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Rhum J.M Armagnac Finish im Test

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Rhum J.M Armagnac Finish

Dass man in der Destillerie von Rhum J.M sein Handwerk versteht, steht außer Frage. Seinen Rum allerdings mit Aromen eines ganz anderen Genres zu bereichern, ist da schon eine ganz andere Hausnummer. Mit dem neuen Rhum J.M Armagnac Finish versucht die französische Marke allerdings genau diesen Spagat. Zum Marktstart der Rum-Serie konnten wir einen Blick in die Flaschen werfen.


Es gibt wenige Kategorien in der Spirituosen-Industrie, die eine derartige Spannweite zwischen ultra-billig und äußerst luxuriös besitzt, wie Rum sie hat. Rum-Produzenten aus den französischen Übersee-Départements wie eben Rhum J.M aus Martinique haben sich dabei solide im oberen Drittel platziert.

Da lag es nahe, eine Serie auf die Beine zu stellen, die zwar Zuckerrohr als Basis hat, allerdings durch klassische Obst- und Weinbrandaromen des Mutterlandes ergänzt wird. Im Falle von Rhum J.M bediente man sich unter anderem bei einem international sträflich vernachlässigten Tropfen: Armagnac.

Sie ist nicht nur Frankreichs älteste Spirituose, sondern liefert auch Zeugnis darüber ab, dass unser westlicher Nachbar in Sachen Destillation und Fassreifung ein passionierter Fachmann ist.

Mit einer Auswahl jener Armagnac-Fässer „finished“ Rhum J.M einen seiner neuesten Rums. Dieser, aus Zuckerrohrsaft hergestellt, reifte zuvor für eine Zeit von 8 Jahren in Ex-Bourbonfässern. Anschließend ging es ab in Fässer des Château de Tariquet aus der Gascogne.

DEGUSTATION DES RHUM J.M ARMAGNAC FINISH

Die Farbe des Rhum J.M Armagnac Finish ist durchaus an- und vielversprechend. Hält man das Glas gegen das Licht, würde ich die Farbe als Terracotta beschreiben.

Hält man seine Nase anschließend ins Glas, zeigt dieser Rhum ohne Umschweife, dass er an sich ein Destillat aus einem Ex-Bourbonfass ist. Viel trockene Vanille strömt heraus. Allerdings ist dies nicht die einzige markante Note beim Nosing. Er glänzt mit einer ganzen Latte an stereotypen Rum-Aromen, die man so vor allem bei Melasse-Destillaten erwartet. Allen voran klassische Rum-Noten, Tabak, Kokos und Holz. Für etwas Raffinesse sorgen hier zudem Nuancen von Feige und Hibiskus.

Eines der spannendsten Merkmale des Rhum J.M Armagnac Finish zeigt sich kurz nach dem Nosing. Trinkt man ihn bei Raumtemperatur, wirkt er im ersten Moment flach. Sehr von Vorteil ist es daher, wenn man das Glas ca. 5 Minuten in der Hand erwärmt. Dann zeigen sich raffinierte, verspielte, leicht süßliche Noten, die nicht in erster Linie an einen klassischem Rum erinnern. Allerdings finde ich es an dieser Stelle äußerst schwer konkrete Noten zu erkennen, geschweige zu definieren.

Selbst bei etwas über Raumtemperatur tut sich der Rhum J.M Armagnac Finish schwer konkrete Aromen herauszurücken. Er liefert zwar ein wärmendes Gefühl im Mund, bestimmte Noten sucht man allerdings vergebens. Ein starker Unterschied im Vergleich zur Nase.

Der Nachklang ist schließlich eine Mischung aus den Eindrücken in Mund und Nase. Er liefert zwar die ein oder andere deutliche Note, allerdings sehr minimalistisch. So legt sich ein sahnig-cremiger Vanille-Geschmack zusammen mit einer ganz schwachen medizinischen Rauch-Note an den Gaumen und bleibt dort einige Zeit.  Allerdings zeigt sich hier auch erstmals eine alkoholische Note, die ein leichtes Brennen hinterlässt.

Im immer schneller wachsenden Rum-Segment ist der Rhum J.M Armagnac Finish mit seinem besonderen, französischen Etwas definitiv ein Glas Wert. Zwar hat er bei der Verkostung auch seine Schwachstellen, vor allem in der Nase überrascht er allerdings mit einer positiven Raffinesse. Ein Glas dieses französisch-karibischen Tropfens ist definitiv eine Bereicherung für jeden Rum-Fan. Ob es allerdings auch ein Literpreis für über 100,- Euro ist, steht auf einem anderen Papier.

Details:

Art: Rhum

Alter: 8 JAhre

Alkohol: 41,5 %Vol.

Preis: 54,99 Euro à 0,5 Liter

Region: Martinique

Bottler: Rhum J.M

Fazit: 7/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

3 Kommentare für Rhum J.M Armagnac Finish im Test

  1. sawgf 16. Oktober 2015 zu 12:04 #

    …eine ganze Latte…herrlich 😀

  2. Philip Reim 16. Oktober 2015 zu 13:36 #

    😉

  3. Maximus 16. Oktober 2015 zu 15:15 #

    Wird das jetzt der nächste Trend, Agricoles ein spezifisches Finish zu verpassen?
    Von Habitation Saint Etienne gibt es auch eine Reihe von bis zu 9-jährigen Rums, ebenfalls als 0,5l-Abfüllungen, die in Wein- und Whiskeyfässern veredelt worden sind. Die nehmen allerdings schon 200€ für den Liter…

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