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Muscatel Distilled Gin im Test

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Bildquelle: Muscatel Gin

Der Name kurz und knackig und den passenden Vodka gleich an der Hand.  Der Muscatel Distilled Gin ist einer der aktuellen Neuerungen im deutschen Wacholder-Segment. Dabei geben sich die Hersteller unverblümt offen, was die Herstellung anbelangt. Zumindest dann, wenn man einen Blick auf das schlichte Label des Muscatel Distilled wirft. Zum Marktstart konnten wir für euch einen Blick in die Flasche werfen?


Mit dem Muscatel Distilled bekommt die Stadt Mainz einen neuen Gin. Meines Wissens nach ist es zugleich der erste aus der Hauptstadt von Rheinland-Pfalz.

Allerdings schreibt sich die Dragon, Hedrich, Reitz & Twardokus GbR, die hinter dem Muscatel Distilled Gin steckt, weniger ihre Herkunft auf die Fahnen, sondern vielmehr die charakteristischste Zutat ihres Sprösslings: die Muskateller-Traube.

Es ist aber nicht nur die Traube einer der ältesten Weißweinsorten der Welt, die in der Zutatenliste des Muscatel Distilled Gin exotisch anmutet. Neben den obligatorischen Wacholderbeeren finden sich zudem Muskateller-Salbei, Spitzwegerich, Zitwerwurzel, Koriander, Holunderblüten, Schwertlilie, Orangenschalen, Bitterorangenschalen, Kamille und Salbei-Blüte in der kleinen zylindrischen Flasche.

Zwar gibt die Flasche bzw. das Label selbst sonst kaum weitere Informationen zur Herstellung preis. Nach dem Wasser-Test zeigte sich allerdings, dass es sich um einen ungefilterten Gin handelt. Ungefiltert zumindest in dem Sinne, das ihm langkettige Aromaverbindungen wie ätherische Öle, Ester etc. nicht entzogen wurden.

Gibt man nämlich wenige Tropfen stilles Wasser hinzu, zeigen sich auffällige, charakteristische Schlieren im Destillat.

DEGUSTATION DES MUSCATEL DISTILLED GIN

Der farblose Muscatel Distilled Gin bildet nach einigem Schwenken kaum ölige Tropfen an der Glasinnenseite.

Auch lässt er nicht sonderlich lange auf sich warten. Sobald ich das Glas zur Nase führe, ist das Aroma präsent. Es wirkt außerordentlich cremig und weich. Anders als es der Name „Muscatel“ vermuten lässt, würde ich diesen Gin, zumindest hinsichtlich Nosing, nicht als New Western Dry einordnen. Das heißt, er hat ein klassisches Aromenprofil, bei dem Wacholder den dominantesten Part spielt. Zwar wirkt der Muscatel Distilled Gin in der Nase sehr wuchtig. Es fällt jedoch schwer, konkrete Einzelnoten zu erkennen. Ich würde ihn in erster Linie als herb und grassig, krautig beschreiben. Ein Aroma, das so nicht oft anzutreffen ist, das in Sachen Individualität aber keine neuen Maßstäbe setzt.

Im Mund legt er sich zunächst ölig weich über die Zunge. Auch hier besitzt er eine gewisse geschmackliche Kraft, geizt allerdings auffallend mit Einzelnoten. Er wirkt meiner Ansicht nach im Mund etwas wie dezent aromatisierter Neutralalkohol.

Ähnlich verhält es sich schließlich auch im Nachklang. Eine leicht süßlich-krautige Note sowie etwas kratzender Alkohol bleiben am Gaumen zurück. Mehr leider auch nicht.

So ist der Muscatel Distilled in meinen Augen nicht unbedingt ein schlechter Gin, allerdings auch kein guter. Hierfür fehlt es ihm zu sehr an Individualität.

Details:

Art: Distilled Gin

Alter: k.A.

Alkohol: 44 %Vol.

Preis:  ~ 40,- € à 0,7 l

Region: Mainz/Rheinland-Pfalz

Bottler: k.A./Dragon, Hedrich, Reitz & Twardokus GbR

Fazit: 5/10 Punkten


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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