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Ardbeg Supernova 2015 im Test

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Es ist eine Art Déjà-vu. Nicht nur veröffentlicht Ardbeg, eine der bekanntesten Whisky-Destillerien Islays, in gewissen Abständen einen neuen Jahrgang seiner Supernova-Qualität. Dieses Mal fühlt man sich sogar inhaltlich in der Zeit zurückversetzt. Um genau zu sein: 1 Jahr. Denn der Ardbeg Supernova 2015 ist von seinem Vorgänger so gut wie nicht zu unterscheiden.


ardbegsn152009, 2010, 2014 und 2015. Vier Jahre in denen Ardbeg unter der Dachmarke Moët Hennessy jeweils einen Jahrgang seiner Supernova-Qualität auf den Markt brachte. Immer mit dem Versprechen eines Geschmackserlebnisses gleich einer interstellaren Explosion.

In diesem Jahr beschränkt Ardbeg die Verfügbarkeit des Supernova allerdings auf die Committee-Mitglieder, der offizielle Fanclub der Destillerie. Diese bekommen dann ab dem 12. September einen Single Malt mit 54,3 %Vol. Alkohol und unbekannter Reifungsdauer präsentiert.

Ob der Ardbeg Supernova 2015 anschließend in Teilen auch Nichtmitgliedern über den herkömmlichen Einzelhandel angeboten wird, ist bis dato noch nicht bekannt. In Anbetracht vergangener Abfüllungen ist dies allerdings sehr wahrscheinlich.

Degustation des Ardbeg Supernova 2015

Schenkt man den Ardbeg Supernova 2015 ins Glas ein, zeigt er eine ansehnliche Gelbgoldene Farbe. Nach einigem Schwenken bildet er viele Tropfen an der Glasinnenseite.

Ganz der Ardbeg, der er ist, steigt bereits beim Einschenken eine intensive Rauchnote aus dem Glas. Es ist dieser typische, knackige und maritime Torfrauch, der dieser Brennerei eine solch große Fangemeinde eingebracht hat. Allerdings nicht nur das. Komplexität und Raffinesse bildete bei Ardbeg ein Steckenpferd. Leider scheint dies jedoch seit einigen Jahren vorbei. Auch beim Ardbeg Supernova 2015. Und so bleibt auch hier in der Nase feinste Arbeit aus dem Hause Ardbeg übrig, allerdings ohne aromatische Vielschichtigkeit. Nun ist der Ardbeg Supernova 2015 in der Nase durchaus kein schlechter Tropfen. Er bietet einen malzigen und vor allem salzigen Duft, sogar eine gewisse Frische erzeugt er in der Nase. Nur eben mangelt es stark an tertiären Aromen aus der Holzfassreifung.

Im Mund beginnt er zunächst kräftig, mundfüllend und sehr weich. Sehr interessant finde ich hier, dass dieser Single Malt neben seinem rauchig-salzigen Haupteindruck, leicht säuerlich auf der Zunge wirkt. Ein Meisterwerk in Sachen Destillationskunst. Aber geschmacklich lebt der Ardbeg Supernova 2015 hier vor allem von seiner intensiven Rauchfülle. Wäre diese nicht vorhanden, sähe es sehr duster aus. Vor allem dann, wenn man den Rauchgeschmack durch etwas stilles Wasser verdünnt.

Auch im Nachklang hält das getorfte Malz die Aromenflagge hoch. Leicht süßlich und äußerst rauchig mit einer Spur altem Leder verbleibt der Ardbeg Supernova 2015 recht kurz am Gaumen.

Als ich mit der Degustation dieses Whiskys am Ende angelangt war, verglich ich meine Aufzeichnungen mit jenen zur 2014er Abfüllung. Ohne diese vorher noch einmal gelesen zu haben, waren die Notizen fast identisch. Als hätte ich denselben Whisky zweimal verkostet. So habe ich zwar keine konkrete Information darüber, würde allerdings behaupten, dass sich an der Fassauswahl des Supernovas in den Jahren 2014 und 2015 kaum bis gar nichts verändert hat. Er ist und bleibt ein aus geschmacklicher Sicht sehr junger Whisky.

Details:

Art: Single Malt Scotch

Alter: k.A.

Alkohol: 54,3 %Vol.

Preis: k.A.

Region: Islay/Schottland

Bottler: Ardbeg/Moët Hennessy

Fazit: 7/10 Punkten


 

 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

Ein Kommentar für Ardbeg Supernova 2015 im Test

  1. l. kuntze 12. September 2015 zu 10:46 #

    Dies ist mir in den letzten Jahren bei den ohne Altersangaben herausgegeben Abfüllungen auch aufgefalle: Es fehlt die Komplexität!! Die Reife und die Aromenfülle der früheren Jahre. Dies war unterschwellig auch in Ihrer Beschreibung zu lesen. Will man diese Schwäche mit Verknappung verwischen. Ja dies ist mein Eindruck.

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