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Kill Devil Trinidad Rum 23 Jahre im Test

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Bildquelle: ProWhisky

Es ist wohl einer der reißerischsten Namen, den Rum je hatte: Kill Devil. Eine altertümliche Bezeichnung als Rum noch das Getränk rauer Piraten in romantischer Karibik-Atmosphäre war. Weniger als Kategorie-Bezeichnung sondern als konkrete Marke von Single Cask Rums tritt Kill Devil seit kurzem wieder auf den Plan. Mit dabei den Kill Devil Trinidad 23 Jahre.


Rum hatte in seiner Jahrhunderte alten Geschichte schon viele Bezeichnungen. „Kill Devil“ ist darunter wahrscheinlich der markanteste.

Vielleicht auch aus diesem Grund firmiert seit einiger Zeit eine Reihe Singe Cask Destillate unter eben jenem Namen auf dem deutschen Markt. Einer der ältesten, flüssigen Mitstreiter ist dabei der Kill Devil Trinidad 23 Jahre.

Da es sich um eine Single Cask-Variante handelt, braucht man nicht lange über das Alter spekulieren. 23 reifte der Rum in Fässern. In welchen? Kein Ahnung. Das wird von offizieller Seite nicht angegeben.

Genauso wenig welche Destillerie den Rohbrand des Kill Devil Trinidad 23 Jahre durch ihre Brennblasen schickte. An dieser Stelle kann ich nur spekulieren, welche Destillerie der Insel Trinidad hinter jenem Rum steckt.

Aller Voraussicht nach wird es die Caroni Distillery kaum sein. Unabhängige Abfüller werben seit jeher mit dem Namen der 2002 geschlossenen Brennerei. Bleiben nur noch die Angostura Ltd. und Fernandes Distillers als mögliche Produzenten des Kill Devil Trinidad 23 Jahre.

Wie dem auch sei, Brennerei hin oder her, dieser Rum besitzt ein stattliches Alter. Im Dezember 1991 destilliert und 2015 auf Flaschen gezogen, kommen stolze 23 Jahre zusammen.

DEGUSTATION DES KILL DEVIL TRINIDAD 23 JAHRE

Im Glas besitzt der Kill Devil Trinidad 23 Jahre ein ansprechende Bernstein-Farbe. Schwenkt man ihn einige Male im Glas bildet er kaum Tropfen an der Glasinnenseite.

Meiner Ansicht nach braucht dieser Rum ordentlich viel Ruhe. Vor allem sollte man ihn unmittelbar bevor man sich mit der Nase über das Bouquet hermacht, nicht schwenken. Andernfalls bekommt er eine auffallende Alkoholnote. Zwar ist diese nach wie vor vorhanden, auch wenn man ihn ein paar Minuten Ruhe gönnt, dann allerdings deutlich schwächer. Es bleibt also Platz für einige andere Noten. Vor allem saftige Früchte nehmen hier das aromatische Zepter in die Hand. Allem voran Pflaumen und Trauben. Er hat zudem Anflüge von Karamell und Butterkeksen sowie einen angenehm würzigen Grundton. Darunter fallen neben einem winzigen Hauch Vanille zudem Zimt und Pfeffer.

Anders als in der Nase verliert er im Mund zwar seinen alkoholischen Grundton, eine gewisse Bissigkeit auf Zunge und Gaumen knallt der Kill Devil Trinidad Rum 23 Jahre einem dann doch rein. Leider liefert er auch sonst im Mund nicht viel mehr als einen Hauch Vanille, stereotype Rum-Noten und Holz. Aromatischen Tiefgang und Komplexität habe ich zwar innig gesucht, allerdings nicht gefunden. So wirkt er auf mich hier zuweilen etwas profillos und kaum individuell.

Im Nachklang flammt der Alkohol nochmals kurz auf, überlässt dann die Bühne allerdings einem herb-trockenen Eindruck von Holz und dezenter Vanille.

Der Name beim Kill Devil Trinidad Rum 23 Jahre ist Programm. Angelehnt an eine der ersten Bezeichnungen jenes Melasse-Destillats der Karibik, ist dieser Rum etwas für harte Hunde. Jemand der harten Alkohol mit Nuancen klassischer Rum-Aromen sucht, wird hier fündig. Fans komplex-raffinierter Rums mit limitiertem Budget hingegen nicht.

Details:

Art: Rum (Melasse)

Alter: 23 Jahre

Jahrgang: 1991

Alkohol: 46 %Vol.

Preis: ~ 165 € à 0,7 l

Region: Trinidad

Bottler: k. A.

Fazit: 6/10 Punkten


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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Ein Kommentar für Kill Devil Trinidad Rum 23 Jahre im Test

  1. Maddin 30. November 2015 zu 20:42 #

    Klingt nach Angostura/Trinidad Distillers. Zumindest kursieren und kursierten von Caenheads und Duncan Taylor, sowie einigen kleineren Abfüllern Trinidad Rums von 1991 mit dieser Brennereiangabe. Und von der Geschmacksbeschreibung passt er da ganz gut ins Bild.

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