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Togouchi 18 Jahre Japanese Blended Whisky im Test

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Wie in Deutschland viele hier produzierte Whiskys auf dem Know-How von Obstbrennern basieren, läuft es in Japan gelegentlich analog mit der Reis-Spirituose Shochu. So auch die Marke Togouchi aus der Chugoku Jozo Destillerie nähe Hiroshima, die sich 1990 auf Blended Whisky verlegte. Eine mehr als gute Idee. Der Togouchi 18 Jahre Japanese Blended Whisky beweist es.


Togouchi 18 ans avec étuiTogouchi ist schon irgendwie eine seltsame und faszinierende Marke. Einiges läuft dort entgegen dem Strom bekannter Whisky-Herstellung. Zwar heizt die Brennerei Chugoku Jozo für diverse Spirituosen auch eigene Brennblasen an, nicht aber bei ihren Whiskys wie dem Togouchi 18 Jahre Japanese Blend.

Dort gibt man sich eher als NDP (Non Distilling Producer). Das Unternehmen importiert den Malt-Anteil für seinen Whisky direkt aus Schottland, der Grain-Part kommt aus Kanada. Erst in Japan werden die beiden Destillate miteinander vermählt und reifen anschließend in einem 361 Meter langen, stillgelegten Eisenbahntunnel aus dem Jahr 1970. Natürlich kann man sich an dieser Stelle darüber streiten, ob jene Whiskys nun noch den Zusatz „Japanese“ verdienen, Fakt ist allerdings, dass diese Herstellungsweise Qualitäten hervorbringt, die für sich sprechen.

So auch der Togouchi 18 Jahre Japanese Blended Whisky, der ausschließlich in Ex-Sherryfässern reifte und einen merklichen Torf-Anteil bereit hält. Dieser Blend besteht zu 40 % aus Malt und 60 % Grain-Whisky.

Degustation des Togouchi 18 Jahre Japanese Blended Whisky

Hält man das Glas Togouchi 18 Jahre Japanese Blended Whisky gegen das Licht, zeigt er eine ansprechende Ockerfarbe und kaum Schwebstoffe.

In der Nase wirkt er zunächst angenehm weich, äußerst fruchtig, wobei typische Sherrynoten nicht sonderlich dominant hervorstechen. Vielmehr geht sein fruchtiger Charakter in Richtung Aprikose und Ananas. Beide harmonieren perfekt mit einem angenehm, moderaten Raucharoma und treffen eine gute Balance. Allerdings kommt nach einer Weile eine leicht alkoholische Bissigkeit hinzu.

Auch im Mund fährt er eine ähnliche Linie. Hier dominieren fruchtige Aromen wie Kirsche, Aprikose und Apfel zusammen mit ausgewogenem, salzigen Rauch. Auch hier darf man aber keine Sherry-Bombe erwarten, auch wenn er ausschließlich aus eben solchen Fässern stammt. Vielmehr liefert er Fruchtaromen, die vom Holz selbst und weniger vom vorangegangenen Fassinhalt stammen. Spielt man mit dem Togouchi 18 Jahre Japanese Blended Whisky im Mund, bekommt er eine leicht medizinische Note. Zudem liegt er sehr leicht auf der Zunge, kommt sehr filigran daher.

Im Nachklang findet sich der Rauch nur noch dezent wieder. Der Togouchi 18 Jahre Japanese Blended Whisky wirkt hier herb mit dem typischen Aroma von Holz. Allerdings bleibt dies nicht sonderlich langanhaltend. Vielmehr bleibt er seinem leichten und filigranen Charakter treu.

Insgesamt ist der Togouchi 18 Jahre Japanese Blended Whisky ein Destillat, bei dem man kein Glas bereuen wird. Sein ganz großes Steckenpferd ist dabei seine hervorragende Balance zwischen gelben Früchten und Raucharoma in Nase und Mund. Lediglich eine gelegentliche alkoholische Bissigkeit und etwas fehlende Komplexität in Mund und Nachklang verwehren ihm die Perfektion. Da meiner Ansicht nach zwischen der 12 jährigen Qualität und der 18 jährigen aus dem Hause Togouchi qualitativ keine Unterschiede sind, würde ich es mit dem Preis halten. Und der spricht eindeutig für den Togouchi 12 Jahre.

                                         Details:

Art: Blended Whisky

Alter: 18 Jahre

Jahrgang: k. A.

Alkohol: 43 %Vol.

Preis: ~ 100 Euro à 0,7 Liter

Region: Honshu/Japan

                      Bottler: Chugoku Jozo Destillerie

                             Fazit: 8/10 Punkten


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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Ein Kommentar für Togouchi 18 Jahre Japanese Blended Whisky im Test

  1. Matthias Hartinger 8. Juni 2015 zu 14:08 #

    Man könnte jetzt böse sein und behaupten das man es bei so manchen Deutschen Whisky auch schmeckt das er neben der Obstlinie läuft. Deshalb ist es meiner Meinung nach nur vernünftig von den Masterdistillern bei Chugoku Jozo, sich auf das zu konzentrieren was sie können.
    Folglich ist es dann eben das Beste, dass destillieren der Whiskys denn zu überlassen die es können und sich selbst auf das vermählen und lagern der Whiskys zu konzentrieren. Was sie, wie der Togouchi 18 wieder einmal aufs Beste beweist, dort auch beherrschen.

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