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Benromach 15 Jahre Single Malt Scotch Whisky im Test

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Auch wenn die Flaschenaufmachung hip und modern erscheint, soll der neue Benromach 15 Jahre ein Single Malt Scotch Whisky im Vor-1960-Speyside-Stil sein. Die Brennerei Benromach will den Whisky-Fan also mit 15 Jahren Fassreifung in Ex-Bourbon- und Ex-Sherryfässern in der Zeit reisen lassen. Vergangene Woche hatte ich mich ins Glas gesetzt und diese Fahrt probiert.


Benromach 15 JahreInnerhalb eines Jahres hat die Destillerie Benromach aus der schottischen Speyside ihr gesamtes Kernportfolio umgekrempelt. Der Benromach 15 Jahre ist hierunter der Älteste.

Die Angaben, die das Unternehmen zu ihrem neuesten 15-Jährigen macht, sind konkret aber spärlich. So reift jener Single Malt Scotch Whisky sowohl in Ex-Bourbon- als auch Ex-Sherryfässern und der jüngste enthaltene Tropfen ist 15 Jahre alt.

An sich schon brauchbare Informationen. Zumal dies schon deutlich mehr ist, als man von der modernen Scotch Whisky-Industrie verlangen kann. Leider geben jene Informationen aber keine Auskunft darüber, welche Sherryfässer verwendet wurden und zu welchen Teilen die Whiskys aus welchen Fässern stammen.

So findet man zwar inoffizielle Angaben darüber, dass es sich um Ex-Amontillado Sherry-Fässer handeln soll und der Großteil des Whiskys in eben diesen reifte, gesicherte Informationen sind dies jedoch nicht.

Nun ja, ich will nicht jammern. Sind dies immerhin deutlich mehr Aussagen zur Herstellung als es mittlerweile zum guten Ton der Branche gehört.

Degustation des Benromach 15 Jahre Single Malt Scotch Whisky

Mit satter Terracotta-Farbe liegt der Benromach 15 Jahre im Glas.

Gibt man ihm ein paar Minuten zum Atmen, zeigen sich deutliche Whisky-Primäraromen. Dazu eine leichte Maische- und Rauchnote, die allerdings eher im Hintergrund passiert und für etwas Komplexität sorgt. Auch gewisse Fruchtnoten, die an Rosinen, Sherry, Pflaume und ein paar rote Beeren erinnern, konnte dieser Scotch aus den genannten Fässern ziehen. Hinzukommt, dem Ex-Bourbonfass geschuldet, eine cremige Vanille-Note sowie Karamell und Vollmilchschokolade. Allerdings sind all die von mir genannten Aromen eher in Nuancen vorhanden. Den prägendsten Eindruck hinterlassen ohne Frage die Whisky-Primärnoten. Der Rest ordnet sich unter. So finde ich die Nase des Benromach 15 Jahre nicht unbedingt schlecht, aber etwas flach und ohne Wiedererkennungswert.

Eine gute Figur macht der Benromach 15 Jahre allerdings auf der Zunge. Hier liegt er weich und sehr angenehm cremig-süßlich auf der Zunge. Eine dezente Rauchnote ist auch hier erkennbar. Hinzukommt etwas Vanille, rote Beeren und ebenso ein Hauch Vollmilchschokolade. Hier machen sich auch die Sherry-Fässer deutlicher bemerkbar und gehen einher mit Rosinen und etwas gegerbtem Leder. Der geschmacklich Sherryfass-Einfluss hält sich jedoch in Grenzen. Das Ex-Bourbonfass hat hier definitiv die Hosen an und dominiert mit Vanille. Wie auch in der Nase vermisse ich aber Komplexität. Die Süße gibt ihm zwar einen etwas mundfüllenden Charakter, die aromatische Kraft bleibt allerdings außen vor.

Im kurzen Nachklang tritt der Rauch schließlich am am deutlichsten hervor. Hinzukommt Vanille und Honig, vom Sherryfass allerdings kaum eine Spur.

Der Benromach 15 Jahre ist durchaus ein solider Single Malt Whisky, verfehlt allerdings etwas den Weg zur Individualität. Es gibt von der Nase bis zum Gaumen keinen Punkt bei diesem Whisky, den ich als negativ beschreiben würde. Allerdings ist dieser Malt ersetzbar. Dennoch: Im heimischen Regal als Feierabend-Drink macht er eine Topfigur.

Details:

Art: Single Malt Scotch Whisky

Alter: 15 Jahre

Jahrgang: k.A.

Alkohol: 43 %Vol.

Preis: ~ 75 Euro à 0,7 l

Region: Speyside/Schottland

    Bottler: Benromach Distillery

     Fazit: 7/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

Ein Kommentar für Benromach 15 Jahre Single Malt Scotch Whisky im Test

  1. kallaskander 4. September 2015 zu 12:43 #

    Hi there,

    ich mochte den 18er und den 21er den Benromach noch aus Beständen des Vorbesitzers abgefüllt hatte.
    Beide waren hervorragende Speyside malts mit allem was das Herz begehrt und einer unglaublichen Rundheit und Harmonie der Aromen. Alles was man in einem Speyside malt suchen kann war in diesen beiden whiskies zu finden aber kein Element stach hervor. Manchem mag das zu glatt und geschmeidig gewesen sein, aber ich fand es nur großartig.
    Kaum zu glauben das G&M Fässer vom 21er für so was wie das Tokayer finish verschwendet hat, ewig schade drum.

    Ich war positiv überrascht, diese Rundheit und Harmonie auch in Ansätzen im jungen Benromach Traditional zu finden und hatte große Hoffnungen….

    Bisher haben die sich nicht erfüllt. Die neuen Benromachs unter G&M gemacht sind nicht mehr so harmonisch.
    Leider werden sie es auch nicht mit zunehmendem Alter, wie der 15er zeigt.
    International waren die Kritiken am 15er auch eher verhalten, ein reviewer empfiehlt denn auch, für das Geld lieber den 10er 100 proof zu kaufen, der hätte alles was der 15er auch hätte nur mehr davon.

    Und ja, Geld… die Benromach – kleine Destille hin oder her – sind einfach zu teuer und grade der 15er kann zeigen, daß er den Preis von 75.- € nicht rechtfertigen kann.

    Greetings
    kallaskander

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