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Schweizer Turicum Gin im Test

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Als der Gin-Hype vor wenigen Jahren Anlauf nahm, waren die Schweizer nicht weit. In gewissen Abständen flog eine Meldung über ein neues Wacholderdestillat aus dem Alpenstaat durch den Internet-Äther. Zahlenmäßig geringer als die deutsche Konkurrenz, inhaltlich aber auf gleichem Niveau. Und dass man qualitativ auch ganz oben mitspielen kann, zeigt der neue Turicum Gin aus Zürich.


turicumEs war eine dieser Lieferungen, die vorher nicht angekündigt wurden. Erst im beiliegenden Anschreiben stellte sich das schweizerische Unternehmen better taste mit ihrem Turicum Gin vor und bat um ein ehrliches Feedback.

Gut zu wissen, denn hätte ich lediglich die Flasche des Turicum Gins gesehen, hätte ich im ersten Moment vermutet, dass die Hamburger Marke Gin Sul eine neue Qualität auf den Markt bringen möchte. Die Gefäße der beiden Marken ähneln sich auffallend. Beide Tonkrüge unterscheiden sich auf den ersten Blick lediglich durch das Label.

Erst im direkten Vergleich des Turicum gegenüber Gin Sul zeigte sich das Schweizer Gefäß etwas dunkler und der Verschluss aus anderem Kork. Trotz der äußerlich auffälligen Parallelen könnten die beiden Destillate inhaltlich aber kaum unterschiedlicher sein.

Der Turicum Gin basiert auf Mazeraten aus 12 verschiedenen Botanicals. Wobei man hier neben Klassikern wie Wacholder, Zitronen- und Orangezesten, Koriandersamen, Engelswurz und Süßholz auch Exoten wie Linden- und Orangenblüten, Tannenspitzen und Hagebutten verwendete. Und zum Schutz vor Nachahmung befindet sich zudem eine „geheime Zutat“ auf der Drogenliste des Turicum Gins.

Degustation des Turicum Gin

Das Aromenprofil des Turicum Gins könnte klassischer nicht sein. Er protzt. Mit konventionellen Noten. Das heißt, er braucht kaum Zeit zum Atmen, er legt in der Nase sofort los. Sehr würzig und kräftig ist der erste Eindruck beim Nosing. Dies liegt zum einen am markant-harzigen Aroma des Wacholders, ab auch an einer Spur Enzian. Trotz erkennbaren Zitruseinschlags und etwas Süßholz wirkt dieser Gin in der Nase trocken. Nicht immens, sondern gut ausbalanciert. Auch zeigt er bei der Degustation keinerlei störende Alkoholnoten. Als letztes Schmankerl bringt er nach wenigen Minuten im Hintergrund Rosmarin, Heu und etwas Pfeffer. Ein toller Spielplatz für die Nase.

Sehr angenehm fand ich, dass er seinen äußerst positiven Eindruck aus der Nase konsequent im Mund fortsetzt. Der Turicum Gin wirkt hier trocken und kräftig im Geschmack. Dabei sind es neben den harzigen Noten des Wacholders vor allem Nuancen von Preiselbeeren, Rosen und Limettenzesten, die dem Gin zu einem wahren Feuerwerk im Mund verhelfen.

Ganz dem Trend aus Nase und Mund folgend, verabschiedet sich der Turicum Gin schließlich im Nachklang. Würzig und süßlich nehmen schlussendlich nochmal Wacholder und Süßholz das geschmackliche Zepter in die Hand.

Zusammenfassend ist der Turicum Gin ein herausragendes Destillat. Er ist klassisch und dennoch an manchen Ecken verspielt. Eine Eigenschaft an der viele moderne Gins im New Western Dry Stil kläglich scheitern. Einziger Wermutstropfen: Der Turicum Gin ist vorerst nur über den offiziellen Online-Shop des Unternehmens für umgerechnet ca. 38,- Euro à 0,5 Liter zu erhalten.

Turicum Gin - 41,5%Vol. - 38 €/0,5l

Turicum Gin - 41,5%Vol. - 38 €/0,5l
9.55

Bouquet

10/10

    Geschmack

    9/10

      Mundgefühl

      10/10

        Nachklang

        10/10

          Positiv

          • Klassischer Gin mit modernen Nuancen
          • Herausragendes Bouquet
          • Perfekter Alkoholgehalt

          Negativ

          • -


          Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

          3 Kommentare für Schweizer Turicum Gin im Test

          1. Marcus 28. September 2015 zu 10:22 #

            Klingt gut, möchte ich gern mal trinken! Gibt es 1-2 Tonics, die Ihr dazu empfehlen möchtet? Gruß aus Zürich!

            • Philip Reim 28. September 2015 zu 13:44 #

              Hallo Markus,

              da der Turicum ein sehr klassisches Aromen- und Geschmacksprofil hat, trinke ich gerne Thomas Henry oder Fentimans Tonic dazu.

              Gruß Philp

              • M. 23. Oktober 2015 zu 15:09 #

                Hier in Zürich gibt es zum Glück einige Einkaufsmöglichkeiten. Jetzt ein paar Wochen später ist die Flasche auch schon wieder fast leer. Köstlich! Die kräftige Krautigkeit trifft genau meinen Geschmack. Unter den beiden genannten Tonics mag ich den Thomas Henry am liebsten, mit Fever hingegen wird der Turicum etwas muffig. – Nochmal danke für den Tipp!

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