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Ein Sakrileg aus Scotch, Honig und Ingwer: der Penicillin Cocktail

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Bildquelle: Canned Muffins

Und Medizin kann doch gut schmecken. Nun ja, solange man sich dafür erwärmen kann, Scotch Whisky als Basis eines Cocktails zu verwenden. Begeht man dieses Sakrileg vieler Whisky-Enthusiasten, dann kommt man früher oder später zum Penicillin Cocktail. Ein Drink, der vielleicht keine Bakterien abtötet, aber aromatisch seinesgleichen sucht. Ein Hoch auf Whisky, Honig und Ingwer.


Whisky-Fans, die sich vehement dagegen wehren, ihren heiligen Tropfen als Basis eines Cocktails zu verwenden, kann ich auf der einen Seite gut verstehen. Bietet diese Spirituose selbst bereits eine derartige Fülle an verschiedenen Bouquets und Geschmacksprofilen, dass es unnötig erscheint, irgendwas ergänzen zu wollen. Teils wird dies allerdings schon wie ein Mantra heruntergebetet. Ohne einen Blick nach links und rechts. Puristisch bis zum Abwinken.

Häufig kommt dieser Grundsatz aus einer Zeit, da Cocktails der Inbegriff eines Saft überladenen Wirkungstrinks für Jugendliche war. „Scotch Whisky in diese Saftplörre? Keine Chance! Lieber fress ich den Torf gleich roh.“

Dass es aber auch anders geht, dass die Aromen eines Scotch Whiskys in einem Cocktail akzentuiert werden können, fast schon majestätisch hervorgehoben, geht dabei oft unter. Einer dieser, dem Scotch huldigenden Drinks, ist der Penicillin Cocktail.

Seit der Penicillin Cocktail vor einigen Jahren das erste Mal im Glas landete, erklomm er in mehr oder wenigen großen Schritten den Weg hin zu einer festen Größe in Sachen Scotch Cocktails. Dem Internet sei Dank. Denn nach wie vor ist der Penicillin Cocktail in nur wenigen Bücher zu finden. Dafür verbreiten Blogs und Foren das Wort um den recht neuen Scotch-Drink umso eifriger.

Sam Ross aus dem Milk & Honey in New York kreierte diesen Drink um das Jahr 2005 herum. Mit Zutaten, die teils im Aromenprofil vieler Single Malts auffindbar sind. So ist es neben Ingwer und Zitrone vor allem der Honig, der häufig eine essentielle Note vieler Single Malts ist. Häufig jene aus First Fill Ex-Bourbonfässern aus Quercus alba-Holz.

Natürlich könnte man jetzt darüber diskutieren, welche der Zutaten gesundheitsfördernde Eigenschaften hat, irgendeinen Bezug zum Namen herstellen. Fakt ist allerdings, dass die Zutaten in solch homöopathischen Mengen enthalten sind, dass am Ende eh nur eins bleibt: das Wichtigste, der Genuss.

Das Interessante am Penicillin Cocktail ist allerdings vielmehr, dass er je nach Rezeptur die Eigenheiten eines Blended Whiskys mit dem kraftvollen Raucharoma eins Islay-Malts verbindet. Vor allem letzterer ist bei diesem Drink obligatorisch.

Nach meiner Erfahrung bietet sich ein 1:1-Verhältnis der beiden Destillate an, wobei man mit der Rauch-Note nicht geizen sollte. Ein 10-jähriger Laphroaig liefert hier zum Beispiel ein tolles Ergebnis ab.

Aufgrund der weiteren Zutaten sollte dieser Whisky primär nach hoher „Rauchigkeit“ ausgewählt werden. Wobei man hier nicht um Erfahrungswerte oder Verkostung herumkommt. Den ppm-Gehalt, den manche Hersteller wie Marktschreier hinausposaunen, als Richtwert zu nutzen, kann man gut und gerne vergessen. Dieser Gehalt, der die Konzentration phenolhaltiger und damit „rauchiger“ Verbindungen am Gerstenmalz angibt, ist ein Marketing-Werkzeug, mehr nicht.

Zutaten:

  • 3 cl Blended Scotch (z. B. Chivas Regal)
  • 3 cl Islay Single Malt Scotch (z. B. Laphroaig 10 Jahre)
  • 1,5 cl Waldhonig
  • 2 cl Zitronensaft
  • 1 cl Ingwerlikör

Zubereitung:

Alle Zutaten in einen Shaker auf Eiswürfel geben und ca. 10 mal kräftig schütteln. Anschließend in den vorgekühlten Tumbler auf Eiswürfel doppelt, also über Grob- und Feinsieb abseihen. Mit Zitronenzeste dekorieren.

Zum Wohl!


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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4 Kommentare für Ein Sakrileg aus Scotch, Honig und Ingwer: der Penicillin Cocktail

  1. Maddin 22. Juni 2015 zu 11:48 #

    Wie macht ihr denn das mit dem Honig, dass der sich sauber vermixen lässt?

  2. Maddin 22. Juni 2015 zu 12:22 #

    Und habt ihr vieleicht auch einen Tip, welchen Ingwerlikör man nehmen könnte? Oder am besten selber aufsetzen?

  3. gnür 22. Juni 2015 zu 13:20 #

    Zum Honig:

    2 Teile Honig auf 1 Teil Heisses Wasser. Rühren bis der Honig sich auflöst. Voilà.

    Zum Likör:

    Ich verwende den ginger cat likör

  4. Maximus 22. Juni 2015 zu 15:08 #

    Man kann auch gut frischen Ingwer nehmen, ihn muddeln und ein paar Minuten ziehen lassen.

    Das Verhältnis 1:1 wäre mir zu extrem. Bei 1,5 Peated (zu 4,5 Scotch) ist bei mir die Obergrenze erreicht.

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