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Berentzen Spice Apple refined with Premium Rum im Test

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Bildquelle: Berentzen

Es ist, als hätte ich eine Art Déjà-vu. Vor fast genau einem Jahr platzierte die niedersächsische Berentzen Gruppe mit ihrem Apple Bourbon einen aromatisierten Whiskey. Dieser Artikel erschien, als es von der US-Front her eher ruhig um dieses Genre wurde. Nun 1 Jahr später startet das Unternehmen ihren nächsten Apfel-Likör. Ein Blick in die Flasche des Berentzen Spice Apple refined with Premium Rum.


Als ich mich vor einigen Wochen durch den Stapel neuer Verkostungslieferungen arbeitete, stach eine Päckchen besonders hervor. Schmal, länglich. Einmal geöffnet, lag darin eine rustikal anmutende Holztruhe. Keine Aufschrift.

Erst beim Öffnen zeigte sich der Spender. Neben einer Flasche des neuen Berentzen Spice Apple, einem Likör auf Rum-Basis, enthielt die Lieferung ein freundliches Schreiben zur Produkt- und Testprobe.

Berentzen will sich, so scheint mir, nun mit den Marktführern des Spiced Rum-Segments messen. Verlockend klang dabei für das Unternehmen vor allem die Tatsache, dass der Spiced Rum in den vergangenen beiden Jahren einen Absatzzuwachs von 34 % Prozent verzeichnen konnte.

Zwar kommt meiner Ansicht nach Berentzen etwas zu spät zur Party. Allerdings setzen die Niedersachsen dafür aber auf des Deutschen liebste Frucht: Apfel.

Wie für diese Kategorie üblich, hält man sich mit Herstellungsinformationen äußerst bedeckt. Berentzen bildet da mit ihrem Spice Apple refined with Premium Rum keine Ausnahme.

Über den Rum erfährt man genauso wenig wie über seinen Ursprungsort. Lediglich, dass er 33 % des Flascheninhalts ausmacht.

Degustation des Berentzen Spice Apple refined with Premium Rum

Hält man das Glas mit Berentzens Spice Apple gegen das Licht, besitzt er eine ansehnliche Bernsteinfarbe. Da auf dem Flaschenlabel keine Angabe zur Farbstoffzugabe gemacht wurde, kann man davon ausgehen, dass keine künstliche Nachfärbung stattfand.

Einmal im Glas springt einem der Spice Apple förmlich entgegen. Dabei kann er aber vor allem eins: mit wenigen markanten Noten auffallen. Das Bouquet ist nicht für jene gemacht, die nach Aromen suchen wollen, sondern die kurz einen Schlag ins Gesicht mit einem Apfel wünschen. Allerdings ist mir noch nie ein Apfel mit einem solchen Aroma untergekommen. Die Apfel-Note ist auffallend künstlich. Der Rum hingegen liefert hier lediglich einen Beitrag zur Farbe. In der Nase ist nichts davon wahrzunehmen. Zumindest nichts, was einen hochwertigen Rums ausmachen würde. Man erkennt lediglich einen leichten Anflug von Neutralalkohol.

Leicht ölig liegt er auf der Zunge. Die Süße ist allerdings nicht überschwänglich und durchaus bekömmlich. Nun ja, wäre da nicht der „Apfel“. Auch hier ist er die dominante und einzige Note, die der Berentzen Spice Apple refined with Premium Rum zu bieten hat. Es war mir, als hätte ich die alkoholische Version des Kaugummis Hubba Bubba von Wrigleys im Mund. Auch hier keinerlei Spur von Rum.

Verlässt der Spice Apple den Gaumen bleibt kein Apfelaroma mehr übrigt, sondern eine langanhaltende bittere Note. Etwas zu bitter für meinen Geschmack.

Für mich persönlich ist es immer wieder schwer an aromatisierte, gezuckerte Produkte ohne Vorbehalte in die Verkostung zu gehen. Der Berentzen Spice Apple refined with Premium Rum hat dieser Vorurteile leider noch mal unterstrichen. Und zwar mit einem ganz dicken, schwarzen Edding. Ein Produkt für Genusszwecke ist das nicht. Aber eigentlich hatte mich die offizielle Pressemitteilung ja gewarnt. Denn wenn ein Unternehmen sein Produkt mit viel Cola empfiehlt, ist das die Bankrotterklärung für jeglichen Genuss-Zweck.

Details:

Art: Likör

Alter: k.A.

Alkohol: 28 %Vol.

Preis: 8,99 € à 0,7 l

Region: Niedersachsen/Deutschland

Bottler: Berentzen Gruppe

Fazit: 2/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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2 Kommentare für Berentzen Spice Apple refined with Premium Rum im Test

  1. Holger D. 19. November 2015 zu 12:52 #

    Hallo Herr Reim, wieso quälen Sie sich eigentlich in einem „Online-Magazin für TrinkGENUSS“ mit derartigen Produkten? Wissenschaftliches Interesse? Suche nach der Grenzerfahrung? Kulinarischer Masochismus? 🙂

    Interessierte Grüße, HD

    • Philip Reim 19. November 2015 zu 17:39 #

      Hallo Holger,

      der Punkt warum ich den Berentzen Spice Apple für einen Artikel verkostete, ist recht schnell erklärt.
      Als Party-Getränk ist Berentzen normalerweise nicht die Zielgruppe von EfS. Ohne Frage.
      Durch den Zusatz „refined with Premium Rum“ möchte sich der Hersteller allerdings in einer Kategorie messen, die für den Purgenuss gedacht ist. Wenn er sich also mit diesen Federn schmücken möchte, sollte er auch mit eben diesem Maßstab bewertet werden.
      Leider ging der Schuss meiner Ansicht nach in die Hose.

      Aber ihr zweiter Punkt klingt auch interessant 😉
      Gruß Philip

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