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Gunroom Navy Gin im Test

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gunroomnavygin

Er kommt im schicken Retro-Look der Gunroom-Serie daher. Gunroom, ein schwedisches Spirituosenportfolio, bei dem der Begriff „Craf“ und „Handwerklich“ durchaus zutreffen würde. Das Unternehmen dahinter verzichtet. Vielmehr suchte man sich einen anderen Fokus. Nicht unbedingt einen neuen, aber auch keinen ausgelutschten. Und die Umsetzung ist solide. Der Gunroom Navy Gin beweist es.


Das Konzept der Gunroom-Reihe ist klar: Spirituosen im Marine-Stil. Davon ließ sich das schwedische Unternehmen Integrity Spirits allerdings nicht nur für Design und Namenswahl inspirieren, sondern ebenso für den Inhalt.

2 der 3 Spirituosen kommen mit sattem Alkoholgehalt daher, der dem Begriff „Gunpowder proof“ entspricht. Der Gin wurde also mit 57 %Vol. abgefüllt.

Anders als sein Wacholder-Kollege aus gleichem Hause erhielt der Gunroom Navy Gin keinen aromatischen Feinschliff im Eichenfass. Seine Aromen zieht dieser vielmehr gänzlich aus seinen 12 Botanicals: Wacholder, Koriander, Angelikawurzel, Veilchenwurzel, Zitronenschalen, Orangenschalen, Süßholz, Bohnenkraut, Kassienrinde, Mandeln, Muskat und Zimt.

DEGUSTATION DES GUNROOM NAVY GIN

Der erste Eindruck in der Nase ist geprägt von 2 konkreten Noten: Wacholder und Alkohol. Wobei ersterer ohne Frage der dominante Part ist, verleiht dem Gunroom Navy Gin ein trocken-klassisches Aroma. Der Alkohol verbirgt sich direkt dahinter. Er steigt allerdings in einer Art und Weise aus dem Glas, die ich persönlich bei einem satten Volumenanteil von 57 % durchaus angemessen finde. Er trampelt also nicht alles rüpelhaft nieder, sondern winkt nur dezent aus dem Glas. Hat sich die Nase darangewöhnt, lugt im Hintergrund noch etwas Sahne und ein Hauch Zitrone hervor. Gibt man dem Gunroom Navy Gin einige Tropfen Wasser hinzu, zeigen sich zunächst die typischen Schlieren eines nicht gefilterten Destillats. Dem Bouquet hilft dies allerdings nur indirekt. Zwar nimmt der Alkoholeindruck etwas ab, mehr aber die interessanten Noten. Der Wacholder wird dadurch deutlich schwächer, hinterlässt aber keinen adäquaten aromatischen Ersatz. Der Zusatz von Wasser ist daher aus meiner Sicht nicht zu empfehlen.

Im Mund macht sich der hohe Alkoholgehalt ebenfalls sofort bemerkbar. In meinen Augen jedoch nicht unbedingt negativ. Man sollte jedoch auf ein gewisses Prickeln auf Zunge und Gaumen vorbereitet sind, was ein Einatmen durch die Nase zwingend macht. Abseits jener alkoholischen Breitseite liefert der Gunroom Navy Gin genau das, was er in der Nase vermuten ließ. Der Eindruck im Mund ist geprägt von Wacholder und einer Spur Zitrone. Neben jenem harzig-säuerlichen Zusammenspiel konnte ich allerdings kaum weitere Noten ausmachen.

Exakt jene Linie wie zuvor in Mund und Nase fährt der Gunroom Navy Gin schließlich auch am Gaumen. Langanhaltend mit satten Wacholder-Noten und einem deutlichen Vodka-Eindruck bleibt dieser Gin eine schier endlose Zeit haften.

Als Fazit würde ich den Gunroom Navy Gin als soliden Wacholder-Tropfen bezeichnen, der dem ein oder anderen im Purgenuss vielleicht zu viel auf die Zwölf gibt. Den Alkoholgehalt von 57 %Vol. sollte man in diesem Fall nicht unterschätzen, auch dann nicht, wenn das Destillat durchaus gut gebrannt ist. In Hinblick auf wacholderlastige Cocktails ist jener Alkoholgehalt allerdings eine Freude.

Details:

Art: Distilled Gin

Alter: k. A.

Jahrgang: k. A.

Alkohol: 57 %Vol.

Preis: ~ 34,- Euro à 0,5 Liter

Region: Schweden

Bottler: Integrity Spirits

Fazit: 7/10 Punkten


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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