Campari im Test

Mit Campari verhält es sich ähnlich wie mit Bier. Probiert man es zum allerersten Mal pur, verzieht es einem das Gesicht aufgrund des bitteren Aromas. Lernt man allerdings es zu trinken, wird es für viele das Highlight der Woche. Während es aber bei Bier bereits im Teenager-Alter nur wenig Überwindung kostet Bier zu mögen, winken im Gegenzug bei Campari sehr viele ab, wenn es um Purgenuss geht.

Zugegeben, Campari lebt von seinem bitteren Aroma. Nicht umsonst wird der italienische Likör der Kategorie der Bitter zugeordnet. Neben dieser charakteristischen Eigenschaft fällt Campari jedoch zusätzlich durch seine intensiv rote Farbe auf. Dies ist ein solch perfektes Rot, dass es für mich persönlich schon recht künstlich aussieht.

Während man heute jedoch bei Campari auf synthetische Farbstoffe zurückgreift, stammt die als Karmin-Rot bezeichnete Farbe ursprünglich aus der Verarbeitung der Cochenilleschildlaus. Und wenn dieser Teil der Campari-Geschichte zusätzlich zum bitteren Aroma noch mehr Personen einen verwirrten Gesichtsausdruck entlockt, zählt der italienische Bitter dennoch zu den 4 erfolgreichsten Likör-Marken der Welt.

Im Gegensatz zum anfangs erwähnten Bier läuft der Konsum des Camparis meist über Mixgetränke, wobei dies vom simplen Campari Soda, über Campari-O bis hin zu den Klassikern Negroni und Americano reicht.

Degustation des Campari

Wie bereits beschrieben, fällt der Campari durch seine intensiv rote Farbe sofort ins Auge. Trotz seiner relativ hohen Viskosität hinterlässt er jedoch nach dem Schwenken kaum “Tränen” am Glasrand.

In der Nase weiß dieser Bitter durch Milde und seinem bitteren Aroma zu gefallen. Begleitet wird dies durch dezente Kräuter. Riecht man allerdings etwas genauer, erkennt man im Hintergrund leicht spritige Alkoholnoten.

Im Mund ist der erste auffallende Eindruck des Camparis seine Viskosität. Er legt sich relativ schwer auf die Zunge und verbreitet ein recht mundfüllendes Gefühl. Auffallend ist seine angenehme Süße, die von einer leichten (!) Bitternote begleitet wird. Allerdings fiel es mir schwer dem Campari gezielt Aromen zuzordnen, wodurch es ihm meiner Meinung nach stark an Komplexität bzw. Aromenvielfalt mangelt.

Neben einem Hauch Vanille verbleibt dieser Likör recht lange am Gaumen. Zwar hat man auch hier wieder bittere Noten, allerdings nicht so intensiv wie man sie aus dem Nosing erwarten würde.

Details:

Art: Likör

Alter: —

Alkohol: 25 %Vol.

Preis: ~ 11,- €

Region: Mailand/Italien

Bottler: Davide Campari Milano

Fazit: 6/10 Punkten

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