, Invertzucker oder Kampfer.

Im Gegensatz zu anderen Pflanzen, bei denen nur ein bestimmter Teil wie Frucht, Rhizom oder Blätter, für die Gin-Produktion relevant ist, bietet Liebstöckel dem Brennmeister gleich die komplette Bandbreite. Sowohl die Früchte, das Rhizom, die Samen und die Blätter können zur Aromatisierung verwendet werden. Je nachdem welche Geschmacksrichtung gewünscht wird. Charakteristisch für diese Pflanze ist allerdings der bekannte Maggi-Geschmack, wodurch Liebstöckel oftmals auch als Maggi-Kraut bezeichnet werden.

Wie so viele andere aromatische Pflanzen hat auch Liebstöckel viel medizinische Wirkung zu bieten. So wirkt es zum einen entkrampfend bei Darmbeschwerden oder aber lindert Schmerzen bei der Menstruation. Aufgrund seiner vielseitigen pharmakologischen Bedeutung wird Frauen während der Schwangerschaft geraten, vom Verzehr von Liebstöckel abzusehen. Sollte es jedoch als Botanical im Gin während der Schwangerschaft konsumiert werden, denke ich, dass das Liebstöckel das geringste Problem ist. (Bildquelle: psd)

 Kalmus – Der bittere Verdauungsförderer

Seine Zweitbezeichnung „deutscher Ingwer“ kommt nicht von irgendwo. Wie beim bekannten Ingwer ist auch beim Kalmus zur Aromatisierung hauptsächlich das Rhizom bedeutend. Aus diesem wird das so genannte Kalmusöl gewonnen, das sowohl zu medizinischen Zwecken als auch für die Parfüm- und Genussmittelherstellung verwendet wird.

Verschiedene chemische Substanzen sorgen dafür, dass Kalmus seit jeher zur Tee- und Gewürzzubereitung verwendet wird. Sein charakteristischer Geschmack verhalf Kalmus sogar in die Rezeptur von Coca-Cola.

Jedoch sind wie bei vielen aromatischen Heilkräuter bei übermäßigem oder „falschem“ Konsum entsprechende Nebenwirkungen zu erkennen. Das Kauen der Kalmus-Wurzel wirkt beispielsweise stimmungsaufhellend und in höherer Konzentration führt es sogar zu Halluzinationen.

Nur gut, dass man im Gin nicht viel davon merkt. (Bildquelle: Rusty Clark)

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Dann erhalte alle zukünftigen Artikel von Eye for Spirits. Kostenfrei. Bequem in dein Postfach.

, , ,

Noch keine Kommentare.

Schreibe einen Kommentar