Werbung

Alfred’s Trail 6.12 Rum im Test

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someone

Alfred's Trail 6.12

Er läuft unter der Kennung 6.12. Kurz, einprägsam und informativ. Der Alfred’s Trail Rum 6.12 ist einer von 3 der neuesten Zuwächse auf dem deutschen Rum-Markt. Dabei erfindet die No 9 Spirituosenmanufaktur aus Eichsfeld das Rad nicht neu, wenn sie ihren Rum hierzulande nochmal nachreifen. Sie drücken ihm aber einen unverkennbaren Stempel auf. So auch dem 6.12 mit Virgin Oak Finish.


Das kleine Unternehmen No 9 Spirituosenmanufaktur aus dem nordthüringischen Eichsfeld zählt nicht gerade zur Avantgarde im Rum-Geschäft, wenn sie Destillate aus der Karibik importieren und hierzulande nachreifen lassen. Andere, teils auch größere Unternehmen experimentieren hiermit schon seit Jahren und bauen wie im Falle von Plantation von Cognac Ferrand nahezu ein ganzes Portfolio darauf auf.

Dennoch identifiziert sich ein Hersteller dadurch weitaus deutlich mit seinem Produkt, als würde er es lediglich importieren und ungeöffnet weiterreichen. Er verfeinert es, gibt ihm eine eigene Note mit auf den Weg.

Das nachträgliche Finishing ist daher eine der wenigen Möglichkeiten, die ein Hersteller hierzulande hat, qualitativ Einfluss auf einen konkreten Rum zu nehmen. Da vor allem der Rohstoff, Zuckerrohr, aus klimatischen Gründen nicht aus Deutschland stammen kann. Von der Pike auf einen Rum hierzulande zu produzieren, ist also schlichtweg nicht möglich.

Für ihren Alfred’s Trail 6.12 Rum holt sich die No 9 Spirituosenmanufaktur die Expertise aus Zentralamerika. Genauer gesagt aus dem kleinen Staat Belize. Dort wird das Grunddestillat in der Traveller’s Distillery hergestellt und anschließend für 6 Jahre unter tropischen Bedingungen gereift.

Einmal in Thüringen kommt der Rum für 12 Monate abschließend in Virgin Oak Barrels, neue Fässer aus amerikanischer Weisseiche.

DEGUSTATION DES ALFRED’S TRAIL 6.12 RUM

Hält man das Glas mit dem Alfred’s Trail 6.12 vor weißen Hintergrund, besitzt er eine satte, kräftige Hennarot-Farbe. Zudem wirkt er auffallend ölig, wenn man die vielen Tropfen an der Glasinnenseite betrachtet.

Du musst mit der Verkostung bzw. dem Nosing gar nicht lange warten, das Bouquet ist sofort präsent. Der Stempel den das neue Fass diesem Rum allerdings aufdrückt, ist nicht zu klein. Es ist eher ein ziemlich fetter Stempel. Die Parallelen zu klassischem Straight Bourbon Whiskey sind unverkennbar. Er besitzt eine angenehme Tiefe und Komplexität, aus der zuweilen Nuancen von Karamell, Vanille, Honig und Holz hervorlugen. Meiner Ansicht nach ist hier der Zeitpunkt des Finishings gut abgepasst worden. Der Einfluss ist deutlich erkennbar, die Basis aus Belize aber nach wie vor erkennbar. So erkennt man noch deutlich, dass dies eine Melasse-Destillat ist, das raffiniert würzig-rauchige Noten besitzt. Auch Süßholz ist mit dabei, allerdings auch eine gewisse Alkoholnote.

Im Mund bekommt er ganz klar ebenfalls den US-Whiskey Stempel aufgedrückt. Der Grund ist auch hier ganz einfach wieder das Virgin Oak Fass. Allerdings wirkt der Alfred’s Trail 6.12 im Mund filigraner als ein stereotyper Bourbon. Die Aromen sind etwas graziler. Vielleicht schon etwas zu grazil. Halbtrocken liegt er auf der Zunge und liefert eine Melange von Vanille, Honig, Holz mit klassischen Melasse-Primäaromen ab. Das war es dann aber auch. An sich sehr spannend, auch wenn ich mich schwer tue, neben den genannten, andere konkrete Aromen zu definieren. Wie auch bereits beim Bouquet hat er hier eine gewisse alkoholische Note, die etwas das Gesamtbild stört.

Ganz die Linie, die er im Vorfeld gefahren ist, liefert er auch im Nachklang. Eine solide Melasse-Basis, die elegant durch Vanille, Karamell und Holz ergänzt wird.

Ohne Frage finde ich, dass der Alfred’s Trail 6.12 ein fast durchweg spannender Rum ist. Auch wenn er an der ein oder anderen Stelle stolpert. Er ist ein Destillat zum Genuss, weitaus mehr aber zur Diskussion.

Details:

Art: Rum

Alter: 7 Jahre

Alkohol: 45 %Vol.

Preis: ~ 60 Euro à 0,7 Liter

Region: Belize/Thüringen

Bottler: No 9 Spirituosenmanufaktur

Fazit: 7/10 Punkten


 

 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Dann erhalte alle zukünftigen Artikel von Eye for Spirits. Kostenfrei. Bequem in dein Postfach.
Noch keine Kommentare.

Schreibe einen Kommentar