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Amanero Digestif im Test

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Mit ihrem neuen Amanero platzierte sich die bayerische Brennerei Schnitzer kürzlich hinter deftige Speisen. Für den italienisch anmutenden Digestif deutscher Machart machte man in den vergangenen Wochen seit Marktstart jedoch noch nicht viel Tumult. Warum eigentlich nicht? Der Amanero schreit danach, genossen zu werden. Sobald wie möglich.


AmaneroVor wenigen Jahren ließ sich die Brennerei Schnitzer aus dem oberbayerischen Traunstein bereits von der italienischen Trinkkultur beeinflussen. Mit ihrem Mondino brachten sie einen klassischen Amaro, einen italienischen Halbbitterlikör, auf den deutschen Markt. Und was für einen. Raffiniert, komplex und hochwertig produziert.

Mit ihrem neuesten Coup, dem Amanero, geht Schnitzer weg von der Aperitif-Kultur und ergänzt ihr Portfolio um einen italienischen Digestif aus deutscher Hand.

Zwar wurde der Amanero beim diesjährigen Berlin Bar Convent erstmals einem größeren Publikum präsentiert, weitere medienwirksame Kommunikation blieb anscheinend jedoch aus. Selbst die offizielle Webpräsenz des neuen Digestifs titelt nur: „Amanero….coming soon„. Hintergrundinformationen? Fehlanzeige.

Den ein oder anderen Hinweis zu Herstellung konnte ich dann allerdings doch in Erfahrung bringen. So besteht jener Digestif aus 30 Kräuteressenzen. So wurden unter anderem Artischocken aus dem Münchner Umland verarbeitet, ebenso wie ein Espresso-Sud aus ausschließlich Arabica-Bohnen. Jene Melange wird anschließend für einige Monate im Holzfass ruhen gelassen.

DEGUSTATION DES AMANERO

Hält man das Glas Amanero gegen das Licht, zeigt er eine satte rotbraune Farbe. Schwer und ölig liegt er auf dem Boden das Glases.

Egal welche Zutaten hier insgesamt verarbeitet wurden, sie lassen nicht lange auf sich warten. Als ich das Glas zur Nase führte, stieg mir ein Bouquet entgegen, das kraftvoller kaum sein könnte. Es wirkt wie ein Kräuter-Sammelsurium. Eine Mischung diverser Gewürze, die sich zu einem komplexen Wirrwarr zusammen tun. Die ein oder andere Note schafft es allerdings dennoch hervorzustechen und dem Bouquet des Amanero einen ganz charakteristischen Stempel aufzudrücken. So steigt einem allem voran Süßholz in die Nase. Dicht gefolgt vom würzigen Duft von Kurkuma. Generell wirkt dieser Digestif in der Nase auffallend herb und medizinisch, es winkt etwas der Enzian.

Einmal im Mund legt sich der Amanero kräftig, weich und ölig auf die Zunge. Neben Kurkuma, das auch hier wieder deutlich seinen Stempel aufdrückt, sind es vor allem getrocknete Orangenschalen, die dem Eindruck im Mund einen trocken-fruchtigen Beigeschmack geben. Wobei die ein oder andere Fruchtnote ihm hier noch etwas mehr Raffinesse gegeben hätte. Sehr interessant ist hier allerdings eine gewisse Schärfe. Ein Schärfe, die nicht von bissigem Alkohol herrührt, sondern vielmehr an Chili oder Pfeffer erinnert.

Unerwartet kurz, dafür ölig und bitter-süß bleibt der Amanero am Gaumen haften. Wie als ob er das gesamte Tasting abrunden möchte, sticht hier nochmals deutlich Süßholz hervor.

Am Ende ist dieser Digestif ein Tropfen, der komplexer kaum sein könnte. Tief in die Trickkiste gegriffen, zaubert die Brennerei Schnitzer mit dem Amanero einen Digestif in die Flaschen, der das Potential hat zum Geheimtipp unter den Halbbitterlikören. Allerdings sollte man sich auf eine äußerst würzig-herbe Geschichte einstellen. Ein Aromen- und Geschmacksprofil, das vielleicht nicht jedem sofort zusagt. Etwas zum Hineinarbeiten. Etwas das man, sofern man die Gelegenheit dazu bekommt, probieren sollte, bevor man die Geldbörse zückt.

                                       Details:

Art: Halbbitterlikör (Digestif)

Alter: k. A.

Jahrgang: k. A.

Alkohol: 31 %Vol.

Preis: k.A. à 0,7 l

     Region: Bayern

                         Bottler: Brennerei Schnitzer

                              Fazit: 9/10 Punkten


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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