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Scotch Whisky für Einsteiger: Diese 5 Kategorien solltest du kennen

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Bildquelle: ScottSimPhotography/FlickR

Weniges in der Spirituosenszene ist derart verblüffend wie die Renaissance, die Scotch in den vergangenen 20 Jahren erlebte. Die Absatzmengen lassen Hersteller und Distributoren weltweit träumen, neue Brennereien schießen wie Pilze aus dem Boden. Und während die Flaschenzahl ins Exorbitante steigt, lässt sich das bekannte Getreidedestillat bequem in nur 5 Kategorien einteilen.


Blended Scotch Whisky

Mit Vertretern wie Chivas Regal, Ballantine’s oder Johnnie Walker bildet Blended Whisky im Bereich Scotch nach wie vor das Rückgrat. Hier wird Umsatz gemacht, weit mehr als in jeder anderen Whisky-Kategorie Schottlands.

Ein herkömmlicher Blend bzw. Blended Scotch besteht sowohl aus Malt-(gemälzter Gerste) als auch aus Grain-Whisky (Destillate aus verschiedenen Getreidesorten wie Weizen, Hafer, Roggen etc.) unterschiedlicher Brennereien. Wobei der Anteil aus gemälzter Gerste häufig zwischen 15 und 20 Prozent im Gesamtvolumen variiert. Je nach Qualitätsstufe allerdings auch bis über 60 Prozent betragen kann. Blended Scotchs bestehen häufig aus Destillaten von bis zu 20 oder mehr Brennereien.

Eine Art Kuriosum im Bereich Blended Whisky bildet die Brennerei Loch Lomond in den schottischen Highlands. Auf deren Gelände befindet sich seit 1993 neben den Pot Stills für Malt Scotch auch eine Coffey Still zur Herstellung von Grain Whisky. Loch Lomond ist also in der Lage „Single Blended Scotch“ zu produzieren. Ein Begriff, der offiziell jedoch nicht anerkannt ist.

Blended Malt Scotch Whisky

Den Begriff „Blended Malt Scotch Whisky“ zu erklären, ist im Prinzip noch simpler als nur „Blended Whisky“. Der Unterschied: Man lässt den Grain-Anteil raus. Ein Blended Malt wie zum Beispiel Monkey Shoulder besteht daher aus 2 oder mehr Malt-Destillaten unterschiedlicher Brennereien. Dadurch ist es möglich, verschiedene Aromenprofile und Destilleriecharakteristika miteinander zu kombinieren.

„Blended Malt“ ist allerdings eine recht junge Bezeichnung für diese Whisky-Kategorie und wurde von der Scotch Whisky Association zur besseren Verständlichkeit und Übersichtlichkeit eingeführt. Davor waren für diese Art Whisky Pure-, All- oder Vatted-Malt meist die Bezeichnungen der Wahl.

Blended Grain Scotch Whisky

Grain-Whisky ist der unattraktive große Bruder in der Scotch-Szene. Er wird kaum eigenständig serviert, dennoch schultert er maskiert in Blended Scotch Whiskys einen Großteil der gesamten Industrie. In den seltenen Fällen da Grain Whisky doch als eigenständige Abfüllung auf den Markt kommt, erhält er die Bezeichnung „Blended Grain Scotch Whisky“. Er besteht dann also aus den Destillaten von mindestens 2 verschiedenen Destillerien.

Zwar haben Unternehmen bei Grain Whiskys eine größere Auswahl beim Rohstoff im Vergleich zu jenen mit Malt Whisky, allerdings besitzen Grain Whiskys deutlich geringere Geschmacksunterschiede als ihre Nahverwandten aus Gerstenmalz.

Dies liegt zum einen daran, dass Grain Whiskys in so genannten Column Stills aus Stahl bis ungefähr 95 %Vol. destilliert werden. Zum einen unterstützt Stahl, anders wie Kupfer, nicht den Abbau unerwünschter Schwefelverbindungen, zum anderen ist dieses Destillationsmaxium für auffällige Aromendifferenzen zu hoch.

Sollte doch mal einem Grain Whisky die Ehre zuteil werden, als Single Grain Scotch (nur von einer Grain-Brennerei stammend) abgefüllt zu werden, dann meist jedoch nur für Sammler in sehr kleiner Stückzahl.

Single Malt Scotch Whisky

Auch wenn sie hinsichtlich der Verkaufszahlen nicht das Schlachtschiff der Scotch-Industrie sind, so bilden Single Malt Scotch Whiskys doch die Königsdisziplin. Diese Art Whisky stammt aus einer einzelnen Brennerei (daher „Single“) und werden ausschließlich aus gemälzter Gerste hergestellt (daher „Malt“).

Vor der Flaschenabfüllung werden aus dem Lagerhaus diverse Fässer nach Vorgabe des Master Blenders in einem großen Bottich miteinander vermählt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Gerste über Torffeuer getrocknet wurde, ob manche Fässer Ex-Sherry-Behälter sind oder der Brennmeister dreimal um das Fass gelaufen ist. Wichtig ist nur, dass alles aus einer Brennerei stammt.

Diese Art von Scotch ist meist auch jene mit den auffälligsten aromatischen und geschmacklichen Unterschieden. Zudem ist sie die einzige, bei der typische Brennereicharakteristika erkennbar sind.

Wie für alle anderen Scotch Whiskys so hat auch Single Malt die gleichen Einschränkungen hinsichtlich Altersangabe. Gibt die Destillerie ein Alter auf der Flasche an, so muss dies das jüngste enthaltene Destillat sein. Ist ein Single Malt Scotch beispielsweise laut Flaschenlabel 12 Jahre alt, so besitzt das jüngste enthaltene Destillat dieses Alter. Die restlichen Destillate dürfen jedes beliebig höhere Alter haben.

Besitzt ein Whisky gar keine offizielle Altersangabe, ist also ein No-Age-Statement, so bindet sich die Destillerie folglich auch nicht an diese Verordnung. Die enthaltenen Destillate können also beliebig alt sein, dürfen jedoch nicht das gesetzliche Mindestreifungsalter von 3 Jahren unterschreiten. Ansonsten wäre es offiziell kein Whisky.

Single Cask Scotch Whisky

Ein Untergruppe von Single Malt Scotch Whisky stellen die Single Cask Whiskys dar. Für diese gelten alle Regeln aus der Single Malt-Schiene, nur dass keine Fässer in einem Bottich miteinander vermählt werden. Der Master Blender pickt ein einzelnes Fass aus dem Bestand und dieses wird, höchstens noch mit Wasser verdünnt, auch genauso in Flaschen abgefüllt.

Häufig kommen Single Cask Scotch Whiskys gleich noch als Vintage-Version auf den Markt, das heißt sie erhalten neben einer offiziellen Altersangabe gleich noch das Jahr der Destillation mit auf das Label gedruckt. Diese Whisky-Kategorie ist meiner Ansicht nach eine der spannendsten überhaupt. Gibt sie doch meist völlig unverfälscht Einblick in das Können einer Scotch Brennerei.


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

Ein Kommentar für Scotch Whisky für Einsteiger: Diese 5 Kategorien solltest du kennen

  1. Matthias Hartinger 5. Juni 2015 zu 15:28 #

    Fünf Kategorien, und trotzdem eine Welt (für sich). Es kann meiner Meinung nach gar nicht häufig genug zur Sprache gebracht werden, dass es neben unseren geliebten Singles, ob als Single Malt oder Single Cask, noch weitere (teilweise grössere) Brüder gibt.

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