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Legt Ardbeg mit dem neuen Dark Cove Whisky den Fokus auf Farbe?

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Bildquelle: Ryan Nelson/FlickR

Exakt 16 Tage ist es her, da veröffentlichte die Scotch-Destillerie Ardbeg mit dem Supernova 2015 ihre neueste Qualität. Nun, gerade mal 2 Wochen später, sickert bereits eine Meldung über den nächsten Whisky aus dem Hause Moët Hennessy nach. Der Name: Dark Cove. Mit der „dunklen, düsteren Bucht“ in Flaschenform legt Ardbeg also in gewohnter Manier nach. Oder?


Meldungen über neue Whiskys aus dem Hause Ardbeg empfinde ich mittlerweile wie die Ankündigung eines neuen AC/DC-Albums. Man muss diese Musik nicht mögen, aber man weiß definitiv im Vorfeld, was man auf der neuen Platte zu hören bekommt. Und das seit über 30 Jahren. Das mag für die einen langweilig erscheinen, für die anderen ist es verlässliche Qualität.

Bei Ardbeg ist dieser Trend zwar etwas jünger, mittlerweile aber genauso stetig. Single Malts der Brennerei erscheinen mittlerweile fast mehrmals jährlich und Altersangaben hat man bereits vor Jahren über Bord geschmissen. An deren Stelle traten hippe und markante Beinamen. Im Falle der aktuellen Qualität: Ardbeg Dark Cove.

Die Parallele im Namen zum 2013 erschienen Talisker Dark Storm ist unverkennbar. Dennoch entschied sich die Brennerei unter der Dachmarke Moët Hennessy ihrem neuen Ardbeg Dark Cove den Beinamen „dunkle, düstere Bucht“ zu verleihen.

Allerdings ist diese Meldung noch nicht offiziell. Durchgeschlüpft ist dies, wie so oft, durch die Website des ttb, dem US-Amerikanischen Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau. Dort wurde das Label des neuen Ardbeg Dark Cove durch das Unternehmen eingereicht, um es auf dem US-Markt einführen zu dürfen.

Laut diesem kommt der Dark Cove mit 46.5 %Vol. auf den Markt. Seit langem also mal wieder ein Ardbeg, der nicht in Fassstärke abgefüllt wird.

Das Rückenetiquette der Flasche gibt zudem ein wenig Auskunft über die entsprechende Fassreifung. Vornehmlich kamen Ex-Bourbonfässer zum Einsatz und wurden anschließend durch Ex-Sherryfässer ergänzt. Da hier Parallelen zum Ardbeg Uigeadail deutlich werden, stellt sich die Frage, ob die Brennerei hier eine Ergänzung des Kernportfolios plant oder lediglich eine weitere limitierte Abfüllung. Sollte der Dark Cove tatsächlich neben den anderen Standardqualitäten Ten und Uigeadail Platz nehmen, ist auch die Verwendung von Farbstoff wahrscheinlich.

Interessant ist daher, dass Ardbeg beim neuen Dark Cove scheinbar viel Wert auf die Farbe legt. Er hat „die Farbe von Kupferbrennblasen im Mondschein“ und ist laut eigener Angabe der dunkelste Ardbeg Whisky seit jeher.

Da bei der ttb lediglich die US-Version des Flaschenlabels eingereicht wird, bleibt die Spannung auf die deutsche Version. Sollte dort Zuckercouleur als Farbstoffzusatz angegeben sein, wäre die Sache mit der Farbe dann wohl obsolet.


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

3 Kommentare für Legt Ardbeg mit dem neuen Dark Cove Whisky den Fokus auf Farbe?

  1. Holger D. 29. September 2015 zu 11:45 #

    >Sollte dort Zuckercouleur als Farbstoffzusatz angegeben sein, wäre die Sache mit der Farbe dann wohl obsolet.<

    Von den Bourbonfässern und dem (vermutlich sparsam bemessenen) Sherryfass-Anteil wird „die Farbe von Kupferbrennblasen im Mondschein“ wahrscheinlich nicht stammen… 😉

    Und in den Corryvreckan kippt Ardbeg ja auch Zuckerkulör rein…

    VG, HD

  2. kallaskander 29. September 2015 zu 15:49 #

    Hi there,

    ohne die Gerüchteküche befeuern zu wollen….

    dem Uigeadail wird schon seit gut zwei Jahren das Ende vorausgesagt weil sein Konzept der Mischung von jungem whisky mit älteren sherry casks nicht mehr aufrecht zu halten sei.

    Erinnern wir uns: Der Uigie von 2003 enthielt sherry casks aus den 1970ern… wenn auch nach 1975, also nachdem Ardbeg die floor maltings dicht gemacht und Fremdmalz eingekauft hatte.

    Was hat LVMH geflucht, daß diese schönen Luxus single casks – sherry noch dazu – im Uigie gelandet sind. Das hätte Gewinne abgeworfen. Sagenhaft.

    Der Uigie mit Abfülljahr 2005 war der letzte mit dieser Angabe, ab 2006 nur noch Uigeadail mit der L – Nummer.

    Um so mehr überrascht es, daß es Uigies mit der Abfüllnummer L15 gibt, z. B. mit Abfülldatum 01.04.2015…

    Aber die „älteren Fässer“ sei es sherry sei es bourbon gewesen stammen nun wohl aus den 1990ern und da aus 1990 und 1991.
    1992 bis zur Übernahme durch Glenmorangie hat Ardbeg kaum whisky gemacht.

    Das nächste richtige Produktionsjahe ist 1997 nach der Rettung vor dem Verfall.

    Das sind auch schon gute 17-18 Jahre aber es ist auch schon vieles abgefüllt und verbraucht worden.

    Es kann also gut sein, daß der Dark Cove das Ende vom Uigie ist… es würde nicht verwundern.

    Greetings
    kallaskander

  3. Riccardo Berg 18. November 2015 zu 09:06 #

    Hmmm, wie soll ich den Satz verstehen: „Sollte der Dark Cove tatsächlich neben den anderen Standardqualitäten Ten und Uigeadail Platz nehmen, ist auch die Verwendung von Farbstoff wahrscheinlich.“

    Weder der Ten noch der Uigeadail enthalten Farbstoff, wieso sollte es dann bei dem neuen wahrscheinlich sein??

    Großartige Recherche…

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