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Glashütte Finest Spirits: 3 neue Prestige-Destillate?

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Bildquelle: madpoet_one/FlickR

Zunächst dachte ich, der prestigeträchtige, sächsische Uhrenbetrieb Glashütte arbeitet für ein gemeinsames Projekt mit der Münchner Spirituosenmesse Finest Spirits zusammen. Der Name „Glashütte Finest Spirits“ legt dies ja auch nahe. Weit gefehlt. Dahinter steckt ein neues Start-Up aus Oberbayern, das mit Single Malt Whisky, Gin und Vodka gleich zum Marktstart in die Vollen geht.


In direktem Zusammenhang steht das Projekt „Glashütte Finest Spirits“ weder mit dem Uhren-Unternehmen aus Sachsen noch mit der bekannten Veranstaltung aus Bayerns Landeshauptstadt.

Nun, nicht unbedingt „direkt“, aber wenn ich genauer darüber nachdenke, dann doch zumindest in Grundzügen. Denn zum einen geht es hier um hochprozentige Alkoholika und zum anderen um einen Preis, der einem die Augen aufreißt.

Glashütte Finest Spirits ist ein Start-Up, hinter dem die Trade Agent GmbH aus Prien am Chiemsee steht. Ihren neuen Single Malt Whisky, Gin und Vodka stellt das Unternehmen seit kurzem „ausgesuchten Fachhändlern, Hotels der 5 Sterne Kategorie und handverlesen Juwelieren“ zum Weiterverkauf zur Verfügung.

Alle 3 Produkte, Single Malt Whisky, Gin und Vodka stehen dabei dem deutschsprachigen Raum mit einer Stückzahl von jeweils 1250 Flaschen zur Verfügung. Allerdings eint die 3 Produkte nicht nur die gleiche Anzahl. Auch Alkoholgehalt (40 %Vol.) und Flasche ist identisch.

Das hochpreisigste Destillat in diesem 3er Gespann ist mit Abstand der Single Malt Whisky mit einem Preis von 249,90 Euro für die 0,7 Liter Flasche. Diesem folgen London Dry Gin und Vodka mit jeweils 119,90 Euro à 0,7 Liter.

Offiziell heißt es über die 3 Glashütte Finest Spirits-Produkte: „[…]unterwerfen sich andererseits durch ihre Exklusivität auch keinen künstlich geschaffenen Trends.“ Eine Aussage, die ich an dieser Stelle auch durchaus unterschreiben würde. Denn eine unverbindliche Preisempfehlung, die wie im Falle von Gin deutlich mehr als 200 Prozent über dem Marktdurchschnitt liegt, ist wahrlich kein Trend.

Über den Whisky erfährt man, dass es sich um einen 14-jährigen Single Malt aus Ex-Bourbonfässern handelt. Destilliert wurde dieser 7 mal, wie der offiziellen Pressemitteilung zu entnehmen ist. Ein für Single Malt Whisky äußerst ungewöhnlicher Wert.

Generell hält sich die offizielle Website von Glashütte Finest Spirits aber außerordentlich bedeckt, was Herstellung und Hintergrundinformationen angeht. So erfährt man auch nicht, welche Brennerei/en die 3 Destillate in Lohnabfüllung produzierte.

Fakt ist allerdings, dass die hiesige Spirituosen-Landschaft gleich in 3 Sparten um ein neues Produkt reicher geworden ist. Wer daher einen Blick in eine der 3 Flaschen aus deutscher Produktion werfen möchte, kann dies im offiziellen Webshop von Glashütte Finest Spirits.


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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10 Kommentare für Glashütte Finest Spirits: 3 neue Prestige-Destillate?

  1. kallaskander 24. November 2015 zu 17:00 #

    Hi there,

    „Mit der Firma NFC21 GmbH aus Mülheim an der Ruhr konnten wir Deutschlands führenden Anbieter für Near Field Communication Produkte in Verbindung mit zusammenhängenden Cloud-Anwendungen als Technologie Partner für uns gewinnen.

    Neben dem Verkauf von NFC-Erzeugnissen befasst sich das Unternehmen mit der Entwicklung von Softwareanwendungen zu diesem Themengebiet. Eine dieser Anwendungen ist die NFC-Cloud, die es u.a. ermöglicht, mittels NFC-Tags Echtheitszertifizierung von Produkten vorzunehmen und regelmäßig aktuelle Informationen an unsere Produkte zu übermitteln.“

    Hä?

    „Glashütte Finest Spirits steht für exklusive Premiumspirituosen allerhöchster Qualität und Güte „Made in Germany“. Mit größter Sorgfalt und in Handarbeit entstehen in unserer Destillerie, die in Kürze ihr 200 jähriges Bestehen feiert, in einem aufwendigen und zeitintensiven Verfahren, Produkte nach alter Tradition und Handwerkskunst, für die Menschen, die ihre kostbare Zeit vollends genießen möchten.“

    Limitiert auf je 4999 Flaschen….

    Firlefanz very trendy.

    Greetings
    kallaskander

    • Peter 24. November 2015 zu 19:44 #

      Hallo kallaskander, kein Firlefanz, am asiatischen Markt durchaus erwünscht. Und einen Hauch Moderne gestehen wir unsern Produkten auch zu!

      Liebe Grüße Peter

  2. Jojo 24. November 2015 zu 18:08 #

    Bei so viel Premium sollte sich mal über die Grundsätze eines Onlineshops gedanken machen… Grundpreis usw…
    Seltsam auch warum von der Herstellung nichts zu lesen ist… aber warum wohl?!

    • Peter 24. November 2015 zu 19:49 #

      Hallo Jojo,

      danke für den Hinweis mit dem Grundpreis, dies wird umgehend ergänzt. Ebenso detaillierte Informationen über die Herstellung unserer Produkte. Dies kannst du dir in den nächsten Tagen dann in Ruhe durchlesen.

      Liebe Grüße

      Peter

  3. Holger D. 24. November 2015 zu 21:08 #

    Also, da klebt ja nicht mal ein einziges mickriges Swarovski-Steinchen auf den schlichten Flakons… Wie um Himmels Willen will man denn mit so ’nem Produkt-Auftritt die Geissens und Kardashians dieser Welt vom Versace-Sofa locken?

    Aber eigentlich sind es ja die inneren Werte, die zählen: Was da in den Flaschen genau drin ist, würde mich daher auch brennend interessieren…

    VG, HD

    • Peter 24. November 2015 zu 21:52 #

      Hallo Holger,

      war noch nie in so einem Forum und finde dies echt spannend. Bin seit 20 Jahren in der Branche. Nun wurde es Zeit für mich und meinen Partnern – für ein eigenes Produkt.

      Von wo bist du? Sollten wir mal in Deiner Nähe sein, laden wir dich gerne zu einer Verkostung ein,

      LG Peter

  4. Peter 24. November 2015 zu 21:46 #

    Liebe Redaktion,

    danke erstmals für die Berichterstattung, die für uns spannend, anregend und amüsant zugleich war. Ein paar Anmerkungen hätten wir aber schon gerne gemacht.

    „Glashütte“ ist in erster Linie eine Stadt in Sachsen! Kein Uhrenbetrieb. Obwohl Glashütte natürlich eng mit Uhren verbunden ist.

    „Finest Spirits“ bedeutet in erster Linie „Feine Spirituosen! Ließt man eigentlich recht häufig, vor allem außerhalb von Deutschland.

    „Glashütte Finest Spirits“ Die Marke ist neu! Vom Start (up) sind wir aber bereits gut 20 Jahre entfernt, solange sind wir schon recht erfolgreich in der Branche tätig. Aber danke, dass wir für so jung gehalten werden. Ab einem gewissen Alter beginnt man sich da schon zu freuen.

    Ja, unsere Produkte sind nicht billig, aber am „Markendurchschnitt“ wollen wir gar nicht gemessen werden. Dafür gibt es mindestens 200 Andere pro Jahr. Mit jenen, mit den wir uns Messen wollen und müssen sind eigentlich gleich oder sogar noch ein Stück teurer wie wir.

    Brennereien haben wir keine. Eigentlich haben wir nur Eine. Und die brennt zudem noch, nur für uns und exklusiv, alle unsere Produkte.

    Und das wir keine detaillierte Auskunft über die Besonderheiten im Herstellungsverfahren unserer Produkte preisgeben – welche Brennerei Bitte tut dies? Wer verrät die besondern Geheimnisse, die ein Produkt einzigartig machen – wir nicht!

    Da wäre, als würde das Mercedes Formel 1 Team, McLaren Honda die Baupläne für die Motoren überlassen.

    Aber Spaß beiseite, wenn sich die Möglichkeit zu einer Verkostung ergibt, würden wir euch wirklich sehr gerne Einladen.

    Liebe Grüße

    Peter

  5. fsbh 26. November 2015 zu 21:11 #

    Typisches Marketinggeschwätz ohne Substanz. Die Spirituosen sin den Preis selbstverständlich nicht wert. Wir wissen das, die Produzenten wissen das und die Produzenten wissen, dass wir das wissen. Aber es gibt eben Produkte, die sich nur deshalb verkaufen, weil sie teuer sind. Der Geschmack ist dabei egal. Auf diese Zielgruppe haben die Herren es abgesehen. Kann uns also reichlich egal sein. Und Leute, die die Sachen kaufen, haben es auch gar nicht anders verdient, als übers Ohr gehauen zu werden.

  6. 1968superingo 27. November 2015 zu 11:26 #

    Preise jenseits von gut und böse! 250 Öcken für eine 14jährigen Single Malt mit 40% – so dreist ist ja nicht mal LVMH bei der Ardbeg-Preisgestaltung. 120 Öcken für Gin und Vodka, die man quasi warm aus der Brennblase heraus verkaufen kann? Wer sich solche Produkte leisten kann, muss wohl unter akutem Reichtum leiden. Da bin ich raus aus dem Zug. Sicherlich werden sich aber Leute finden, die auf dicke Hose machen wollen und sich diese überteuerten Produkte hinstellen werden.

  7. Matthias 27. November 2015 zu 17:05 #

    Bei den Preisen und dem Alter kann es das Produkt einfach nicht wert sein.
    Wenn der Preis wenigstens durch angebot und nachfrage entstände ok, dann wäre es ja noch zu verschmerzen, aber das sind einfach Fantasiepreise.

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