Hendrick’s Gin: Skorpion-Schwanz im nächsten Gin?

Hendrick’s Gin ist zweifellos bekannt für seine Extravaganz. Niemand sonst pusht sein prägendes Gurken- und Rosen-Aroma so sehr wie die Gin-Marke aus Schottland. Nun treibt Hendrick’s seine Ausgefallenheit noch ein ganzes Stück weiter. In noch unabsehbarer Zeit soll eine limiterte Sonderauflage des Hendrick’s auf den Markt kommen. Das Besondere: Eine Zutat sollen Skorpion-Schwänze sein.

skorpion

Bildquelle: Charles & Clint

Wer nun an Mezcal oder so manches asiatisches Hinterhof-Gebräu denkt, in denen diverses Kleintier eingelegt ist, liegt damit bei der neuen Limited Edition von Hendrick’s falsch. Bei diesem sollen Skorpion-Schwänze ähnlich wie die anderen Botanicals verarbeitet werden. Im späteren Destillat soll man dies nicht sehen, allerdings schmecken können.

Zunächst fragte ich mich auch, was das für ein Blödsinn sein soll, Skorpionen-Schwänze zu mazerieren. Was ich nicht wusste, es gibt eine Pflanze im venezuelanischen Dschungel, Heliotropium angiospermum, die im Englischen als Scorpion tail bezeichnet wird.

Mit dieser und weiteren Pflanze experimentiert Master Distiller Lesley Gracie von Hendrick’s Gin aktuell herum. Destillations-Proben werden schließlich mit nach Schottland genommen.

Man darf gespannt sein, welche Aromen die neuen Dschungel-Zutaten einem Gin bringen. Mindestens genauso interessant dürfte aber das Marketing werden, mit dem Hendrick’s dann seinen neuen Limited Edition Gin promoten wird. Wann es allerdings soweit ist, steht noch völlig offen.

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3 Responses to Hendrick’s Gin: Skorpion-Schwanz im nächsten Gin?

  1. kallaskander 14. Juni 2013 zu 10:07 #

    Mit freundlicher Genehmigung des Autors diesen Kommentars, wurde dieses aufgrund seiner inhaltlichen und qualitativen Fülle als eigenständiger Artikel hier auf Eye for Spirits unter dem Titel Gin, Tod und Teufel – Droht die moderne Gin-Blase zu platzen? am 15.6.13 veröffentlicht.

    – Philip Reim -

  2. Lars J 14. Juni 2013 zu 17:47 #

    Oh ein beeindruckender Kommentar. Danke, zwei Themen greife ich gerne mal auf.

    Thema 1)

    Marktschreierei

    Wie man sieht spielen Presse und Blogger immer gerne mit.
    Wow! Hendrick`s mit Skorpion drin, oder ach nee – vielleicht doch nicht??!! Dagegen sehen traditionelle Genever und Steinhäger doch blas aus, obgleich sie in meinen Tonics und Martinis immer noch die verlässlichste Figur machen. Nichts desto trotz würde ich gerne mal bei Queen Mum vorbei schauen:-)

    Thema 2)

    Vermeintliche Super Premium Qualität

    Marketingabteilungen machen sich Psychologie gerne zum Nutzen. Matratzenhändler und Discounter verunstalten unsere Städte, da eine billige Aufmachung auch gleich billige Preise suggeriert. Bei einer teuren Spirituose glaubt man der höhere Preis böte ein entsprechendes Mehr an Qualität. Zu einem gewissen Grad mag das stimmen, aber Wodkas über €20/L (durch die Bank weg) oder eine Tanqueray Sonderabfüllung für €100/Flasche empfinde ich als Witz, da sollte man doch erst mal versuchen die Qualität des bereits hochpreisigen Standard Gins aus dem Hause des Massenherstellers auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Hingegen €20-25 für einen exotischen Gin wie Monkey 47 oder Saffron Gin von Spezialitätenbrennereien können unter Umständen gerechtfertigt sein.

  3. Frank M 20. Juni 2013 zu 10:00 #

    Diese PR Spiele mit Presse und Öffentlichkeit sind doch im Grunde genommen ein genialer Marketingstreich. Denn obwohl ich keinen Whisky trinke, konnte ich grad eben nicht anders, als diesen Bericht/Artikel hier als erstes aufzurufen um diese absurde Mischung genauer kennen zu lernen. Und auch wenn man psychologisch an diese Marketing Art herangeht, dann kann ich dabei nichts entdecken, was in irgendeiner Art verwerflich oder in einer moralischen Grauzone liegt. Und wer auch immer solche Werbekampagnen initiiert, dem gilt mein Respekt weil es schwer ist auf dem heutzutage überlaufenen Werbemarkt noch solch gut laufende konzepte auf den Weg zu bringen, die noch frische neue Ideen in sich haben. Zum Whisky: Ich hätte ihn trotzdem gern mal probiert, wenn es ihn in dieser spektakulären Form gegeben hätte.

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