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Dirty Spot Cocktail: ein japanisch-deutsches Joint Venture

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Dirty Spot

Als ich vor wenigen Tagen ein Paket mit den 3 neuen Frucht-Sakes von Île Four vor der Tür stehen hatte, war dies ein Weckruf für den Shaker. Die aromatische, fruchtige Kraft, die bei jeder einzelnen der 3 Qualitäten aus der Flasche steigt, schreit förmlich nach Eis. Vor allem, die des Ume. Ein Sake, der im Dirty Spot zu einer Melange aus Pflaume, Mandel und Zimt wird.


Die Idee war zunächst auf Basis des Île Four Yuzu einen Gin Sour Twist zu probieren. Recht simpel sollte dieser Fruchtsake, den Zitronensaft in der Rezeptur ersetzen. Yuzu wäre als Ersatz prädestiniert, da dieser Sake eine angenehm frische und natürliche Fruchtigkeit der Yuzu-Frucht mitbringt.

Die Idee hatte ich allerdings zugunsten einer anderen Kombination erstmal beiseite gestellt. Genau in dem Moment als ich den Île Four Ume öffnete. Mehrmals die Flasche auf den Kopf gedreht, damit sich der Fruchtanteil gleichmäßig verteilen kann, strömt einem beim Öffnen ein kräftiger, milder Pflaumengeruch entgegen. Spätestens jetzt wusste ich, warum diese eigentlich den Aprikosen zugeordnete Frucht, landläufig auch als japanische Pflaume bezeichnet wird. Und: Ume passte perfekt zu Mandeln und Zimt.

Es sollte also ein Drink her, der das süß-saure Fruchtaroma der Ume mit den beiden würzigen Zutaten verband. Eines der Probleme war jedoch in meinen Augen der geringe Alkoholgehalt der Île Four-Produkte. Im Purgenuss oder auf Eis ist dieser zwar hervorragend, in Verbindungen mit anderen Zutaten und Flüssigkeiten fällt er allerdings schnell zurück. Dem Drink fehlt somit etwas Kraft.

Ich experimentierte also mit diversen Basis-Spirituosen. Diese sollten geschmacklich nicht zu dominant sein, sondern den Sake lediglich mehr Stärke verleihen und ihn dezent akzentuieren. Es durfte also kein Destillat mit ellenlanger Holzfasslagerung sein. Fündig wurde ich bei weißem Rum. Präziser: Nikolas Kröger Platinum Rum 43,8 %Vol.

Prinzipiell eignet sich aber jeder helle Rum, der einen für seine Kategorie kraftvollen Charakter mitbringt. Wie im Falle des N. Kröger kann er dann auch schon mal ein Holzfass für ein paar Monate besucht haben.

Zutaten:

  • 2 cl Weißer bzw. kurz gereifter Rum
  • 4 cl Île Four Ume
  • 3 cl Sahne
  • 2 cl Mandelsirup
  • 1 Zimtstange

Zubereitung:

Zur Zubereitung des Dirty Spot Cocktails setzte ich im Vorfeld den Mandelsirup an. Hierfür gab ich in einen kleinen Topf 100 ml Wasser und 100 ml Haushaltszucker. In dieses 1:1-Verhältnis kamen 50 halbierte Mandeln hinzu. Diese nun aufkochen lassen und anschließend bei kleiner Flamme ca. 15 Minuten köcheln lassen. Anschließend ca. 1 Stunde abkühlen lassen. Dadurch entsteht ein Sirup, der zwar nur eine dezente Mandelnote enthält, dafür jedoch optimal im Drink funktioniert.

Ganz wichtig für diesen Drink ist zudem, dass man kein fertiges Zimtpulver verwendet, sondern eine frische Zimtstange zerreibt. Das dadurch entstehende frisch-würzige Aroma bekommt man mit industriellem Pulver einfach nicht hin.

Sind Sirup abgekühlt und Zimt fein zerrieben, kommen alle Zutaten in den Shaker und werden kräftig auf Eis geschüttelt.

Anschließend den Dirty Spot in eine vorgekühlte Cocktailschale bzw. Coupette doppelt abseihen.

Schlussendlich mit dem Barlöffel etwas Zimtpulver auf die Oberfläche des Drinks geben und zum Dirty Spot ein kleines Schälchen gerösteter Mandeln reichen.

Zum Wohl!


 

 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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