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Birds Weissbrand im Test

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birdsEs ist erst knapp 2 Wochen her, da stellte die Weissbrand Distilling Company ihr neuestes Projekt auf dem Berlin Bar Convent vor. Der Birds Weissbrand ist ein Tropfen, der sich bei Zutaten aus aller Welt bedient. Der Birds Weissbrand ist ein Tropfen, der zeigt, dass die Jungs der WDC nicht nur Weinbrand herstellen können, sondern auch verdammt gut mazerieren können.


Dass Mazerate in Deutschland und der Welt Begeisterung auslösen können, belegt eine Unzahl an diversen Gins. Vor allem in den letzten Jahren zeigten hiesige Destillateure, dass man zwar bei Fassreifung noch nicht ausgelernt hat, in Sachen Mazeration aber auf internationalem Niveau ganz oben mitspielt.

In diese Riege der Mazerate gesellt sich nun auch der Birds Weissbrand.

Hergestellt zwischen Hamburg und Berlin basiert dieser auf einem Weinbrand aus Riesling-Trauben. In dieses Destillat mit 75 %Vol. werden die einzelnen Botanicals für 4 Tage eingelegt. 13 an der Zahl.

Orangenschalen, Apfel, Schwarze Johannisbeere, Nelke, Urwaldpfeffer, Sternanis, Süßholz, Muskatblüte, Eukalyptus, Angelikawurzel, Kakaoschale, Rosa Pfefferbeeren. Allesamt stammen von 5 verschiedenen Kontinenten.

Jenes Mazerat wird für den Birds Weissbrand dann nochmals auf 71 %Vol. destilliert, ruhen gelassen und anschließend auf moderate 42,2 %Vol. abgefüllt.

DEGUSTATION DES BIRDS WEISSBRAND

Einmal im Glas geschwenkt, bildet der Birds Weissbrand viele dünne Tropfen, die zum Boden zurückfließen. Recht schnell und nicht sonderlich viskos.

Dieser Tropfen braucht keine Zeit zum Atmen, ist kein Spätzünder. Sobald er eingeschenkt wurde, ist sein Aroma sofort präsent. Allem voran drückt Pfeffer aus dem Glas, dicht gefolgt von angenehm deutlichem Süßholz und Muskat. Dieses tendiert schon ein wenig in Richtung Zimt und macht eine tolle Figur neben dem dezenten Nelkenduft. Zwar nehmen die genannten Aromen schon ordentlich Platz an der Front ein, getrocknete Orangenschalen und Schwarze Johannisbeeren verleihen dem Duft des Birds Weissbrands allerdings zusätzlich eine raffinierte und verspielte Seite. Gleichauf sorgt schließlich noch Eukalyptus für eine deutliche Frische in der Nase. All jene Noten bilden ein komplexes, trockenes Aroma, das vom ursprünglichen Rohstoff, dem Wein, keine Spur mehr übrig lässt. Dafür sind die verwendeten Aromen viel zu kräftig.

Sehr positiv empfand ich zudem, dass der Birds Weissbrand seinen komplexen Charakter im Mund nicht zurücksteckt. Er kommt vollmundig und dennoch angenehm weich daher. Keinerlei störende Alkoholnoten. Vielmehr ein gewisses Prickeln auf der Zunge, dass ich vermute vom Eukalyptus und Pfeffer stammt. Auch hier zeigt sich der Birds sehr würzig und trocken. Die markantesten Noten, die hier hervorstechen, sind Süßholz und Johannisbeere.

Im Nachklang haftet sich der Birds Weissbrand nochmals mit aller Kraft und Komplexität am Gaumen fest. Johannisbeere, Pfeffer, Nelken und Süßholz scheinen für eine schier endlose Zeit an Gaumen bzw. Zunge zu bleiben.

Diesen Tropfen zu Beginn der kalten Jahreszeit zu veröffentlichen, ist kein dummer Schachzug. Versprüht er in Perfektion doch genau jene Aromen, die einem sofort Weihnachts- und Winterdüfte in den Sinn bringen. Schließt man die Augen und riecht schlussendlich am leeren Glas, hat man ein Aroma vor sich, das jeden noch so hochwertigen Glühwein in den Schatten stellt.

Birds Weissbrand - 42,2%Vol. - 39 €/0,5l

Birds Weissbrand - 42,2%Vol. - 39 €/0,5l
9.675

Bouquet

10/10

    Geschmack

    10/10

      Mundgefühl

      10/10

        Nachklang

        10/10

          Positiv

          • Komplex in Bouquet und Geschmack
          • Passender Alkoholgehalt
          • Ungewöhnliches Aromenprofil
          • Spannendes Anti-Gin-Konzept

          Negativ

          • -

          Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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          3 Kommentare für Birds Weissbrand im Test

          1. Dennis 8. Januar 2016 zu 10:53 #

            Moin, habe den Birds geschenkt bekommen, weil ein Freundin hier die Artikel gelesen hatte. Also als Gin Ersatz taugt er ehrlich gesagt gar nicht. Aber er ist süffig und wirklich glühweinmäßig und jetzt scheint es ja auch endlich winterlich draußen zu werden. Ansonsten verstehe ich aber nicht genau, was das mit kulinarischer Weltreise zu tun hat…

          2. Philip Reim 8. Januar 2016 zu 13:58 #

            Hallo Dennis,

            die Weissbrand Distilling Co. hatte mit ihren beiden Destillaten auch genau den Ansatz, den du gerade angesprochen hattest. Der Birds soll auch gar kein Gin-Ersatz sein, dafür ist sein Aromenprofil auch viel zu eigen.

            Das mit der Weltreise ist relativ schnell erklärt: Die Zutaten zur Herstellung des Birds kommen von verschiedenen Teilen der Erde.

            Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.

            Gurß Philip

          3. Dennis 9. Januar 2016 zu 14:35 #

            Hi Philip, danke für Antwort. Die Sache mit dem Gin Ersatz ist dann ein Missverständnis meinerseits. Nur finde ich nach wie vor, dass man etwas anderes erwartet, wenn man ein Produkt mit dem Namen „Birds“ und dem Motto kulinarische Weltreise bekommt. Für mich ist das ein Weihnachstschnappes, ein feiner sicher, man hätte ihn auch irgendwie so nennen sollen. Die exotischeren Zutaten (stehen ja alle auf der Flasche) finden sich auch in fast allen interessanten Gins wieder, die erzählen einem aber nichts von wegen Weltreise.

            Wie dem auch sei, für die kalten Tage auch als kleiner Schluck in meinem Tee ist es fein…

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