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Hibiki Japenese Harmony im Test

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Dass Beam Global nach der Fusion mit dem japanischen Unternehmen Suntory zu Beam Suntory vor wenigen Monaten den ein oder anderen asiatischen Whisky auf den deutschen Markt bringt, war zu erwarten. Und zu hoffen. Mit dem Hibiki Japenese Harmony steht nun seit kurzem der neueste Blended Whisky aus der amerikanisch-japanischen Schmiede ins Haus. Ein solider, wenn auch nicht überragender Tropfen.


Hibiki Japanese Harmony_eDer neue Hibiki Japenese Harmony ist ein Blended Whisky, über den sich so mancher Händler freuen darf. Für das Verkaufsgespräch hält Beam Suntory nämlich eine Menge Informationen parat.

So stammt der neue Japaner aus mindestens 10 verschiedenen Malt- und Grain Whiskys, die ihre Reifungszeit in Ex-Sherryfässern und solchen aus japanischer Mizunara-Eiche fristeten. Allesamt aus dem Kontingent der 3 Brennereien Yamazaki, Hakushu und Chita.

Auch optisch liefert der Konzern einen Hingucker. Zumal für einen Preisbereich um ca. 35,- Euro ein Glas-/Korkenverschluss und eine polygone Flaschenform ganz sicher nicht Branchenstandard sind. Das i-Tüpfelchen soll schließlich das Flaschenlabel liefern, das aus handgemachtem Echizen-Papier besteht. Womit der Hibiki Japenese Harmony nahtlos in die Design-Strategie seiner älteren und teureren Schwesterqualitäten passt.

Degustation des Hibiki Japenese Harmony

Farblich würde ich den Hibiki Japenese Harmony als Gelbgold beschreiben. Zudem bildet er nach einigem Schwenken im Glas recht viele Tropfen, die auf den Glasboden zurückwandern.

Dieser Blend ist kein Whisky, der sonderlich lange zum Atmen braucht. Einmal eingeschenkt ist er auch relativ schnell präsent. Allerdings entfaltet sich das Bouquet erst so richtig, wenn man 1 bis 2 Schlücke genommen hat. Zwar ist dies bei vielen Destillaten so, beim Hibiki Japenese Harmony allerdings schon recht auffallend. Hat man diese kleine Reihenfolge beachtet, so liefert der Whisky eine Melange aus Fruchtnoten, bei denen vor allem Kirsche und Ananas heraussticht. Hinzukommt eine dezente Rauchnote, die ihn angenehm mineralisch erscheinen lässt. Abgerundet wird das Bouquet schließlich mit einem Hauch grünen Tee. Allerdings ist meiner Ansicht nach auch dezent eine Note zu erkennen, die an Neutralalkohol erinnert.

Auf der Zunge hat er zunächst ein recht auffallendes alkoholisches Brennen, das ich so von den meisten japanischen Whiskys nicht kenne. Auch im Mund liefert er etwas Kirsche ab, gibt allerdings noch einen süß-sauren Spritzer Zitrone hinterher. Im hinteren Teil des Mundes bringt er schließlich dezenten Rauch und etwas Muskat.

Leider zeigt sich auch im Nachklang die zuvor erwähnte alkoholische Schärfe. Sie ist nicht übertrieben stark, aber dennoch deutlich wahrnehmbar. Nichtsdestotrotz liefert der Hibiki Japenese Harmony auch zum Schluss nochmal den Beweis für interessantes Fassmanagement. Dezenter Rauch bleibt kurzzeitig herb-trocken zurück und macht Platz für auffallend deutliche Halbbitterschokolade.

Schlussendlich ist der Hibiki Japenese Harmony definitiv eine Kostprobe Wert. Vielleicht sogar auch mehr, wenn er im Mund etwas mehr Komplexität hätte und sich nicht eine alkoholisch-scharfe Note durch die Verkostung ziehen würde.

Details:

Art: Blended Whisky

Alter: k. A.

Jahrgang: k. A.

Alkohol: 43 %Vol.

Preis: ~ 35,- € à 0,7 l

Region: Japan

Bottler: Beam Suntory

Fazit: 6/10 Punkten


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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Ein Kommentar für Hibiki Japenese Harmony im Test

  1. Matthias Hartinger 15. Juli 2015 zu 13:38 #

    Das Ganze hört sich doch danach an, als würde man wieder nicht an den Japanern vorbeikommen, und das wohl auch zu Recht.
    Allen Anschein nach haben wir hier also einen richtig schönen Sommerwhisky vor uns. Wobei das mit der alkoholischen Note…, naja, es handelt sich um Alkohol.
    Um den Aufschreien vorzubeugen, der letzte Satz darf ironisch gelesen werden.

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