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Campari und William Grant setzen mit 2 neuen Single Grain Whiskys Zeichen

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Sie sind zwar keine Erfindung der Whisky-Neuzeit, im Whisky-Segment aber dennoch Schattentänzer: Single Grain Whiskys. Der eher unbekannte Bruder des stolzen Single Malts bekommt nun allerdings Nachschub. Die Lowland-Brennerei Girvan schickt zwei neue Single Grain Whiskys ins Rennen: Girvan Patent Still No. 4 Apps und Girvan Patent Still Single Grain 25 Jahre.


The Girvan Patent Still No.4 Apps_Tasting NotesDie Grain Whisky-Destillerie Girvan aus den schottischen Lowlands erfindet das Whisky-Rad nicht gerade neu, wenn es nun 2 neue Single Grains auf den Markt wirft. Selbst im eigenen Hause legt man damit kein Novum hin. Bereits Mitte der 90er brachte Girvan einen Single Grain namens Black Barrel auf den Markt.

Weitaus interessanter ist allerdings, dass Girvan mit ihrer Dachmarke William Grant & Sons seinen neuen Patent Still No. 4 Apps und Girvan Patent Still Single Grain 25 Jahre im High End-Bereich positionieren will.

Der erste und mit 49,99 Euro preislich moderatere der Beiden ist der Girvan Patent Still No. 4 Apps. Als klassisches No-Age-Statement erfährt man über diesen Single Grain lediglich, dass er in First Fill Ex-Bourbonfässern reifte. Wie lange jedoch, darüber gibt es keine Informationen.

Das Interessante an dieser Qualität ist, dass Girvan hier mit Vakuumdestillation arbeitet. Dies bedeutet, dass in der Brennapparatur auf der gegenüberliegenden Seite der Maische ein Unterdruck erzeugt wird, der es ermöglicht, bei niedrigeren Temperaturen zu destillieren. Mehr Aroma relevante Verbindungen im Destillat können die Folge sein. Aber ehrlich gesagt: ohne direkten Vergleich mit einem analogen Destillat ohne Vakuumherstellung wird man den Unterschied eh nicht erkennen.

Beim zweiten Single Grain haut Girvan dann mit der Altersangabe hingegen deutlich auf die Pauke. Wie der Name bereits sagt, verbrachte der Girvan Patent Still Single Grain 25 Jahre ein sattes Vierteljahrhundert in First Fill Ex-Bourbonfässern. Dies lässt sich Girvan und deren Dachkonzern aber auch deutlich entlohnen. „Moderate“ 299,- Euro muss man für den alten Single Grain hinlegen.

Beide Destillate kommen mit 42 %Vol. in die Flasche und werden wie für das Portfolio von William Grant & Sons hierzulande üblich von Campari Deutschland vertrieben.


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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5 Kommentare für Campari und William Grant setzen mit 2 neuen Single Grain Whiskys Zeichen

  1. kallaskander 30. Juni 2015 zu 08:53 #

    Hi there,

    zu den beiden grains kann man nur sagen, die haben sie nicht alle.

    Grain ist weder selten noch sehr gefragt.

    Die Preise sind indiskutabel.

    Greetings
    kallaskander

  2. Matthias Hartinger 30. Juni 2015 zu 12:23 #

    Meiner Meinung nach gibt es keine indiskutablen Preise. Entweder es dir die Sache wert, oder lass es einfach.
    Ich freue mich darüber, dass die Palette der Grain Whiskys, insbesondere der Single Grain Whiskys, nicht abreist. In einer Zeit, wo es anscheinend für viele immer noch das goldene Kalb Namens Single Malt gibt, ist es sehr wichtig, das Unternehmen immer wieder in Erinnerung rufen, dass die Whiskyfamilie sehr viel größer ist und das der Patriarch bei den Whisk(e)ys nicht Single Malt sondern Blend heisst.

    @ kallaskander: Es ging in dem Bericht auch nicht darum ob Grains selten sind.

  3. kallaskander 30. Juni 2015 zu 13:53 #

    Hi there,

    der Black Barrel kostete zu seiner Zeit 18.- €.

    Er wurde mit den gleichen Maschinen gemacht wie die Girvan grains heute.

    Natürlich kann jeder für eine Flasche industriell gefertigten Kornbrandes ausgeben was er will oder was er glaubt er sei es ihm wert.

    Beim grain sind die Herstellungskosten kein Argument für Preisgestaltung. Ihr 60%er Anteil in einem Standard blend macht diesen billig, selbst bei einem de Luxe blend mit 12 Jahren hält der grain Anteil den Preis in Grenzen.

    Es gibt daher keinen Grund für einen alterslosen grain 50.- € zu verlangen.

    Es sei denn es gibt Menschen die soviel für einen massenhaft erzeugten whisky bezahlen müssen wollen.

    Greetings
    kallaskander

  4. Philip Reim 30. Juni 2015 zu 15:23 #

    @kallaskander:

    Auf der einen Seite gebe ich dir Recht. Die hochindustrielle Produktionsweise mit der Grains hergestellt werden, sorgen für den vergleichsweise niedrigen Preis. Rein aus produktionstechnischer Sicht kann ich die Preise auch in keinster Weise nachvollziehen.

    Aus einer anderen Sicht heraus jedoch schon. Single Grains sind kein großes Ding auf dem Markt und den meisten Konsumenten völlig unbekannt. Dieses „neue“ Produkt auf dem Markt dann mit einem auffallend günstigen Preis zu vertreiben, würde ihm von vornherein einen ähnlichen Ruf wie den Blends verschaffen: vielleicht nicht schlecht, aber weit abgelegen von Single Malts.
    Aus preispsychologischer Sicht finde ich den Schritt von William Grant & Sons und Campari Deutschland also gar nicht so dumm. Der gewählte Preis verleiht den Produkten einen Hauch etwas Besonderes zu sein. Ein extrem wichtiges Verkaufsargument, vor allem in Zeiten von Spirituosen-Premiumisierungen an jeder Ecke.

    Viele Grüße
    Philip

  5. kallaskander 30. Juni 2015 zu 16:32 #

    Hi there,

    mag sein, aber marketing ist nicht alles.

    grain entsteht aus dem günstigsten getreide das zu haben ist, Weizen von der EU subventioniert und wird sehr hoch gebrannt, kurz bis unter die Schwelle von Vodka.

    grains werden erst mit hohem Alter richtig gut. Selbst wenn ein grain von Glenfiddich kommt, ist er nichts besonderes in dem Alter.

    Und selbst mit 25 Jahren ist er nicht mit einem malt oder blend zu vergleichen.

    Greetings
    kallaskander

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