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Glenfiddich legt alten Straight Malt Whisky von 1963 wieder auf

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Nicht nur verleiht die renommierte Single Malt Scotch-Marke Glenfiddich in Kürze ihrem Kernportfolio ein kleines optisches Update, das Whisky-Haus aus der Speyside legt zudem noch ein „Original“-Produkt aus den 1960ern wieder auf: Mit dem Glenfiddich The Original 1963 als eine Hommage an den Whisky eurer Großväter.


glenfiddich1963Im Vergleich zu heute bzw. vor 5 bis 10 Jahren waren die 1960er für Single Malt Scotch nicht gerade ein Schlaraffenland. Blended Whisky war der Scotch der Wahl. Malt Whisky war meist nur dessen Zutat, ein vergleichsweise selten alleinstehendes Produkt.

Aus eben jener Zeit kramte kürzlich die Whisky-Destillerie Glenfiddich eine Rezeptur heraus. Der Plan: den Glenfiddich The Original 1963 wieder aufleben lassen. Den Whisky-Fan in eine Zeit zu führen, wo Single Malt tatsächlich nur das Destillat einiger weniger Eingeschworener war.

Allerdings legt die Scotch-Destillerie und deren Dachkonzern William Grant & Sons auch den Schleier der Vergangenheit über den Glenfiddich The Original 1963. Über die Produktionshintergründe und genauen Herstellungsverfahren erfährt man nicht viel. Lediglich, dass Sherryfässern im Spiel gewesen sein sollen.

Naja, vielleicht auch eben wie in den 1960ern als das Internet noch nicht existierte und das Flaschenlabel meist die Einzige Informationsquelle war.

Fakt ist allerdings, dass sich William Grant & Sons allein optisch ins Zeug gelegt hat, etwas Nostalgie aufkommen zu lassen. Zwar kommt der Glenfiddich The Original 1963 in der modernen Glenfiddich-3-Eckflasche daher, das Label erinnert aber unverkennbar an sein Idol. Auch wenn alte Begriffe wie „Straight Malt“ durch aktuelle wie „Single Malt“ ersetzt wurden.

Laut offizieller Pressemitteilung startet der Glenfiddich The Original 1963 ab 01. Oktober 2015 im deutschen Handel mit 40 %Vol. und einer unverbindlichen Preisempfehlung von 99,- Euro à 0,7 Liter. Dazu kommt die Tatsache, dass es den Replika-Whisky nur in einer limitierten Auflage von 588 Flaschen geben soll.

An sich eine Stange Geld für einen Whisky, noch dazu für ein No-Age-Statement. Weit weniger dramatisch wirkt es allerdings, wenn man sich einmal tatsächlich das Original aus den 1960er Jahren ansieht. Dieser Straight Malt besaß seiner Zeit nur 35 %Vol. und wechselte kürzlich bei einer schottischen Auktionsplattform für 740,- Pfund Sterling, umgerechnet knapp über 1000,- Euro, den Besitzer.


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

4 Kommentare für Glenfiddich legt alten Straight Malt Whisky von 1963 wieder auf

  1. Matthias 5. September 2015 zu 18:13 #

    Hörrt sich wieder nach viel Marketinggewäsch an,

    Die Hefen waren früher anders, das Malz wurde anders hergestellt, die Kessel wurden direkt befeuert und abgekühlt wurde mit Wormtubs, und beim brennen wurde lange nicht so effizient gebrannt (sprich man hatte weniger Ertrag, dafür aber mehr charakter, mal schlechter, mal besser).

    Die Hefen könnten sie irgendwo herkriegen, und beim destillieren könnten sie auch etwas umstellen, wo sie den vor und Nachlauf abschneiden und welcher Teil des Brandes nun verwendet wird, aber sie werden garantiert nicht anfangen wieder Brennblasen mit Kohle zu befeuern und Wormtubs aufzustellen.

    Der Mangel an Informationen sagt eigentlich schon alles aus.

  2. Philip Reim 5. September 2015 zu 19:41 #

    Hallo Matthias,

    dein Beitrag bringt es eigentlich recht schön auf den Punkt.
    Wobei man auch sagen muss, dass Glenfiddich einige Punkte teils aus rechtlichen Gründen heute einfach nicht mehr durchführen darf. Auch wenn sie dem Original näher kommen würden.
    Ein Alkoholgehalt bei Scotch von 35 %Vol. wäre nicht zulässig, Kohlebefeuerung der Brennblasen auch nicht, Hefen ebenso etc.
    Der Glenfiddich Original 1963 bezieht sich meiner Vermutung her, vor allem auf die Auswahl der Fässer.
    Aber an Informationen mangelt es hier tatsächlich sehr. Da hast du recht.

    Viele Grüße
    Philip

  3. Andreas 6. September 2015 zu 12:04 #

    Marketing pur! Einfach mal googeln: am 24. Okt. 2014 von Forbes für „ca. 100,- GBP“ angekündigt, am 05. Nov. 2014 von der NY Times und BevNet für 100,- USD. Sollte für den US und Asiatischen Markt laufen. in Australien gibt´s nen Händler, der hat noch 20 Buddeln im Stock für… surprise, surprise… umgerechnet 84,- Euro. Es wurden 24.000 Flaschen abgefüllt. Für Deutschland gibt es halt „nur“ diese 98 Cases á 6 Flaschen. Wie viel geht noch gleich auf eine Palette? Und das mit einem Jahr Verzögerung! Weil China den Stoff nicht wollte??? 🙂

  4. Matthias 6. September 2015 zu 18:22 #

    @Philipp

    Ardmore hat bis 2000 noch Kohle benutzt.
    Hast du da irgendwelche Infos, das es tatsächlich verboten ist?
    Finde nichts dazu.

    Abfüllung mit 35% wäre möglich, wenn sie es eben einfach ehrlich vermarkten.
    Sprich eben nicht Whisky draufschreiben, sonder was es ist und worum es geht.

    Die Auflage ist ja eh klein, wer das kauft, weiß was er kaut.
    Wir reden hier ja nicht von Supermarktpublikum, das dadurch verwirrt wäre, das auf einer Flasche von Glenfiddich nicht Whisky draufsteht.

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