Sünner Dry Gin No. 260 im Test

Die deutsche Gin-Szene wächst und wächst. Dabei erhöht sich nicht nur die Zahl der Fans des Destillats, sondern auch kontinuierlich die Anzahl verfügbarer Abfüllungen. Eines der aktuellsten Neuzugänge wird der Sünner Dry Gin No. 260 der Sünner Brauerei und Brennerei aus Köln-Kalk sein. Dreifach-destilliert und ohne große Angaben zu den Zutaten.

Als ich vor wenigen Wochen im Artikel “Der kleine Kreis deutscher Gin-Destillerien” die bekanntesten aktiven deutschen Hersteller des Wacholderdestillats vorstellte, wurde ich auf einen weiteren Gin aus Deutschland aufmerksam gemacht.

Die historische Sünner Brauerei und Brennerei aus Köln-Kalk nahm mit dem No. 260 vor einiger Zeit ihren ersten Dry Gin ins Sortiment. Ich vermute, dass die Zahl 260 in diesem Zusammenhang auf die entsprechende Hausnummer anspielt. Allerdings ist dies, wie bei vielen Punkten des Sünner No. 260, nur eine Vermutung. Beispielsweise ist die dreifache Destillation der einzige Herstellungsschritt den der Hersteller angibt. Eine Auflistung der Botanicals gibt es nicht.

Ich fande es zudem generell schwer an Informationen zum Sünner No. 260 Dry Gin zu kommen, da er selbst auf der offiziellen Website noch nicht im Portfolio gelistet wird.

Degustation des Sünner Dry Gin No. 260

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Sünner Dry Gin No. 260 im Vergleich zu anderen deutschen Gins einen anderen geschmacklichen Weg einschlägt. Er zeigt sich weniger von einer modernen und frischen Seite, sondern vielmehr in Bezug auf Aromen konservativ, dass eher teils stark einem Genever ähnelt. Definitiv ein Unikat, das Beachtung verdient.

In der Nase zeigte dieser Gin sich sehr herb und dominantem Wacholder.  Zitrusaromen konnte ich dezent im Hintergrund erkennen.

Der Eindruck, den der Sünner Dry Gin No. 260 im Mund hinterließ war für mich persönlich der ganz große Pluspunkt. Zwar zeigte er nicht aufallend viele Aromen, sondern überzeugte vielmehr durch Milde und Cremigkeit, beides zusammen erzeugte einen sehr angenehmen mundfüllenden Eindruck.

Im anschließenden Nachklang zeigte sich der No. 260 dann nochmal etwas aromatischer und hinterließ Zitronen- und Schokoladenaroma für kurze Zeit am Gaumen.

Details:

Art: Dry Gin

Alter: k.A.

Alkohol: 43 %Vol.

Preis: k.A.

Region: Nordrhein-Westfalen/Deutschland

Bottler: Gebr. Sünner

Fazit: 7/10 Punkten

Nachtrag der Sünner Brauerei und Brennerei: Der dritte Brenngang wird mit frischen Wacholderbeeren durchgeführt. Beim Mazerieren der Wacholderbeeren geben wir Lavendel, Zitronenschalen und Bitterorangenschalen zu, um eine ganz feine Zitronennote zu erlangen.

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2 Responses to Sünner Dry Gin No. 260 im Test

  1. Ferdinand Mathip 7. Mai 2012 zu 19:01 #

    zufällig hab ich den Gin auf der ART COLOGNE getrunken und ich fand ihn klasse! die Flasche ist reduziert gehalten mit weißer haptischer Aufschrift, also kein Etikett, sondern gedruckt; und an der Seite ist eine Art Zertifikat aufgebraucht (zeigte mir der Barkeeper); gibts wohl tatsächlich erst seit 3 Wochen; also so wie Du schreibst, nicht so aufdringlich modisch frisch modern überparfümiert und aufgepimpt, sondern wohl nach alten traditionellen Rezepten – wie cool ist das denn – ein Gin aus Köln – und ich hab gelesen, daß die tatsächlich schon seit 1830 brennen und die älteste Kölsch Brauerei der Welt sind; daß es noch nicht so viele Infos darüber gibt macht die Sache für mich fast noch spannender; muß ich haben – weiß jemand, wo man ihn bekommt?

  2. Philip Reim 7. Mai 2012 zu 20:15 #

    Hallo Ferdinand,

    momentan gibt es den Sünner No. 260 noch in keinem mir bekannten Shop. Der Marketing-Leiter von Sünner schrieb mir, dass man die Website gerade überarbeitet und sich dies wahrscheinlich noch bis in den Sommer hinein ziehen wird. Eventuell kann man ihn dann dort bestellen.
    Sobald ich mehr weiss, poste ich es.

    Gruß Philip

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