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Compagnie des Indes Jamaica Navy Strength im Test

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Getrunken wurde auf Hoher See schon immer. Vorzugsweise hochprozentig. Egal, ob Grappa, Whisky etc. Wenige Genres waren allerdings so prägend für die Geschichte der Seefahrt wie Rum. So prägend, dass „Navy Strength“ zu einem fest etablierten Begriff wurde. Der neueste in Deutschland verfügbare Vertreter gibt auch gleich mal volle Breitseite: der Compagnie des Indes Jamaica Navy Strength.


930-compagnie-des-indes-jamaica-navy-strength-rumSteht eine neue Flasche oder Sample des kleinen französischen Familienunternehmens Compagnie des Indes ins Haus jucken mir die Finger. Zwar würde ich nicht alle Qualitäten blind in den Himmel loben, der Großteil hat es aber in sich. Der neueste Zuwachs, den Gründer Florent Beuchet ins Portfolio seines Unternehmens steckt, ist der Compagnie des Indes Jamaica Navy Strength.

Als eine der wenigen Qualitäten im Sortiment ist der Jamaica Navy Strength ein Blend aus verschiedenen Destillaten. 4 verschiedene jamaikanische Brennereien haben hierfür Rum beigesteuert. Alle zu gleichen Teilen.

Dies heißt, der Compagnie des Indes Jamaica Navy Strength besteht zu jeweils 25 % aus Rums jener Destillerien. Allerdings wird nicht kommuniziert um welche Rum-Brennereien es sich dabei handelt.

Laut Herstellerangabe sollen allerdings alle 4 enthaltenen Destillate ein Mindestalter von 5 Jahre besitzen. Auch verzichtete Compagnie des Indes beim Jamaica Navy Strength, wie auch bei seinen anderen Produkten, auf Nachzuckerung oder Farbstoffzugabe.

Degustation des Compagnie des Indes Jamaica Navy Strength

Die Farbe des Compagnie des Indes Jamaica Navy Strength würde ich als Bernstein beschreiben. Hinzu kommt, dass er einige wenige, aber kräftig-ölige Tropfen an der Glasinnenseite bildet.

Bereits unmittelbar nach Beginn des Nosings steigen Jamaika-typische, kräftige Ester-Noten aus dem Glas. Das Bouquet drückt ihm sofort den Stempel auf „Made in Jamaica“. Ananas, Klebstoff und Banane. Der Alkohol stört in keinster Weise. Vielmehr zeigt der Compagnie des Indes Navy Strength im Hintergrund noch etwas getrocknete Orangenscheiben, Pfirsich und typische Holzeinflüsse wie Vanille.

Im Mund ist er leicht süßlich und weich auf der Zunge. Er wirkt zunächst kräftig, was zum einen am aromatischen Geschmack, aber auch am Alkoholgehalt liegt. Der hat hier ordentlich Wumms. Allerdings ist es kein unangenehmes Brennen, sondern vielmehr ein kräftiges Mundgefühl. Es macht Spass mit ihm auf der Zunge zu spielen, wobei er ein paar Tropfen stilles Wasser durchaus vertragen kann. Das hilft nicht nur dem Bouquet, sondern kitzelt auch im Mund noch die ein oder andere Fruchtnote heraus. Vor allem Kirsch und Kokos machen hier das Rennen, wenn aber selbst auch nur dezent.

Im Nachklang bleibt er langanhaltend und trocken zurück. Und: auffallend mild. Er besitzt allerdings ohne ein paar Tropfen Wasser markante Off-Flavors. Erst durch etwas Verdünnung bleiben Orange, Holz und Vanille zurück. Diese dann aber mehr als angenehm.

Dieser Rum ist schlussendlich ein Destillat, das hier ist, um zu bleiben. Ein Tropfen mit mehr Höhen als Tiefen. Einfach zum Abschalten und Genießen würde ich diesen Rum allerdings nicht an erster Stelle empfehlen. Der Compagnie des Indes Navy Strength ist meines Erachtens nach hierfür etwas zu kompliziert. Im Angesicht seiner hiesigen Jamaica-Konkurrenz und seiner Mixbarkeit dürfte der Compagnie des Indes Navy Strength dennoch einer der ganz Großen in Deutschland sein. Ein „Must-Try“ für Fans jamaikanischer Rums.

                                        Details:

Art: Rum (Melasse)

Alter: 5 Jahre

Jahrgang: k. A.

Alkohol: 57 %Vol.

Preis: 42,99 Euro à 0,7 Liter

Region: Jamaica

                      Bottler: Compagnies des Indes

                             Fazit: 8/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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