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Casa Noble Añejo Tequila im Test

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Bildquelle: Seven Spirits

Ihm fällt es sichtlich schwer auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Die Rede ist vom berühmtesten Agavenbrand: Tequila. Zwar gewinnt er in kleinen Schritten Land, der große, oftmals prophezeite Erfolg blieb ihm bisher im Premium-Segment aber verwehrt. Und das, obwohl wir bereits ein sattes Angebot in den Regalen haben. Wie zum Beispiel den Casa Noble Añejo.


Die Flasche klein, bauchig und individuell. Wenn Casa Noble eines hat, dann ist es ein Wiedererkennungswert beim Design. Im Falle des Casa Noble Añejo bekommt diese als i-Tüpfelchen noch einen satten Violett-Ton mit auf den Weg.

So extravagant wie das Äußere sind die Hintergrundinformationen zum gereiften Tequila aus der La Cofradia Distillery leider jedoch nicht. Der Eigentümer der Marke, die US-amerikanische Constellation Brands, hält sich mit Produktionsdaten eher zurück.

So erfährt der Kunde zwar, dass die Agaven-Maische des Casa Noble Añejo – wie das gesamte Portfolio – 3-fach destilliert wurde, genauere Details bleiben einem allerdings verwehrt.

Nun gut, über das Fass erfährt man noch etwas. Und zwar, dass sich die Reifung in Fässern aus französischer Weißeiche abspielt. Dauer: 2 Jahre. Ob und wenn ja welchen Inhalt die Fässer im Vorfeld besaßen, ist nicht bekannt. Zumindest nicht offiziell.

Apropos „spielen“. Zu viele Hintergrundinformationen dürften vielleicht auch gar nicht das Ziel des Herstellers sein. Denn das Hauptaugenmerk soll auf einen ganz anderen Aspekt fallen. Nämlich auf das bekannteste Gesicht hinter der Marke Casa Noble: der mexikanische Musiker Carlos Santana.

DEGUSTATION DES CASA NOBLE ANEJO TEQUILA

Schenkt man sich einige Zentiliter des Casa Noble Añejo ins Glas und hält es gegen das Licht, besitzt das Destillat eine satte, goldgelbe Farbe.

Das Bouquet dieses Tropfens lässt nicht lange auf sich warten. Einmal zur Nase geführt, stießen mir 2 markante Noten entgegen. Neben einem stereotypen Agaven-Ton war dies in erster Linie Vanille. Bekömmlich, aber wenig spektakulär. Spielt man mit dem Glas nun etwas vor der Nase herum, zeigen sich nach einer Weile Nuancen von Rauch, Trauben und Apfel. Ich habe den Eindruck, dass der Casa Noble Añejo noch paar Aromen in petto hat, wenn man ihn etwas Ruhe gönnt. Nach 1 bis 2 Minuten „Stillstand“ lieferte er dezente Noten von Menthol, Holz und Weihrauch.

Bereits beim ersten Schluck legt er sich weich und ölig auf die Zunge. Keinerlei störende oder gar beißende Alkoholnoten. Im Mund besitzt er aber exakt dieselben Aromen wie zuvor in der Nase. Nun, genauer gesagt, einen Bruchteil davon. Denn die raffinierten Nuancen, die er beim Nosing im Hintergrund zeigte, fehlen im Mund gänzlich. Für mich gab es beim Tasting des Casa Noble Añejo exakt 2 Noten: süßliche Vanille und Agave.

Und um letztlich noch eine Vanille drauf zu setzen, folgt diese nochmal im Nachklang. Weich, süßlich und mit einem Hauch eben jenes Gewürzes bleibt er für einen kurzen Moment am Gaumen zurück.

Wenn ich den Casa Noble Añejo mit nur 2 Wörtern beschreiben müsste, dann wäre dies „langweilige Bekömmlichkeit“. Er besitzt nichts, woran ich mich stören würde, liefert leider aber auch nichts, wofür ich über 50,- Euro ausgeben würde.

Details:

Art: Tequila

Alter: 2 Jahre

Jahrgang: k. A.

Alkohol: 40 %Vol.

Preis: ~ 50 € à 0,7 l

Region: Jalisco/Mexiko

Bottler: La Cofradia Distillery/Constellation Brands

Fazit: 6/10 Punkten


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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