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Eine Melange aus Grapefruit und Rosmarin: der Grandsire Cocktail

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Es gibt so die ein oder anderen Zutaten, die harmonieren in einem Cocktail einfach perfekt miteinander. Das Problem ist lediglich: Man muss sie finden. 2 dieser Ingredienzen sind meiner Ansicht nach Grapefruit und Rosmarin. Naturprodukte, mit denen ich kürzlich experimentierte und die nur wenig mehr brauchen für einen gelungenen Sommerdrink. Einen Drink wie dem Grandsire Cocktail.


Für mich persönlich gibt es wenige Zitrusfrüchte, die ein derart breites Geschmacksspektrum haben wie Grapefruits. Und wenn ich es mir genau überlege, finde ich genau Null andere, die „herb“, „sauer“ und „süß“ so intensiv miteinander verbinden wie jenes Rautengewächs. Eine der Eigenschaften, die bereits in Cocktailklassikern wie dem Hemingway Special zum Tragen kommen, seinerzeit ein Twist auf den klassischen Daiquiri.

Allerdings entschied ich mich für die Zubereitung dieses Drinks für eine Grapefruit Rosé. Also jene Zitrusfrucht, die anders als ihre weiße Kollegin innen ein saftig-rotes Fruchtfleisch besitzt und damit weniger herb-saure, sondern eher fruchtige und herb-süße Geschmacksnoten besitzt.

Mit Grapefruit also in der einen Hand war noch Platz für eine weitere markante Zutat. In diesem Fall sollte es Rosmarin sein. Eine Kombination, die ich in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal äußerst spannend fand. Also experimentierte ich mit den beiden Ingredienzen in verschiedenen Verhältnissen und immer mit Gin als Basis-Spirituose.

Da ich zusätzlich Puderzucker als Süßungsmittel verwendete, waren die erste Versionen des Grandsire Cocktails im Prinzip nichts anderes als ein einfacher Twist eines Gin Sour. Und das war mir zu langweilig. Der Drink sollte irgendwie mehr Substanz bekommen, ein kräftigeres Mundgefühl. Grapefruit und Rosmarin harmonierten tatsächlich optimal miteinander, aber es fehlte etwas.

Fündig wurde ich unter anderem in der Küche. Ein Barlöffel Ölivenöl aus Montepulciano und 2 Tropfen Absinth sorgten für ein weiches und vollmundiges Gefühl auf der Zunge.

Zutaten:

– 4 cl Dry Gin

– 3 cl Grapefruit Rosé

– 2 BL Puderzucker

– 3 Zweige Rosmarin

– 1 BL Olivenöl

– 2 Tropfen Absinth

Zubereitung:

Zunächst werden die Rosmarinzweige in den Shaker gegeben und mit einem Stößel bzw. Muddler leicht angedrückt und immer wieder verrührt. So öffnen sich die Zellen und die ätherischen Öle treten heraus.

Der Grandsire Cocktail lebt vom Zusammenspiel von Grapefruit und Rosmarin. Aus diesem Grund nahm ich auch keinen New Western Dry Gin, also ein Gin, dessen Aroma stark vom klassischen Wacholderaroma abweicht. Meine Wahl fiel auf den Elephant Dry Gin aus der Nähe von Hamburg.

Dieser wird zusammen mit dem Saft einer Rosé-Grapefruit auf ca. 10 Eiswürfel in den Shaker gegeben. Den Saft einer frischen Grapefruit extrahiert man am besten, in dem man die Frucht zunächst halbiert und die Hälften anschließend nochmals halbiert. Erst jetzt bekommt man die doch recht großen Zitrusstücke passgenau in die Elbow press bzw. Saftpresse.

Anschließend noch Puderzucker, Olivenöl und Absinth hinzugeben. Wobei man bei letzteren beiden äußerst sorgsam mit der Dosierung umgehen sollte. Etwas zuviel und der Drink wird ungenießbar. Den Cocktail nun mehrere Male sehr kräftig shaken, dass sich der Puderzucker auflöst und das Olivenöl weitestgehend mit den anderen Ingredienzen verbindet.

Den Drink nun in eine vorgekühlte Cocktailschale bzw. Coupette doppelt, das heißt über Grob- und Feinsieb, abseihen. Dekoriert werden sollte der Grandsire Cocktail mit einem kurz angebrannten Rosmarinzweig. Einfach den Rosmarin über einem Feuerzeug (kein Benzinfeuerzeug) einige Male drehen, bis es leicht zu knistern anfängt. Den Zweig anschließend quer an den Rand des Glases legen.

Zum Wohl!


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

4 Kommentare für Eine Melange aus Grapefruit und Rosmarin: der Grandsire Cocktail

  1. Matthias 6. Juli 2015 zu 18:55 #

    ein Cocktail mit ÖL?

    habt ihr den Irgendwo ausgegraben oder wie kommt man auf sowas,

    Fettaugen auf dem cocktail, kann ich mir nicht wirklich appetitlich vorstellen

  2. Maddin 6. Juli 2015 zu 19:32 #

    Spannender Drink. Hatte ihn gerade eben. Nix, wenn man keinen Rosmarin mag.

  3. Maddin 6. Juli 2015 zu 22:58 #

    Lustig. Zwei Beiträge genau gleichzeitig. Fettaugen hatte ich keine. Kleine Tröpfchen an der Glaswand sehr wohl. Aber man bekommt mit genug Kraftaufwand schon ne recht saubere Emulsion hin.
    Wenn einem was an der Optik liegt, sollte man ehr darauf achten, den Rosmarin (aus dem eigenen Kräutergarten) seeeeehr gründlich zu waschen und am besten nicht die ganzen Zweige, sondern nur die Nadeln selbst zu verwenden. Selbst mit doppelt Abseihen hatte ich noch „Dreck“ von den Stängeln im Glas.

  4. Philip Reim 7. Juli 2015 zu 07:58 #

    Es ist genauso wie Maddin es beschrieben hat. Sofern man sehr kräftig shakt, trennen sich die beiden Phasen in der Emulsion nicht sonderlich. Dies heißt, die Optik bleibt ästhetisch.

    Gruß Philip

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