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Last Word Cocktail – Eine süß-saure Melange aus dem Dunkel der Prohibition

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Bildquelle: AdaptaLux

Geburtsjahr: Um 1920. Geburtsort: Vielleicht Detroit. Die Historie des Last Word Cocktail besteht aus unzähligen Eventualitäten und ungenauen Aussagen. Seit seiner Wiederentdeckung im Jahr 2005 jedoch, steckt sein Fähnchen so tief im Holz internationaler Bartresen, dass man nicht umhinkommt, ihn zu probieren. Belohnt wird man mit einer perfekten Harmonie aus süß und sauer, krautig und fruchtig.


Soweit ich mich erinnern kann, war es vor knapp 2 Jahren. Wir saßen in einem Restaurant, das bis auf den letzten Tisch gut besucht war. Der Geräuschpegel war moderat. Leise genug, um sich zu unterhalten, laut genug, um das Gespräch am Nebentisch zu hören.

Neben uns saß ein illustre Runde, die sich köstlich zu amüsieren schien. Bis zu dem Zeitpunkt als einer der dortigen Herren das Wort übernahm und lautstark und inbrünstig behauptete : „In unserer Beziehung habe immer ich das letzte Wort.“ „Meistens: ‚Tschuldigung, Schatz!“. Pause. Schallendes Gelächter.

Was diese Anekdote mit Cocktails zu tun hat? Eigentlich nichts. Bis auf die Tatsache, dass es eben einen klassischen Gin-Cocktail gibt, der ebenfalls „Last Word“ bzw. „letztes Wort“ genannt wird. Ein Drink, bei dessen Namen mir immer unweigerlich jene Geschichte von vor 2 Jahren in den Sinn kommt.

Nur niedliche 8 Jahre zuvor wurde der Last Word Cocktail in unseren Breiten zu einer etablierten Größe in Sachen Prohibitions-Drinks. Losgetreten 2005 in Seattle, in einer kleinen Bar am Nordwest-Ende der USA.

Bartender Murray Stenson blätterte zu jener Zeit für die Barkarte des Zig Zag Cafés durch alte Bar-Literatur. Prohibitionscocktails und andere vergessene Drinks sollten ins Angebot. In „Bottoms Up!“ von Autor Ted Saucier aus dem Jahre 1951 wurde Murray fündig. Ein altes Bartender-Werk, das laut der Seattle Times nur noch durch Paketklebeband zusammengehalten wurde.

Weder der US-amerikanischen noch der europäischen Barszene war der Last Word Cocktail zu jener Zeit ein Begriff. Perfekt für Murray. Er legte die Karten offen und so stellte sich heraus, dass The Last Word laut „Bottoms Up!“vermutlich um das Jahr 1920 herum im Detroit Athletic Club erstmals zubereitet wurde. Konkrete Notizen oder gar Belege gibt es hierfür jedoch nicht.

Fakt ist allerdings, dass Murray mit seiner Entdeckung des Last Word Cocktails die internationale Barwelt um einen Prohibitions-Klassiker bereicherte. Einem Drink, der eine auffallend angenehme Balance zwischen süß und sauer schafft und einen Teppich an krautig-medizinischen Noten darunter legt.

Wer, wann, wo den Last Word nun das erste Mal zubereitete, wäre zwar interessant zu erfahren, ist aber letztendlich hinfällig. Vor allem für die Stadt Seattle. Dürfte der Last Word Cocktail sowohl aufgrund seiner Entdeckung als auch seiner charakteristisch grünen Farbe wohl der wichtigste Beitrag jener Metropole zur internationalen Barszene sein. Ist Seattle doch inoffiziell die „Smaragdstadt“ der USA.

Zutaten:

  • 2 cl Dry Gin (klassisches, wacholderlastiges Geschmacksprofil)
  • 2 cl Frischer Limttensaft
  • 2 cl Chartreuse Verte (grün)
  • 2 cl Maraschino

Zubereitung:

Alle Zutaten des Last Word werden in einen Shaker auf Eiswürfel gegeben. Anschließend kräftig shaken. Den Drink nun in eine vorgekühlte Coupette bzw. Cocktailschale abseihen und ohne Dekoration servieren.

Zum Wohl!


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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Ein Kommentar für Last Word Cocktail – Eine süß-saure Melange aus dem Dunkel der Prohibition

  1. Andy 13. Juli 2015 zu 23:28 #

    Sehr feiner Drink, witzigerweise gerade heute gemacht, nachdem ich das Video hier gesehen habe: http://smallscreennetwork.com/video/3681/the_last_word_cocktail_featuring_francesco_lafranconi/

    😉

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