Es scheint nichts zu geben, dass in der Brennerei Vallendar aus Rheinland-Pfalz nicht zu einem Destillat verarbeitet werden könnte. Das Portfolio der Destillerie erstreckt sich dabei von Exoten wie Spargelgeist, Teegeist oder Bockbierbrand zu bekannten Destillaten wie dem hier verkosteten Schwarze Johannisbeerbrand. Dieser weiß jedoch nicht nur durch Aroma sondern auch durch seinen Preis auf sich aufmerksam zu machen.
Es scheint als wäre die schwarze Johannisbeere eine recht genügsame Pflanze. Wie sonst wäre ihre riesige Ausbreitungsfläche von Westeuropa bis in den Himalaya zu erklären. Vallendar hält es hier allerdings mit Nähe und bezieht die Früchte für seinen Schwarze Johannisbeerbrand aus der Steiermark.
Im Gegensatz zu manch anderer Zutat aus Vallendars Portfolio, die für die Spirituosen-Herstellung recht unkonventionell ist, dürfte ein Brand aus schwarzer Johannisbeere den meisten Connaisseuren hierzulande ein Begriff sein. Und wenn schon nicht als Edel-Destillat, dann doch zumindest als Aufgesetzter aus mancher privaten Küche.
Dass es sich bei Vallendars Schwarze Johannisbeerbrand allerdings um weit mehr als einen hausmännisch zusammengeschütteten Geist handelt, zeigen sowohl die Aromen als auch der stolze Preis von ca. 80,- € für 0,5 Liter.
Degustation des Vallendar Schwarze Johannisbeerbrand
Zwar handelt es sich beim Vallendar Schwarze Johannisbeerbrand um ein ungelagertes Destillat, allerdings hatte ich den Eindruck, dass er einen leichten Gelbschimmer hatte.
Der für mich positivste Teil dieser Degustation war das Nosing. Der Johannisbeerbrand zeigte dabei nicht nur, dass der Name Programm ist, sondern neben Johannisbeer-Aroma zusätzlich den Geruch von Glühwein. Hinzukamen leicht medizinische Noten und Aromen, die Sie vielleicht kennen, wenn Sie schonmal eine Shisha geraucht haben: leicht fruchtig-rauchig.
Im Mund hingegen konnte ich keinerlei Johannisbeer-Aroma entdecken. Vielmehr stand jetzt eine gewisse rauchige und medizinische Note im Vordergrund. Allerdings empfand ich den Vallendar Schwarze Johannisbeerbrand sowohl in der Nase als auch im Mund als sehr mild.
Im Nachklang setzte er den Trend aus dem Mund und nicht den aus der Nase fort. Dies bedeutet, dass er kurz am Gaumen verblieb und dies mit einer sehr dezenten Beeren-Note.
Details:
Art: Obstbrand
Alter: k.A.
Alkohol: 44 %Vol.
Preis: 80,- €/0,5 l
Region: Rheinland-Pfalz/Deutschland
Bottler: Brennerei Hubertus Vallendar
Fazit: 7/10 Punkten


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