Als “Super-Premium Wheat Bourbon” wird der neue Whiskey Larceny der Heaven Hill Distilleries angepriesen. Große Worte, die man da in den Raum wirft. Schaut man sich die Begrifflichkeiten in der Pressemitteilung jedoch etwas genauer an, erkennt man auch eine gehörige Portion heiße Luft dahinter. Aber vielleicht ist der Whiskey gar nicht so aufgeblaßen und überzeugt durch Qualität.
Weniges ist so reißerisch und verführt zum Anklicken wie ein Titel, der eine Lüge enthält. Eventuell haben ja auch Sie diesen Artikel aufgerufen, weil Sie wissen wollten was ein Weizen-Bourbon ist, wo es doch so was gar nicht geben kann.
Jeder Bourbon wird nach einem hauseigenen Rezept hergestellt, dessen Getreide-Anteile je nach Hersteller und Abfüllung mal mehr mal weniger variieren. Fakt ist allerdings, dass mindestens 51 % der Maische aus Mais bestehen muss. Der Rest ist Geschmackssache.
Was Heaven Hill mit ihrem Larceny jedoch auf dem Markt bringt, ist kein Bruch mit dem Gesetz, sondern ein klassischer Bourbon, bei dem man den Weizen-Anteil in den restlichen 49 % stark erhöht hat. Für Heaven Hill dahingehend eine Besonderheit, da man den Roggen-Anteil runterschraubt und sich dadurch Bourbon Whiskeys wie Old Fitzgerald oder Marker’s Mark aromatisch annähern möchte.
Der zweite Begriff, der die Extravaganz des Larceny betonen soll, war “Super-Premium”. Während sich “Wheat-Bourbon” relativ leicht klären ließ, wird Larceny hingegen definitiv kein Super-Premium-Produkt, zumindest nicht nach gültiger Definition der Spirituosenindustrie (Super-Premium: 30 % oder noch höherer Preis als die Vergleichsmarke)
Am Ende entscheidet aber der Inhalt des neuen Whiskeys aus Kentucky und der kommt mit 46 %Vol. zu den Händlern. Diese befinden sich allerdings zunächst ausschließlich in den USA. Der Whiskey, der zwischen 6 und 12 Jahren im Fass verbrachte und dessen Flaschen-Design etwas an jenes der Isle of Jura-Abfüllungen erinnert, wird für umgerechnet ca. 20 Euro in den Handel kommen.


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