Grenzenlose Kreativität gibt es auch bei Spirituosen. Dabei meine ich an dieser Stelle weniger die der Master Distiller und Master Blender, sondern vielmehr jene der Marketingabteilung. Während manche Whiskys, Cognacs und Vodkas edle Flaschendesigns und Verpackungen erhalten, die so manchen Geldbeutel sprengen, gibt es auch den umgekehrten Weg des Designs: Tetra-Paks, Dosen & Co.

Bildquelle: Tetra Pak
Die Welt der skurrilen Ideen im Bereich der Spirituosen beschränkt sich bei weitem nicht nur auf die Verpackung. Auch beim Inhalt macht so mancher Hersteller eine 180-Grad-Drehung und produziert etwas, was Spirituosen so gar nicht sind: alkoholfrei.
In diversen sozialen Netzwerken machen gelegentlich 3 Bilder bekannter Spirituosen und Liköre, die sogenannten ecohols, die Runde, die Jägermeister, Jack Daniel’s und Absolut Vodka in Tetra Paks zeigen. Diese Bilder sind allerdings Fake. Jene Tetra Paks wurden von den Produzenten nie hergestellt.
Während sich die 3 genannten Hersteller jedoch der Schmach mit Plastikpackungen verwehren, gibt es jedoch Spirituosen-Produzenten für die Tetra Paks die Verpackung der Wahl ist.
Platz 1: Nikka Black Tetra Packs
Der japanische Whisky-Hersteller Nikka ist eigentlich bekannt für sehr nennenswerte Single Malts. Aus diesem Grund dachte ich auch es sei ein Witz, als ich das erste Mal von Nikkas Black-Abfüllung erfuhr. Während es diesen Whisky auch wie üblich in Flaschenform gibt, hat der Hersteller sich ebenso entschieden diesen Whisky sowohl in 2,7 Liter Plastikflaschen anzubieten als auch in Tetra Paks.
Zumindest von letztgenanntem werden wir sicher in Deutschland verschont bleiben, da es nur 37 %Vol. hat und somit nach europäischen Gesetz nicht als Whisky deklariert werden darf.
Platz 2: Bagpiper Whisky
Whisky gehört zu Schottland genauso wie Dudelsack-Spieler. Zwei schottische Klischees, die es scheinbar auch in Indien gibt.
Aus diesem Grund gibt es in so manchem indischen Supermarkt Bagpiper Whisky – Indian Malt Whisky im praktischen 1,8 Liter Tetra Pak. Preislich bewegt sich dieses Whisky-Schwergewicht im Bereich von 10,- Euro.
Auch wenn man diesen Whisky als weiteren Punkt betrachtet, den die Welt nicht braucht, sollte man dennoch Indiens schwierige Spirituosen-Lage nicht vergessen. Zollabgaben von über 100 % auf ausländische Spirituosen fordern Alternativen im eigenen Land.
Platz 3: PocketShot
Flask on the fly. Mit diesem Slogan wirbt das Unternehmen PocketShot aus San José, Kalifornien für seine Destillate im Plastikbeutelchen.
Sie sollen elastisch und relativ reißfest sein, womit sie bequem in jeder Hosentasche transportiert werden können. Mich persönlich erinnern die PocketShots-Behälter jedoch vielmehr an Infusionsbehälter in Krankenhäuser.
Genauso flach wie die PocketShots selbst sind auch die Werbevideos auf der offiziellen Website. Diese sind meiner Meinung nach so billig und oberflächlich, dass man sich jedes Mal wieder amüsiert.
PocketShots gibt es sowohl als Vodka, Rum, Spiced Rum, Tequila, Whiskey, Gin und Brandy. Also alles was das Connaisseur-Herz begehrt.

Bildquelle: drinksreport.com
Platz 4: Dosen-Whisky
Vor genau einem Jahr brachte die US-Firma Scottish Spirits aus Florida den ersten bekannten Whisky in der Dose auf den Markt.
Man erschuf sogar ein eigenes Emblem, betitelte das Destillat mit “Scottish”, konnte aber den Begriff “Whisky” kaum besser verfehlen.
Auch wenn der Inhalt jener Produkte meist nichts mit Qualität zu tun hat, ist es doch immer irgendwie spannend zu sehen, was sich so manche Firma als nächstes ausdenkt.


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