Man schlägt die Karte auf, liest sich das Whisk(e)y-Angebot durch und kann einen “Jack Daniel’s Tennessee Bourbon” bestellen. So gesehen gestern Abend in einem Erfurter Restaurant. Diese Vermischung der beiden amerikanischen Whiskey-Arten ist aber nicht selten, und vielen fällt es schwer überhaupt einen Unterschied zu nennen. Und dennoch kennt so gut wie jeder Jack Daniel’s, so dass diese nun expandieren müssen, um die Nachfrage weiterhin bedienen zu können.

Bildquelle: JMR_Photography
Das kleine US-Örtchen Lynchburg in Tennessee ist vor allem für eines bekannt: als Sitz der Destillerie Jack Daniel’s. Und auch wenn der Begriff Tennessee Whiskey für viele Personen ein Mysterium ist und von Bourbon Whiskey nicht unterschieden werden kann, ist dies für Jack Daniel’s doch in gewisser Weise unbedeutend.
Egal ob man JD für einen Bourbon, einen Tennessee Whiskey oder sogar eine Mischform der beiden Arten hält, für die Marke Jack Daniel’s ist dies hinsichtlich Verkaufszahlen relativ egal. Allein schon deswegen, da sie international der einzige bedeutende Vertreter der Tennessee Whiskey-Kategorie ist.
Die Nachfrage nach dem Destillat aus Tennessee ist aber ungebrochen und führt sogar dazu, dass Jack Daniel’s unter der Dachmarke Brown-Forman eine weitere Küferei im südlichen Nachbarstaat Alabama eröffnen wird. Die dort hergestellten Eichenfässer sollen auch in Zukunft die Reifung der Jack Daniel’s Whiskeys garantieren.
Der Grund für den Aufbau in Alabama und nicht in Tennessee ist allerdings recht prakmatisch. Lynchburg liegt im Süden Tennessees und der Ort Decatur, in dem die Küferei entstehen soll, relativ weit im Norden von Alabama. Laut Google Maps benötigt man für die Distanz nur 1,5 Stunden Fahrzeit. Zusätzlich liegt der neue Baugrund in unmittelbarer Nähe einer der beiden Fassdauben-Fabriken von Jack Daniel’s.


Nun ja, wer weiß, wie lange das amerikanische Gesetz noch Bestand hat, dass die Fässer nur einmal verwendet werden dürfen. Es soll ja diverse Bestrebungen geben, eine Änderung herbeizuführen. Den Schotten würde es nicht gefallen….
Ich denke, dass es diese Debatte schon länger gibt. Ob sich doch irgendwann etwas in diese Richtung ändern wird, wird sich zeigen.
Klar, wer freut sich schon auf noch mehr Konkurrenz
Und vor allem würden sich die Schotten nicht darüber freuen, weil dann die Preise der gebrauchten Bourbonfässer sicher deutlich steigen würden.