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5 Gin-Cocktails aus dem 19. Jahrhundert, die du noch nicht kanntest

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Bildquelle: © Brent Hofacker/Fotolia

Eine Erfolgsgeschichte wie es in jüngster Vergangenheit der Gin & Tonic geschafft hat, gab es selten in der Geschichte des Cocktails. Auch kaum bei Gin, eine der herausragendsten Mix-Spirituosen überhaupt. Bevor aber G&T, Martini Dry oder der Negroni die Barkarten der Welt eroberten, gab es im 19. Jahrhundert eine ansehnliche Anzahl diverser Gin-Drinks. Heute vergessen.


Eine der positivsten Seiten der Cocktail- und Barkultur-Renaissance der vergangenen Jahre war die Tatsache, dass Gin einen neuen Aufschwung bekam. Nicht in dem Sinne wie es im London des 18. Jahrhunderts der Fall war.

Nein, dieses Mal ging es nicht darum, völlig breit und zugeknallt in der Kanalisation zu liegen und den eigenen sozialen Abstieg zu beweinen. Es ging vielmehr darum, ein Destillat zu zelebrieren und die Handwerkskunst, mit der es hergestellt wird, in den Vordergrund zu rücken.

Ein feines und filigranes Mazerat dann noch mit einigen wenigen Zutaten innerhalb eines Cocktails in eine besondere Richtung zu lenken, war dann nur noch der logische Schlusspunkt.

Aber auch wenn man heute ganze Cocktail-Bücher allein mit diversen Cocktail-Rezepturen auf Gin-Basis füllen kann, ist die Verwendung von Gin als Mixspirituose kein modernes Phänomen des 20. Jahrhunderts.

Ein Phänomen, das auch nicht mit altehrwürdigen Drinks wie dem Negroni oder dem Martini Dry begann. Auch wenn in jenen Jahrzehnten des frühen 20. Jahrhunderts das goldene Zeitalter der Cocktail-Geschichte ablief.

In der modernen Welle des Gins gab es gefühlt mindestens so viele neue Experten der Wacholderspirituose wie neue Abfüllungen. Und das waren definitiv nicht wenige. Bücher wurden veröffentlicht und Websites gestartet, spezialisierte Shops gegründet und Tastings gehalten.

Und auch wenn in nahezu all jenen Medien und Veranstaltungen die hervorragenden Mixeigenschaften von Gin hervorgehoben wurden, auf einen Aspekt ging man so gut wie nie dabei ein. Auf vergessene Cocktail-Kategorien des 19. Jahrhunderts. Gin-Cocktails, die bereits vor über 100 Jahren Tribut an die bekannte Wacholderspirituose zollten. Und dies mit wenigen, frischen Zutaten.

Die meisten jener Cocktail-Kategorien ähneln sich in ihrem Grundaufbau stark, unterschieden sich meist nur in einzelnen, aber essentiellen Zutaten. So zum Beispiel Gin Fix, Gin Smash und Gin Sangaree.

Allen 3 Genres ist gemein, dass sie neben der Basis-Spirituose zusätzlich Zucker und etwas Wasser enthalten. Gin soll hier also leicht gesüßt und verdünnt werden. Es soll er eine Art geschmacklicher Boden für die wenigen noch kommenden Zutaten geschaffen werden.

Im Fall des Gin Fix besteht dieser Zusatz aus Zitrone und diversen saisonalen Früchten. Beim Gin Sangaree hingegen wird zusätzlich noch mit Portwein übergossen. Der Gin Smash wiederum setzt deutlich mehr auf die Melange aus Kräutern und Früchten. Neben der obligatorischen Zitrone werden hier Minzzweige, Orangen und frische Beeren verwendet.

Während Fixes und Sangarees auf Gin-Basis nach wie vor im Dunkel der Vergangenheit hausen, erlebte die Smash-Kategorie auf Gin-Basis vor einigen Jahren ein kleines, aber intensives Revival.

Der Grund war der Gin Basil Smash aus der Feder von Jörg Meyer aus dem Le Lion in Hamburg. Ein klassischer Gin Sour, ergänzt um 6 – 8 Basilikumblätter.

5 Gin-Cocktails und deren Rezepturen aus dem 19. Jahrhundert möchte ich euch im folgenden vorstellen. Historische Volumina und Gewichtsangaben wurden dabei in das heute gängige Maß in Zentilitern, Barlöffel und Gramm abgeändert.

GIN AND PINE

Das Spannende an diesem Drink ist seine ländliche Herkunft und damit einhergehend seine unkonventionelle Herstellung. Laut Jerry Thomas Bartender’s Guide von 1862 wurde der GIN AND PINE vor allem in kleinen ländlichen Dörfern konsumiert. Gegenden also, in denen Vielseitigkeit an Zutaten nicht immer gegeben war.

  • 57 g kleine Stückchen (ca. Bleistift dick) aus dem Kernholz einer Kiefer
  • 1 Liter Gin

Holzstückchen in eine Karaffe geben und mit Gin auffüllen. Anschließend 2 Stunden ziehen lassen.

Da es sich beim GIN AND PINE de facto um eine Infusion bzw. Mazerat handelt, die vor allem in ländlichen US-Dörfern konsumiert wurde, wird dieser Drink aus historischen Gründen ohne Eis serviert.

GIN FIX

  • 6 cl Gin
  • 3 cl Wasser
  • 1,5 cl Zuckersirup (1:1)
  • 1 cl Zitronensaft

Alle Zutaten werden in einem Shaker auf Eis ca. 12 – 15 Sekunden geschüttelt. Anschließend einen Tumbler auf Eis abseihen und mit frischen, saisonalen Früchten garnieren.

GIN COCKTAIL

  • 6 cl Gin
  • 3 Dashes Zuckersirup (1:1)
  • 2 Dashes Bitters
  • 1 Dash Curacao

Alle Zutaten werden in einem Shaker ca. 12 bis 15 Sekunden geshakt. Anschließend in einen Tumbler auf Eis abseihen und mit Zitronenzeste garnieren.

 

GIN SMASH

  • 6 cl Gin
  • 1,5 cl Wasser
  • 1 cl Zuckersirup (1:1)
  • ca. 10 Minzblätter

In einem Tumbler die Minzblätter mit einem Muddler ca. 6 – 7 mal leicht andrücken. Gin, Wasser und Zuckersirup auf Eiswürfel shaken und anschließend auf Eis in den Tumbler geben. Einige Male umrühren, dass sich die Minzblätter möglichst weiträumig verteilen.

Anschließend mit 2 kleinen Stückchen Orange und frischen Beeren dekorieren.

GIN SANGAREE

  • 6 cl Gin
  • 3 cl Wasser
  • 1 BL Zucker
  • 1 BL Port Wein

Alle Zutaten in einem Tumbler verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Anschließend mit Eiswürfeln auffüllen und weitere 15 Sekunden verrühren. Nun mit einem Barlöffel Portwein oben auf gleichmäßig verteilen.


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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Ein Kommentar für 5 Gin-Cocktails aus dem 19. Jahrhundert, die du noch nicht kanntest

  1. Christian 26. Februar 2016 zu 04:13 #

    Ich glaube wenn man ganz genau sein will muss man den Gin Smash rühren zumindest laut Jerry Thomas Bartender’s Guide und dem Harry Johnson`s Bartenders Manual.

    Aber wer rührt heute schon einen Smash 😀

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