Malibu Rum im Test

Unter der Führung von Pernod Ricard zählte Malibu Rum 2011 zu den absatzstärksten Likören weltweit, direkt hinter Baileys und Kahlúa. Ursprünglich ein aromatisierter Obstbrand aus der Karibik wird Malibu Rum heute von Hiram Walker and Sons Distillery in Kanada produziert. Wie der Flaschenaufruck andeutet, wird dabei weißer Karibik-Rum mit Kokosaromen aromatisiert. Genau das liefert er inhaltlich auch ab. Nicht mehr und nicht weniger.

Bildquelle: worldwidespirits.de

Ursprünglich ein aromatisierter Likör auf Basis von Obstdestillaten der Insel Curaçao fiel laut Herstelleraussage der offizielle Startschuss des heute bekannten Rum-Likörs mit dem Umzug nach Barbados im Jahr 1893. Was danach folgte, war ein Wirrwarr an Fusionen und Unternehmensübernahmen.

Wirft man einen Blick in die heutige Zeit, so ist Malibu Rum alles andere als ein regionales Fabrikat. Der Rum für die Malibu-Basis stammt aus Barbados, produziert wird das fertige Produkt jedoch in Kanada und die Unternehmensführung der Dachmarke sitzt in Frankreich. Ein gänzlich globalisiertes Produkt.

Degustation des Malibu Rum

Obwohl er ein Likör mit 21 %Vol. ist, fande ich beim Betrachten des Malibu Rum die geringe Zähflüssigkeit recht interessant. Im Gegensatz zu manch anderem Likör, der sich schwerfällig im Glas hin und her bewegt, ist Malibu Rum agiler als so manche Spirituose.

Die klare, farblose Flüssigkeit versprüht bereits in der Nase intensive Kokosaromen, wobei es auch etwas seltsam wäre, wenn er dies nicht würde tun. Positiv ist außerdem die Milde des Malibu Rum beim Nosing zu erwähnen, da er zwar das Aroma von reinem Alkohol gelegentlich zeigte, nie aber beißende Noten. Interessant fande ich persönlich noch die markanten Vanille-Aromen, die nach einer gewissen Zeit in der Nase erkennbar waren. Zwar erst nach wenigen Sekunden, dann aber fast so dominant wie das Kokosaroma.

Wie bereits in der Nase war der Malibu Rum auch im Mund sehr mild und nicht übertrieben süß. Zwar waren auch hier wieder deutlich Kokos- und Vanillearomen präsent, allerdings empfande ich ihn aus geschmacklicher Sicht recht monoton und sehr künstlich. Zu diesem Eindruck trug auch der relativ kurze Abgang bei.

Details:

Art: Likör

Alter: —

Alkohol: 21 %Vol.

Region: Barbados, Kanada

Bottler: Hiram Walker & Sons/Pernod Ricard

Fazit: 5/10 Punkten

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4 Responses to Malibu Rum im Test

  1. Martin | Cocktail Mania 18. Februar 2012 zu 14:26 #

    Hi Phillip,
    der Titel des Posts hatte mich erst etwas verwirrt … Malibu stellt nun Rum her?!

    Finde den Artikel interessant. Schade, dass so viele Traditionsmarken an die Großkonzerne fallen. Kleine Destillen auf irgendwelchen Inseln wären mir da wirklich lieber.

    Gruß Martin

  2. Philip Reim 18. Februar 2012 zu 15:22 #

    Hallo Martin,

    ich habe “Malibu Rum” in den Titel genommen, da es häufig auch so genannt wird. Aber du hast recht, nur “Malibu” wäre die korrekte Bezeichnung.

    Der Punkt mit den kleinen Destillen stimmt. Allerdings muss man es auch so sehen, dass eine gewisse Vielfalt an Spirituosen uns Europäer kaum erreichen würde, wenn sie nicht von Großkonzernen übernommen werden.
    Wenn dann allerdings die Qualität zugunsten der Quantität sinkt, ist dies natürlich schlecht.

  3. Lars J 19. Februar 2012 zu 18:53 #

    Hallo Phillip,

    der Überschrift zufolge, malte ich mir schon eine von Seeleuten mit gegerbter Haut betriebene
    Rum Brennerei im beschaulichen Südkalifornien aus:-)

    Neben dem verwirrenden Titel muß ich Martin jedoch weiter beipflichten. Mir fällt auf, daß hier in letzter Zeit oft die Großen der Größten gefeatured wurden. Das Argument, “Vielfalt durch Großkonzerne” kann ich in dem Zusammenhang auch auf keine Weise nachvollziehen. Im Gegenteil: Sind es doch genau die Riesen (Pernot, Diageo, Brown, Campari, Bacardi, Beam&Co), die über kurz oder lang die Kleineren durch ihre Marktmacht zum Einknicken bringen werden, um damit zur Verödung der Vielfalt und der regionalen Besonderheiten beizutragen.

    Letztendlich werden von den geschluckten Destillerien, die unprofitableren geschlossen, und das Sortiment wird sich weltweit immer mehr angleichen, bis es irgendwann nur noch Smirnoff, Absolut, Johnny Walker, Ballantines, Captain Morgan, Bacardi, Jack Daniels, Jim Beam, Gordon`s, Bombay/Sapphire usw, gibt. Daneben stehen dann vielleicht noch aromatisierte Varianten oder die jew. hochwertiger vermarktete Etikett-Variante.

    Gruß Lars

  4. Philip Reim 19. Februar 2012 zu 19:22 #

    @ Lars

    Dass in letzter Zeit die meisten Artikel von größeren Marken handelten, ist richtig. Das hat jedoch keinen speziellen Grund. Und da mir das so offensichtlich gar nicht aufgefallen ist, bin ich dir für deine Kritik natürlich dankbar. Ich versuche in kommenden Artikeln vermehrt auf die kleinen und unbekannten Hersteller einzugehen.

    Ich stehe zwar nach wie vor zu dem Punkt, dass manches Destillat ohne Großkonzern bei uns gar nicht verfügbar wäre, aber dass dadurch sehr oft die Qualität leidet und kleine, hochwertige Brennereien aufgrund fehlender Position in der jeweiligen Marktstrategie geschlossen werden, ist die andere Seite der Medaille. Was jetzt besser oder schlecht ist, ist Geschmackssache. Aber sicherlich negativ ist die geschmackliche Angleichung der einzelnen Spirituosen, wenn sie von Großkonzernen übernommen werden. Die Individualität geht verloren, ohne Frage.

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