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Stählemühle Sizilianische Blutorange im Test

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Das Problem, das deutscher Obstbrand und -geist im Vergleich zu den Big Player-Kategorien der Spirituosen-Szene hat, ist auch gleichzeitig sein wertvollster Reiz: seine Vielseitigkeit. Hört man Obstbrand/-geist, weiß man im ersten Moment nicht, was einen aromatisch erwartet. Im Falle der Stählemühle Sizilianische Blutorange erwartet einen allerdings ein Tropfen par excellence.


SizilianischeBO37 breiteKante Kopie 2Brennmeister Christoph Keller verwendet für seinen Blutorangen-Geist nach eigener Aussage lediglich Früchte von den Hängen des Vulkans Ätna. Endemisch für diese Region sind Moro-Orangen. Neben der Tarocco eine der bekanntesten Blutorangen-Sorten.

Das besondere Markenzeichen der Moro-Orangen ist ihr vergleichsweise hoher Säuregehalt und ihr markant bitterer Geschmack. Zudem zählen sie zu den Vollblutorangen, was ihnen eine rote Schale als auch tiefrotes Fruchtfleisch beschert.

Jeder Hersteller schmückt sich gerne mit Auszeichnungen, die seinen Produkte schmeicheln. Laut offizieller Website der Stählemühle Brennerei scheint sich deren Blutorangen-Geist auch eine ganze Latte an Orden anhängen zu dürfen. Eine Superlative folgte der anderen.

Was bringen dem Kunden allerdings Auszeichnungen, wenn man selber kein gutes Haar daran lassen kann: Nichts. Entscheidend ist also der persönliche, subjektive Eindruck. Und den konnte ich mir von der Stählemühle Sizilianische Blutorange vor einigen Tagen selbst machen.

Degustation der Stählemühle Sizilianische Blutorange

Die Sizilianische Blutorange der Stählemühle verkostete ich, ohne jegliche Hintergrundinformationen zum Produkt zu haben. Erst im Anschluss las ich mir die Herstellerbeschreibung durch und erfuhr dadurch von der Ansammlung an Auszeichnungen. Nach der Degustation kann ich sagen, dass ich jede einzelne unterschreiben würde.

Das farblose Destillat hinterlässt nach einigem Schwenken sehr viele ölige Tropfen an der Glasinnenseite. Was nicht zuletzt auch daran liegt, dass das Destillat unfiltriert in die Flasche kommt.

Dieser Geist braucht meines Erachtens nach gar nicht viel Zeit zum Atmen. Einmal im Glas drückt sein Bouquet förmlich aus dem Glas und hält exakt das, was der Name verspricht: Blutorange. Das Aroma ist ausgesprochen harmonisch, das heißt sehr prägnant, aber trotzdem nicht zu zitruslastig. Die Brennerei schafft hier den perfekten Balanceakt zwischen natürlichem Aroma und leicht saurer Zitrusnote, ohne dabei ins dominante Spülmittelaroma abzudriften. Wie bei allen Destillaten, die ich von Christoph Keller bisher verkosten konnte, so ist auch die Stählemühle Sizilianische Blutorange in der Nase ausgesprochen mild. Keinerlei störende Alkoholnoten.

Sehr positiv ist außerdem, dass der Tropfen seine Linie exakt wie in der Nase auch im Mund weiterfährt. Das angenehme Blutorangen-Aroma ist im Mund deutlich erkennbar. Weich liegt der Brand im Mund und sorgt auf der Zunge für ein leichtes Prickeln.

Vom Gaumen verabschiedet sich der Geist schließlich mit gleicher Qualität wie zuvor in Nase und Mund. Weich und mit herb-frischem Zitrusaroma scheint die Stählemühle Sizilianische Blutorange endlos am Gaumen haften zu bleiben.

Stählemühle Sizilianische Blutorange - 42%Vol. - 75€/0,35l

Stählemühle Sizilianische Blutorange - 42%Vol. - 75€/0,35l
9.725

Bouquet

10/10

    Geschmack

    10/10

      Mundgefühl

      10/10

        Nachklang

        10/10

          Positiv

          • Authentisches Blutorangen-Aroma
          • Ausgesprochen weich
          • Komplexität durch feine Nuancen

          Negativ

          • Preis


          Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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          2 Kommentare für Stählemühle Sizilianische Blutorange im Test

          1. Ben 3. Februar 2015 zu 21:53 #

            Hast du die ganze Palette vom Keller bekommen oder was? 😉
            Die Blutorange hätte ich auch gern probiert, glaub das ist ein feiner Tropfen, wie du ihn beschreibst, wenn er nur nicht so teuer wäre…

          2. Philip Reim 4. Februar 2015 zu 15:54 #

            Nein, nicht alle.
            4 Stück. Ein Degustationsartikel steht also noch aus.

            Gruß Philip

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