Bulldog Gin im Test » Eye For Spirits

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Bulldog Gin im Test

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Breite Schultern, gedrungene Statur und selbstsicherer Ausdruck. Der Bulldog Gin erinnert mit seinem Stachelhalsband allein äußerlich recht deutlich an seinen 4-beinigen Kollegen. Schon das Äußere verdient dabei in Sachen Individualität Lorbeeren. Letztendlich entscheidet aber der Inhalt, und hier ist es mit der Exklusivität leider nicht weit her.


Bildquelle: Campari DeutschlandDass hinter der britischen Gin-Marke Bulldog findige Leute stehen, ist unbestreitbar. Vor allem hinsichtlich Marketing weiß das Unternehmen an welchen Schrauben es zu drehen hat. Allein das schicke und individuelle Design des Bulldog Gin spricht dabei Bände. Für mich persönlich gibt es nur wenige andere Gin-Marken, die ein konkretes Konzept so kreativ in Form der Flasche wiederspiegeln.

Dass dieses Design- und Marketing-Konzept durchaus aufgeht, merke ich auch hier auf Eye for Spirits. Bulldog Gin fällt also auf. Neben Tanqueray, Bombay Sapphire und Monkey 47 ist er hier einer der am meisten aufgerufenen Suchbegriffe im Bereich Gin.

Zugute kommt diesem englischen Gin dabei, dass er bereits 2007 auf dem US-amerikanischen Markt vorgestellt wurde. Das bedeutet, er hatte ca. 3 Jahre Zeit sich zu etablieren, bevor der eigentliche Gin-Hype begann. Folglich ist er heute bereits in 40 Ländern vertreten.

Im Besitzt von Anshuman Vora, einem ehemaligen Investment Banker von JP Morgan, New York wird der Bulldog Gin laut Unternehmensangaben mit 12 Botanicals (Longan-Frucht, Kalifornischer Mohn, Lotusblätter, Zitrone, Mandel, Kassie, Lavendel, Schwertlilie, Wacholder, Angelika und Koriander) hergestellt und 4-fach destilliert.

Degustation des Bulldog Gin

In der Nase beginnt der Bulldog Gin äußerst zielstrebig mit seiner obligatorischen Zutat: Wacholder. Jene Note ist äußerst markant ausgeprägt und verleiht dem Aroma meiner Ansicht nach einen interessanten, herb-harzigen ersten Eindruck. Auch zeigt sich etwas Pfeffer, Koriander und eine sehr dezente Zitrus-Note. Alles in allem also ein recht klassisches Aromenprofil. Was allerdings einen starken Wermutstropfen beim Nosing hervorbringt, ist seine auffallend fehlende Komplexität. Mir schien es, als stehe hinter den genannten Noten nur gähnende Leere. Im Hintergrund zeigt sich das Aroma äußerst schwach und bringt lediglich den charakteristischen Geruch von Neutralalkohol hervor.

Auch im Mund bleibt der Eindruck von Neutralalkohol. Der Bulldog Gin erinnert mich hier recht stark an einen leicht aromatisierten Vodka. Zwar ist der Wacholder durchaus vorhanden und angenehm herb-würzig am Gaumen, ergänzt wird dieser jedoch nur durch eine gewisse alkoholische Schärfe.

Diese lässt auch im Nachklang nicht ab und bleibt beharrlich. Am Gaumen bleibt lediglich für einen kurzen Moment Wacholder zurück. Ansonsten verabschiedet er sich kurz und bissig.

Schade finde ich am Bulldog Gin, dass das Konzept äußert vielversprechend wäre. Das Design ist top, die Marke hat Potential. Nur leider führt der Inhalt die äußere Individualität nicht fort. Der Gin selbst ist, anders als sein Äußeres, meiner Meinung nach daher eher unterdurchschnittlich.

Bulldog Gin - 40%Vol. - 20€/0,7l

Bulldog Gin - 40%Vol. - 20€/0,7l
5.325

Bouquet

6/10

    Geschmack

    6/10

      Mundgefühl

      5/10

        Nachklang

        5/10

          Positiv

          • Preis
          • Design

          Negativ

          • Fehlende Komplexität
          • Aroma erinnert an Neutralalkohol
          • Wässrig
          • Alkoholische Schärfe


          Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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