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Stählemühle Gelber Enzian & Berner Rosenapfel im Test

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Es sollte ein Enzian-Geist auf Basis einer Obstmaische werden. Feiner ausgedrückt, ist es zu einer Cuvée aus Enzian-Wurzel und Berner Rosenapfel geworden. Mit welcher Begrifflichkeit man diesen Brand aus der Stählemühle nun bezeichnen mag, ist völlig egal. Viel wichtiger ist, dass in der Flasche flüssige Perfektion ist. Perfektion mit einem stolzen Preis.


Abbildung zeigt Sizilianische Blutorange der Stählemühle. Bis auf Beschriftung sind die Produkte allerdings äußerlich identisch.
Abbildung zeigt Sizilianische Blutorange der Stählemühle. Bis auf Beschriftung sind die Produkte allerdings äußerlich identisch.

125,- Euro für 0,35 Liter-Destillat sind nicht wenig. Es ist sogar sehr viel, wenn man es genau nimmt. Dies wird auch auf der offiziellen Website der Stählemühle offen kommuniziert. Über die Sinnhaftigkeit des Preises an dieser Stelle zu spekulieren, ist aber weitaus weniger interessant, als sich mit dem Inhalt zu beschäftigen. Denn sofern man in den Genuss kommt, das ein oder andere Glas Stählemühle-Cuvée von Gelbem Enzian und Berner Rosenapfel zu probieren, bekommt man ein Destillat, das besser nicht sein kann.

Hergestellt wird der Brand, wie der Name bereits andeutet, auf der Basis einer Maische aus Berner Rosenapfel. In diesem wiederum werden die Enzian-Wurzeln mazeriert.

Degustation des Stählemühle-Cuvée von Gelbem Enzian und Berner Rosenapfel

Schwenkt man die Cuvée einige Male, bildet sie sehr viele viskose Tropfen an der Glasinnenseite.

Bereits beim Entkorken hatte ich das Gefühl, die Öffnung umgibt recht schnell ein intensiver Enzian-Duft. Einmal im Glas, etwas Ruhe zum Atmen gelassen und dann zur Nase geführt, legte das Enzian-Aroma allerdings nochmal deutlich nach. Das Bouquet war geprägt von sehr erdigen Noten, die teils an feuchte Kellergewölbe erinnern. Neben einem Hauch Rote Beete und Gurke hat das leicht medizinische Enzian-Aroma hier allerdings das Zepter in der Hand. Sehr interessant und etwas völlig anderes im Vergleich zum Gros der verfügbaren Spirituosen.

Das Apfelaroma kommt an keiner Stelle gegen den markanten Enzian an. Vielmehr unterstützt die Frucht das Wurzelaroma und bildet eine aromatische Basis, die eher lieblich und fruchtig wirkt.

Auch im Mund hält der Stählemühle-Cuvée von Gelbem Enzian und Berner Rosenapfel das, was er zuvor in der Nase versprach. Er ist äußerst vollmundig, ölig-schwer und liegt samtweich auf der Zunge. Der Enzian nimmt auch hier die volle aromatische Breite ein, lässt lediglich etwas Spielraum für dezente Koriander-Noten.

Wie erwartet, verhält sich der Brand auch im Nachklang. Langanhaltend, äußerst würzig und voller Enzian und Koriander und Rote Beete bleibt die Cuvée am Gaumen.

Wenn ich die gesamte Degustation dieses Brandes in einem Satz zusammenfassen müsste: „Unglaublich, welche Komplexität und Vollmundigkeit man aus diesen beiden Rohstoffen ziehen kann.“ Allerdings muss ich auch fairer Weise hinzufügen, dass Enzian ein markantes Eigenaroma hat, das in diesem Brand voll zum Tragen kommt. Ist man eher der lieblich-fruchtige Typ, findet man in diesem Destillat keinen Freund.

                                       Details:

Art: Cuvée (Gelber Enzian & Berner Rosenapfel)

Alter: k. A.

Jahrgang: 2012

Alkohol: 42 %Vol.

Preis: 125,- Euro à 0,35 l

Region: Baden-Württemberg

Bottler: Stählemühle

                            Fazit: 10/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

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Ein Kommentar für Stählemühle Gelber Enzian & Berner Rosenapfel im Test

  1. Lars J 20. Januar 2015 zu 10:47 #

    Der letzte Satz ist sehr hilfreich für Enzian-Neulinge, und er hätte mir aufklärend über meine ersten Enzianverkostungen hinweggeholfen. Noch immer hoffe ich, daß Enzian wenigsten ganz besonders gesund ist, denn sonst verbleibt mein Bestand auf Ewigkeit im Regal;-)

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