Die Meldung über die neueste Premium-Spirituose musste ich dreimal lesen. Zwar hatte sie nicht viel Text, die vorhandenen Zeilen und dessen Inhalt waren jedoch schon recht merkwürdig. Alles in allem geht es um den Vormarsch der in Deutschland bekannten Spirituose Goldkrone von Wilthener ins Premium-Segment. Das Lustige daran ist nicht das “dass”, sondern das “wie”.

Bildquelle: meermaid/aboutpixel.de
Kommt man an einer x-beliebigen Discounter-Kasse vorbei, sieht man mit hoher Wahrscheinlichkeit den Weinbrand-Verschnitt Goldkrone der Hardenberg-Wilthen AG. Dieser besteht aus Agraralkohol und ca. 20% Weinbrand-Zusatz. Der Löwenanteil des Goldkrone-Verkaufs wird dabei durch die kleinen Fläschchen an der Kasse erzielt.
Mit der neuesten Abfüllung Wilthener Goldkrone Privat möchte der Hersteller nun laut infodienst.de ins Premium-Segment vorstoßen. Dies ist an sich kein abwegiger Gedanke, hat man doch ein entsprechendes Marketing-Wissen im Hintergrund.
Die Frage, die mir an dieser Stelle allerdings kommt, ist, wie man dies mit Wilthener Goldkrone Privat schaffen möchte. Hergestellt wird Wilthener Goldkrone Privat durch Agraralkohol und der Zugabe von Weindestillaten aus der Charente. Würde es sich an dieser Stelle um Cognac handeln, hätte man dies sicherlich erwähnt. Wenn aber schon Weinbrände aus der Charente beziehen, warum dann keinen Cognac oder andere namhafte Destillate?
Auch der Volumenprozentanteil Alkohol von 33 % erscheint an dieser Stelle für eine Premium-Spirituose recht wenig. Der entscheidende Punkt, warum an dieser Stelle von einer “Premium-Spirituose” allerdings gar nicht die Rede sein kann, ist der Preis. Da sich der Begriff Premium über den Preis und nicht über die Qualität definiert, verwendet man mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 8,99 Euro für 0,7 Liter Wilthener Goldkrone Privat die Bezeichnung schon sehr liberal.


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