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Penderyn Myth Single Malt Welsh Whisky im Test

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Regionalität als Aushängeschild kann sowohl bei einem einzelnen Produkt als auch bei einer ganzen Marketing-Strategie funktionieren. Sie bietet sich vor allem dann an, wenn man in jener Region das einzige produzierende Unternehmen in einem konkreten Segment ist. Sowie die Penderyn Distillery in Wales mit deren neuen Myth Single Malt Welsh Whisky, der regionaler nicht sein könnte.


Bildquelle: penderynstore.comEin roter Drache ziert die Walisische Flagge, ein roter Drache ziert das Label des neuen Penderyn Myth Single Malt Welsh Whisky. Was fast wie eine offizielle Staatsabfüllung aussieht, ist die neueste Qualität aus der Whisky-Destillerie Penderyn.

Diese erweitert ihr Portfolio in Deutschland um 4 weitere Whiskys, wobei Myth der einzige Single Malt darin ist, der ausschließlich in Ex-Bourbonfässern reifte. Über weitere Herstellungschritte erfährt man allerdings leider nicht viel. So bleibt auch das Alter des Penderyn Myth unter Verschluss.

Neben der obligatorischen Angabe des Alkoholgehalt verweist die Brennerei lediglich noch aufs den Verzicht der Kaltfiltration ihres Whiskys. Naja, immerhin.

Degustation des Penderyn Myth

Die Farbe des Penderyn Myth wirkt satt und kräftig. Allein optisch scheint er durch seine ansprechende Safran-Farbe wie ein Whisky reifen Alters.

Vor dem eigentlichen Tasting jedoch eines vorweg: Dieser Malt ist ein Whisky mit Potential. Zur Vollendung bedarf es meiner Meinung nach jedoch noch das ein oder andere Jahr Fasskontakt. Nichtsdestotrotz liefert dieser Single Malt ein weiches und äußerst blumiges Bouquet ab. Er hat eine auffallende Gras- und Hibiskus-Note und versprüht gelegentlich einen Hauch Birne. Generell ist das Bouquet dieses Whiskys geprägt durch einen trockenen Charakter, der diverse Aromen besitzt. Alle jedoch nur in Nuancen. Darunter: Erde, Früchte, Tomate, Chili, Pfeffer, Vanille und viel Karamell. Das besonders Spannende für mich an der Nase des Penderyn Myth ist, dass er bei jedem Nosing zwar seinen individuellen Grundcharakter beibehält, jedoch jedes Mal wie ein gänzlich anderer Whisky wirkt.

Dieser individuellen Linie bleibt er auch im Mund treu. Gras und erdige Töne treten hier wieder in den Vordergrund und die Ex-Bourbonfässer liefern nur dezent tertiäre Aromen nach. Vielmehr unterstützen die Fässer hier die Primär- und Sekundäraromen aus Maische und Gärung und geben etwas Kraft hinzu. Er wirkt dabei nicht ganz so trocken wie in der Nase und besitzt eher ein maskulines Geschmacksprofil. Allerdings fehlen ihm hier einige Aromen hin zu mehr Komplexität.

Auch zum Schluss kommt eine gewisse Fruchtigkeit wieder zum Vorschein, die mich hier vor allem an Pfirsich erinnert. Allerdings will die kleine Frucht nicht so recht raus. Erst wenn man mit der Zunge im „leeren“ Mund spielt, wird sie sukzessive deutlicher. Nach einer Weile gesellt sich noch Tabak und der leicht herbe Geschmack des Holzes hinzu.

Der Penderyn Myth besitzt sehr viele ausgeprägte Primärnoten bzw. kommen diese deutlich durch. Der Einfluss des Fasses ist daher relativ gering in Bezug auf konkrete Aromen. Aus diesem Grund würde ich vermuten, dass der Penderyn Myth im Mittel höchstens 6 – 7 Jahre Reifung hinter sich hat. Lässt man einmal außen vor, dass ihm hierdurch etwas Komplexität und Raffinesse verloren geht, ist dieser Single Malt ein solider Tropfen, der den eigenen Whisky-Horizont ungemein erweitert.

Details:

Art: Single Malt Welsh Whisky

Alter: k.A.

Jahrgang: k.A.

Alkohol: 41 %Vol.

Preis: ~ 40 Euro à 0,7 l

Region: Wales

    Bottler: Penderyn Distillery

     Fazit: 7/10 Punkten


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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