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Polugar: Russische Brot-Spirituose startet in Deutschland

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polugar

Man sieht sich nicht als Vodka, weist auf der offiziellen Website sogar explizit darauf hin. Polugar will anders sein und alter russischer Tradition einen neuen Anstrich verleihen. Mit ihren beiden Brot-Destillaten auf Roggen-Basis will das russische Unternehmen nun auch hierzulande in die gehobene Bar- und Genusskultur. Unterstützung bekommen sie dabei von einem Insider der Branche.


Das saarländische Unternehmen Capulet & Montague weiß wie man auf dem deutschen Markt Spirituosen platziert. Hat es doch der Vertrieb mit der Marke Ferdinand’s Saar Dry Gin geschafft, erfolgreich ein Produkt in einen längst überfüllten Markt zu platzieren.

Auf dieses Know-How hofft nun auch Boris Rodionov. Der russische Unternehmer hat es sich vor einiger Zeit mit seiner Marke Polugar zum Ziel gemacht, eine russische Tradition wieder in Flaschen zu packen: Brot- bzw. Roggenbrand.

Anders als zu Zeiten des russischen Zaren scheint die Brot-Spirituose Polugar heute allerdings eine ganze Liga exquisiter zu sein. Zumindest lassen dies Aufmachung, Packaging und Preis der beiden neuen Rye-Qualitäten vermuten. Allerdings verzichtet der Hersteller auf jegliche Zusätze wie Knoblauch oder Pfeffer, die bei russischem Kornbrand des 20. Jahrhunderts zur „Qualitätssteigerung“ nicht unüblich waren. Vielmehr pickt sich Rodionov die grundlegenden Produktionsschritte heraus und produziert nach deutlich modernerem Anspruch.

Das Portfolio besteht aktuell aus 2 Qualitäten Polugar bzw. bread wine. Rye Malt Polugar und Classic Rye Polugar. Beide werden in kleinen Kupferbrennblasen destilliert und anschließend mit 38,5 %Vol. abgefüllt. Wobei die Classic Rye-Variante noch mittels Eiweiß und Birkenkohle filtriert wird. Kein moderner Marketing-Gag, sondern eine gängige Filtrationsmethode des Russlands im Spätmittelalter. Hierdurch erhält man keinen geschmacksarmen Brand wie bei Vodka üblich. Polugar rückt aromatisch und geschmacklich weitaus näher an einen Whiskey New Make bzw. Rohbrand.

Problematisch für die Produktion von traditionellem Polugar ist jedoch, dass durch ein Dekret von Zar Alexander III. aus dem Jahr 1895 Kornbrände und Vodka lediglich über die „moderne Methode“ hergestellt werden darf. Modern war damals das schnelle uns saubere kontinuierliche Column Still-Verfahren. Ein Dekret, das in Russland heute noch Gültigkeit hat.

Aus diesem Grund werden Rye Malt Polugar und Classic Rye Polugar in Polen produziert.

Voraussichtlich diesen Herbst werden die beiden Polugar Qualitäten offiziell den deutschen Markt betreten. Wie viele Scheine man dann für eine der beiden 0,7 Liter-Flaschen auf den Tisch legen muss, ist noch nicht bekannt.


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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